Fachkräfte fehlen, Qualifizierung stockt / Deutschlands Industrie steht vor einem doppelten Engpass / Manpower Global Manufacturing World of Work Outlook 2026 veröffentlicht

(ots) -
- 72 Prozent der Hersteller weltweit finden nicht genug qualifizierte Talente
- 60 Prozent der Beschäftigten in der Fertigung fehlt Skill-Training
- 45 Prozent der Beschäftigten fürchten, in den nächsten zwei Jahren durch KI oder Automatisierung ersetzt zu werden
Die Fabrik der Zukunft braucht nicht nur Roboter, Sensoren und KI - sie braucht Menschen, die mit diesen Technologien arbeiten können. Genau hier steht die Fertigungsindustrie weltweit vor einem doppelten Engpass: es mangelt an Fachkräften und Qualifizierung der bestehenden Mitarbeitenden. Laut dem neuen"Global Manufacturing World of Work Outlook"von Manpower* geben 72 Prozent der Hersteller weltweit an, Schwierigkeiten zu haben, die benötigten qualifizierten Talente zu finden. Gleichzeitig sagen 60 Prozent der Beschäftigten in der Fertigung, dass sie in den vergangenen sechs Monaten kein Skill-Training erhalten haben. Hinzu kommt: Fast die Hälfte der Beschäftigten im Fertigungssektor (45 Prozent) befürchtet, dass KIoder Automatisierung ihre aktuelle Stelle in den nächsten zwei Jahren ersetzen könnte.
Die Ergebnisse treffen in Deutschland auf eine besonders angespannte Industrielage. Erstmals seit der Finanzkrise 2009 droht ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Gleichzeitig belasten Energiepreise, Materialengpässe, geopolitische Unsicherheit und der Umbau zentraler Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie die Personalplanung.
Smart Manufacturing braucht Menschen, nicht nur Maschinen
"Die entscheidende Frage ist nicht, ob Beschäftigte den Wandel mitgehen, sondern ob Unternehmen ihn schnell genug in Qualifizierung, neue Rollenprofile und strategische Personalplanung übersetzen können", kommentiert Faris Becirovic, Country Manager und Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland, die Studienergebnisse."Das Problem dabei ist, dass Qualifizierung vielerorts nicht systematisch genug stattfindet. Die deutsche Industrie verliert daher nicht nur Jobs, sie verliert vor allem wertvolle Zeit."
Automatisierung und KI verändern die industrielle Arbeit nicht erst in Zukunft, sondern bereits heute: Routinearbeiten verlieren an Bedeutung, während technologiegestützte Rollen wichtiger werden, etwa für Mitarbeitende, die automatisierte Systeme programmieren, warten und optimieren können. 93 Prozent der Hersteller weltweit erwarten, dass Robotik und Smart Manufacturing ihre Belegschaft verändern werden. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass der Wandel konkrete Workforce-Maßnahmen erforderlich macht: 50 Prozent rechnen damit, bestehende Mitarbeitende umschulen zu müssen, 42 Prozent erwartenNeueinstellungen für veränderte Rollenprofile und 31 Prozent glauben, bestimmte Leistungen auslagern zu müssen.
Tatsächlich stehen die Belegschaften den Veränderungen grundsätzlich offen gegenüber. 66 Prozent der Beschäftigten in der Fertigung fühlen sich sicher im Umgang mit aktueller Technologie, 79 Prozent sind zuversichtlich, neue Fähigkeiten für ihre Karriereziele lernen zu können.
Unternehmen benötigen daher schon jetzt konkrete Workforce-Pläne, so Becirovic:"Wer künftig auf Automatisierung, KI und digitale Produktion setzen möchte, braucht nicht nur neue Technik, sondern neue Rollenprofile, gezielte Qualifizierung und klare Wege, wie Beschäftigte vom heutigen Job in die künftige Produktion hineinwachsen können. Andernfalls fehlen im nächsten Aufschwung genau die Menschen, die den Umbau tragen sollen."
Die zentrale Botschaft des Reports: Die Industrie kann sich nicht aus dem Fachkräftemangel herausautomatisieren. Der doppelte Engpass aus Fachkräftemangel und fehlender Qualifizierung droht zu einem zentralen Risiko für die industrielle Transformation zu werden, wenn Unternehmen neue Technologien einführen, ohne ihre Belegschaften mitzunehmen. Für den Industriestandort Deutschland wird genau das zur entscheidenden Bewährungsprobe.
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Den vollständigen Report finden Sie hier.
*Transparenzhinweis: Der"Global Manufacturing World of Work Outlook"wurde auf Basis verschiedener Quellen erstellt, darunter auch Studien, Marktanalysen sowieöffentlich zugängliche Daten von Drittanbietern. Die in der Pressemitteilung genannten Kennzahlen und Prognosen beziehen sich auf die im Report ausgewiesenen Quellen.
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Datum: 21.07.2026 - 08:26 Uhr
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