Handwerkskonjunktur kommt nicht in Fahrt
Konjunkturumfrage zum dritten Quartal 2026
(LifePR) - Die Handwerkskonjunktur kommt nicht in Fahrt. Zwar beurteilten die Betriebe in der Region die Geschäftslage im Sommer ein wenig besser als im ersten Halbjahr. Aufträge und Umsätze bewegen sich laut einer Umfrage der Handwerkskammer Reutlingen allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau. 43 Prozent der Betriebe in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb bewerteten die Geschäftslage im dritten Quartal als gut. 22 Prozent äußerten sich unzufrieden, vierzehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahresquartal. Eine schwächere Lageeinschätzung gab es zuletzt in der Finanzkrise 2009.Herausfordernde Rahmenbedingungen„Die aktuellen Rahmenbedingungen sind für das Handwerk äußerst herausfordernd. Die anziehende Inflation und steigende Zinsen belasten Betriebe und Verbraucher. Neben kurzfristig sinnvollen Entlastungen braucht es auch Reformen, die die Rahmenbedingungen für unsere Betriebe langfristig verbessern und wieder verlässliche Perspektiven bieten.“, sagt Alexander Wälde, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen.Die Auftragslage hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. 19 Prozent verzeichneten in den vergangenen Wochen mehr Bestellungen (3/2025: 24 Prozent), 38 Prozent meldeten Einbußen (3/2026: 27 Prozent). Alle Handwerksgruppen liegen per Saldo im negativen Bereich. Schlechter als im Kammerdurchschnitt lief es für das Gesundheitshandwerk (Saldo: minus 45 Punkte) und bei den personenbezogenen Dienstleistungen (Saldo: minus 36 Punkte). Ähnliches gilt für die Umsätze. 36 Prozent der Betriebe meldeten geringere Einnahmen (3/2025: 24 Prozent). Auch hier fällt der Rückgang bei den Dienstleistern besonders deutlich aus (Saldo: minus 39 Punkte), während die Bau- und Ausbaubetriebe etwas besser abschneiden. Der Kammerdurchschnitt liegt im Saldo bei minus 22 Punkten, ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei minus 7 Punkten. Negativer fiel der Saldo für ein drittes Quartal zuletzt 2004 aus.Preisdruck unverändert hoch Unverändert hoch bleibt der Preisdruck. 70 Prozent der Betriebe meldeten höhere Einkaufspreise für Energie, Material und Vorprodukte. Eine Preisanpassung führten 30 Prozent der Betriebe durch. Verbraucher werden sich auf höhere Verkaufspreise einstellen müssen. 45 Prozent der Befragten planen fürdas vierte Quartal entsprechende AnpassungenImmer häufiger bleiben Kapazitäten in den Unternehmen ungenutzt. Jeder vierte Betrieb konnte seine Kapazitäten zuletzt bis maximal 60 Prozent auslasten. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Betriebe, die unter Volllast arbeiten, innerhalb eines Jahres von 20,3 Prozent auf nunmehr 11,2 Prozent halbiert.Zwar haben die Wirtschaftsforschungsinstitute zuletzt aufgrund besserer Exportzahlen ihre Wachstumsprognosen nach oben korrigiert, die Handwerker in der Region rechnen indes nicht mit einer Trendumkehr in den nächsten Wochen. „Das wäre ein Lichtblick, wenn sich die Prognosen bestätigen sollten. Aber es wird vermutlich noch eine Weile dauern, bis das auch im Handwerk ankommt“, betont Wälde. Jeder vierte Betrieb stellt sich auf schlechtere Geschäfte im Schlussquartal ein. Lediglich 13 Prozent sehenaktuell Luft nach oben (3/2025: 25 Prozent). Auch die Auftrags- und Umsatzerwartungen liegen allesamt im negativen Bereich. Zurückhaltend geben sich die Betriebe auch bei den Investitionen. Mehr als ein Drittel der Befragten will seine Ausgaben reduzieren. Der Konjunkturindikator der Handwerkskammer Reutlingen, der Lagebewertungen und Erwartungen aller Branchen zusammenfasst, liegt für das dritte Quartal 2026 bei -11,0 Punkten (3/2025: +9,1 Punkte).Methodischer HinweisVier Mal im Jahr befragen die baden-württembergischen Handwerkskammern ihre Mitgliedsbetriebe zur konjunkturellen Lage. Die Ergebnisse werden regional und nach Gewerbegruppen gewichtet. An der aktuellen Umfrage, die vom 7. bis 20. September online durchgeführt wurde, haben landesweit 3.000 Betriebe teilgenommen.
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Datum: 06.10.2026 - 08:09 Uhr
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