Handwerkskammer Reutlingen unterstützt Leitlinien des Handwerks zum Sozialstaat
(LifePR) - Die Handwerkskammer Reutlingen begrüßt die vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) vorgelegten „Leitlinien des Handwerks zum Sozialstaat“ und unterstützt deren zentrale Aussagen ausdrücklich, denn gerade im Kammerbezirk Reutlingen mit seinen vielen kleinen und mittleren Handwerksbetrieben zeigt sich täglich, wie stark der Sozialstaat auf ein leistungsfähiges, regional verankertes Handwerk angewiesen ist.Unsere Betriebe in der Region– von den Bau- und Ausbaugewerken über Kfz- und Metallbetriebe bis hin zu den personenbezogenen Dienstleistungshandwerken – tragen den Sozialstaat durch Ausbildungsleistung, Beschäftigung und ihre Beiträge ganz wesentlich mit, gleichzeitig erleben viele Inhaberinnen und Inhaber, dass die Belastungsgrenze erreicht ist, wenn Lohnzusatzkosten immer weiter steigen und Beschäftigte trotzdem das Gefühl haben, dass vom hart erarbeiteten Bruttolohn zu wenig übrig bleibt. „Dieses Spannungsfeld spüren wir in unseren Beratungsgesprächen mit den Betrieben in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb sehr deutlich“, betont Wälde, „und genau hier setzen die Leitlinien des Handwerks wichtige Impulse.“Aus Sicht der Handwerkskammer Reutlingen machen die Leitlinien deutlich, dass ein moderner Sozialstaat Vertrauen, Planbarkeit und Fairness bieten muss: Er soll diejenigen zuverlässig absichern, die Unterstützung brauchen, darf aber die Beitrags- und Steuerzahler – und damit auch die Handwerksbetriebe in der Region – nicht überfordern. Eigenverantwortung und Solidarität sind für das Handwerk zwei Seiten derselben Medaille; wer kann, soll und muss einen Beitrag leisten, gleichzeitig braucht es ein System, das Leistung belohnt, Generationengerechtigkeit ernst nimmt und junge Menschen nicht mit dem Gefühl zurücklässt, sie zahlten in ein System ein, von dem sie später selbst nicht mehr profitieren. Denn besonders die junge Generation im Handwerk – Auszubildende, Gesellinnen und Gesellen – beobachtet die Entwicklung des Sozialstaats zunehmend kritisch. Steigende Beiträge, unsichere Perspektiven und komplexe Regelwerke nähmen vielen die Zuversicht, so die Erfahrung der Kammer.Angesichts des spürbaren Fachkräftemangels auch in der Kammerregion, der wachsenden Ansprüche an soziale Sicherung und der demografischen Entwicklung fordert die Handwerkskammer, die im ZDH-Papier formulierten Leitlinien nun zügig in konkretes politisches Handeln zu übersetzen, insbesondere durch beitragsstabile und verlässliche Rahmenbedingungen in der Sozialversicherung, durch spürbaren Bürokratieabbau bei Betrieben und sozialstaatlichen Verfahren sowie durch Reformen, die Ausbildung, Beschäftigung und Unternehmertum im Handwerk vor Ort stärken. „Ein zukunftsfester Sozialstaat ist gerade für unsere Region, in der das Handwerk ein zentraler Pfeiler der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität ist, unverzichtbar“, fasst Wälde zusammen, „aber er ist kein Selbstläufer: Es braucht klare Prioritäten, Mut zu Reformen und den Willen, das Vertrauen der Menschen in die soziale Marktwirtschaft zu erhalten – das Handwerk steht dafür bereit, seinen Teil zu leisten.“Aus Sicht der Handwerkskammer Reutlingen braucht es nun konkrete Schritte, die direkt bei den Betrieben und Beschäftigten in der Region ankommen:Abgaben begrenzen, Planungssicherheit schaffen: Die Gesamtbelastung aus Sozialbeiträgen muss spürbar stabilisiert werden, damit Unternehmertum, Arbeit und Ausbildung im Handwerk auch künftig wirtschaftlich tragfähig bleiben. Leistungen, die nicht dem Kernauftrag der Sozialversicherungen entsprechen, sollten konsequent aus Steuermitteln finanziert werden.Arbeit statt Abhängigkeit fördern: Bei über 200.000 offenen Stellen im Handwerk bundesweit wird auch in der Kammerregion jede helfende Hand gebraucht. Hinzuverdienstregelungen und Grundsicherung müssen so ausgestaltet sein, dass sich eine möglichst vollzeitnahe Erwerbstätigkeit deutlich mehr lohnt als der dauerhafte Verbleib in Transferbezügen.Sozialstaat einfacher und digitaler machen: Das bestehende System mit zahlreichen Einzelleistungen ist für Betriebe wie für Leistungsberechtigte zunehmend schwer zu überblicken. Leistungen sollten gebündelt, Verfahren vereinfacht und die Verwaltung des Sozialstaats deutlich stärker digitalisiert werden, damit Hilfen schneller ankommenund Bürokratiekosten für Betriebe sinken.Berufliche Bildung stärken: „Das Handwerk ist und bleibt der Ausbilder der Nation – das gilt auch für unseren Kammerbezirk“, betont Wälde. Damit dies so bleibt, müssen berufliche Bildung, überbetriebliche Ausbildungsstätten und die Infrastruktur der Berufsbildung gezielt gestärkt werden. Dazu gehört auch,an den Schulen in der Region die duale Ausbildung als gleichwertige Alternative zum Studium noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen.Schwarzarbeit konsequent bekämpfen: Schwarzarbeit schadet gerade den ehrlichen Handwerksbetrieben in der Region, die mit ihren Steuern und Sozialabgaben den Sozialstaat finanzieren. Eine konsequente Verfolgung und Aufdeckung ist aus Sicht der Handwerkskammer deshalb nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch eine Voraussetzung für die Akzeptanz des Sozialstaats.
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Datum: 19.05.2026 - 11:25 Uhr
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