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Schäuble will gegen Steuerpraxis ausländischer Großkonzerne vorgehen

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(dts) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will global tätigen Unternehmen wie Amazon oder Apple, die in aggressiver Weise Steuerschlupflöcher nutzen, das Wasser abgraben. "Aufgrund der Globalisierung entwickeln sich zunehmend hoch mobile Geschäftsaktivitäten, die Herausforderungen enthalten, denen wir uns energisch stellen", sagte eine Sprecherin des Ministers "Handelsblatt-Online". Das sei allerdings nur auf internationaler Ebene möglich, fügte sie hinzu. Übergeordnetes Ziel sei, Steueransprüche besser zu realisieren statt Steuererhöhungen zu betreiben. Konkret gehe es darum, Steuerhinterziehung und aggressiver Steuergestaltung Einhalt zu bieten. "Im Bereich der aggressiven Steuergestaltung geht es um Problembereiche wie die Verlagerung der steuerlichen Bemessungsgrundlage durch Gestaltungen z.B. mittels Lizensierungen oder mittels hybrider Gesellschaften", sagte die Schäuble-Sprecherin. Auch die Themen Transparenz und steuerliche Dokumentation seien betroffen. Die Unionsfraktion im Bundestag beschäftigt sich nach Angaben ihres finanzpolitischen Sprechers Klaus-Peter Flosbach derzeit "sehr eingehend" mit den Steuervermeidungsstrategien der großen internationalen Konzerne. "Die steuerlichen Gestaltungen sind legal, nutzen aber Schlupflöcher im internationalen Steuerrecht aus", sagte der CDU-Politiker "Handelsblatt-Online". Da dies zu Lasten des deutschen "Steuersubstrats" gehe, sei es daher geboten, intensiv mit den anderen Ländern an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten, um diesen Trend zu stoppen. Flosbach begrüßte, dass Schäuble die Diskussion auf internationaler Bühne "maßgeblich" vorantreibe. Auch die FDP setzt auf Schäubles internationales Engagement bei dem Thema. Fraktionsvize Volker Wissing bezeichnete es als großes Problem, dass große E-Commerce-Unternehmen mit Sitz im Ausland in Deutschland Millionen-Umsatz akquirieren, aber Steuern größtenteils woanders zahlten. "Hierbei geht es nicht nur um eine Frage der gerechten Besteuerung, sondern auch um eine Frage des gerechten Wettbewerbs unserer inländischen Unternehmen im Vergleich zu Unternehmen mit Sitz im Ausland", sagte Wissing "Handelsblatt-Online". "Da es ein internationales Problem darstellt, muss hier auch dringend eine internationale Lösung gefunden werden." Nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich und Großbritannien sind vom Problem der Steuerverlagerung betroffen. Schäuble hat bereits im Rahmen der G20 darauf hingewirkt, eine internationale Lösung für ein wettbewerbsfähiges Unternehmenssteuersystem zu finden. Wie FDP-Fraktionsvize Wissing sagte, werden im Februar die ersten Analysen der G20-Staaten zur Aufdeckung und Vermeidung von Besteuerungslücken und Gewinnverlagerung erwartet.



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Bereitgestellt von Benutzer: dts
Datum: 15.01.2013 - 16:13 Uhr
Sprache: Deutsch
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Politik & Gesellschaft


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