ZDF-Politbarometer Mai I 2026 / Hohe Unzufriedenheit mit Bundesregierung und Bundeskanzler/Große Skepsis gegenüber der Gesundheitsreform

(ots) - Ein Jahr nach Amtsantritt erreicht die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung einen neuen Höchststand: 69 Prozent der Befragten bescheinigen der schwarz-roten Koalition eine eher schlechte Arbeit. Nur 26 Prozent eine eher gute, darunter mehrheitlich nur die Anhänger der CDU/CSU (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils"weiß nicht"). Kurz nach Amtsbeginn Ende Mai 2025äußerten sich insgesamt 51 Prozent der Befragten zufrieden mit der Bundesregierung und 32 Prozent unzufrieden. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Bundeskanzler: Nach 47 Prozent vor einem Jahr stellen derzeit nur noch 28 Prozent der Deutschen Friedrich Merz ein eher gutes Zeugnis aus, für68 Prozent (Ende Mai 25: 35 Prozent), ebenfalls der höchste Wert bisher, macht er einen eher schlechten Job. Damit stehen die aktuelle Bundesregierung und ihr Kanzler in der Bevölkerung deutlich schlechter da als die Ampel-Koalition und Olaf Scholz nach ihrem ersten Regierungsjahr.
Zudem wachsen die Zweifel am Fortbestand von Schwarz-Rot: Erwarteten im März noch 66 Prozent, dass die Regierung aus Union und SPD bis zur nächsten Bundestagswahl 2029 bestehen bleibt, sind es jetzt noch 47 Prozent. 48 Prozent rechnen mit einem vorzeitigen Aus (März: 30 Prozent).
Bundesregierung: Einfluss der SPD
In der Diskussion um die Rolle der SPD in der Bundesregierung sind 35 Prozent der Befragten der Meinung, die SPD habe zu viel Einfluss in der Koalition, für 27 Prozent hat sie zu wenig Einfluss und für 29 Prozent ist das so gerade richtig. Während im Lager der Union 59 Prozent den Einfluss der SPD für zu groß erachten (zu klein: 10 Prozent; gerade richtig: 28 Prozent), ist für 49 Prozent der SPD-Anhänger das politische Gewicht ihrer Partei in der Regierung zu gering (zu groß: 3 Prozent; gerade richtig: 47 Prozent).
Projektion: AfD weiter vor Union
Die große Unzufriedenheit mit der Bundesregierung spiegelt sich auch in der anhaltend geringen Zustimmung zu Union und SPD wider: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU mit unveränderten 25 Prozent weiter hinter der AfD, die ihren Vorsprung mit 27 Prozent (plus 1) leicht ausbauenkönnte. Die SPD bliebe bei ihrem Tiefstwert von 12 Prozent, die Grünen würden sich mit 13 Prozent (minus 1) leicht verschlechtern. Die Linke käme nach wie vor auf 11 Prozent und die FDP erneut auf 3 Prozent. Alle anderen Parteien bekämen zusammen 9 Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit im Bundestag.
Top Ten: Merz mit Tiefstwert
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius nach wie vor auf dem ersten Platz. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,8 (hier und im Folgenden Vergleichswert von April: 1,7) bewertet. Mit Abstand folgen CemÖzdemir mit 1,0 (0,9) und Johann Wadephul mit 0,4 (0,3). Danach kommt – bereits im Negativbereich – Lars Klingbeil mit minus 0,2 (minus 0,4), dann Markus Söder mit minus 0,6 (minus 0,9), Bärbel Bas mit minus 0,7 (minus 0,6), Heidi Reichinnek mit minus 0,8 (minus 0,8), Friedrich Merz mit einem neuen Tiefstwert von minus 1,3 (minus 1,1) und Katherina Reiche mit minus 1,5 (minus 1,6). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,2 (minus 2,4).
Gesundheitsreform der Bundesregierung
Wegen der finanziellen Probleme im Gesundheitswesen hat die Bundesregierung letzte Woche mehrere Maßnahmen beschlossen, mit denen in verschiedenen Bereichen wie bei den Versicherten, den Krankenkassen, den Ärzten, den Krankenhäusern und der Pharmaindustrie gespart werden soll. Dass die vorgesehenen Belastungen eher gerecht zwischen den betroffenen Akteuren verteilt sind, meint nur eine Minderheit von 14 Prozent, 80 Prozent bewerten die Verteilung der Lasten als eher ungerecht. Zudem gibt es große Zweifel an dem Effekt des Reformpakets: 80 Prozent und klare Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen glauben nicht, dass die geplanten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Lösung der finanziellen Probleme im Gesundheitswesen leisten werden, 15 Prozent äußern sich diesbezüglich optimistisch.
Stärkere Besteuerung hoher Einkommen
Hinsichtlich einer möglichen Steuerreform befürworten zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen, darunter mehrheitlich die Anhängerschaften von CDU/CSU, AfD, SPD, Grüne und Linke, eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen, insgesamt 28 Prozent sind dagegen.
US-Zollerhöhungen auf Autos: Reaktion der EU
US-Präsident Trump will die Zölle auf europäische Autos bei der Einfuhr in die USA deutlich erhöhen. 51 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die EU darauf jetzt mit Gegenzöllen reagiert, für 41 Prozent sollte die EU hingegen versuchen, mit Donald Trump zu verhandeln.
US-Sicherheitsgarantien für Europa
Nach der Ankündigung Donald Trumps, mindestens 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen, bezweifeln derzeit 77 Prozent, dass die USA unter Trump als Teil der NATO weiterhin die Sicherheit Europas garantieren werden (werden sie: 19 Prozent). Damit ist die Skepsis gegenüber den amerikanischen Sicherheitsgarantien ähnlich groß wie im vergangenen Jahr.
Irankrieg: Durchsetzung von US-Interessen
Was den Krieg zwischen den USA und Iran angeht, ist nur etwa ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen der Meinung, dass die USA in diesem militärischen Konflikt am Ende ihre Interessen weitgehend durchsetzen werden, 60 Prozent sind gegenteiliger Ansicht.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 5. bis zum 7. Mai 2026 bei 1.240 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 25 Prozent, AfD 23 Prozent, SPD 13 Prozent, Grüne 18 Prozent, Linke 12Prozent, FDP 3 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 22. Mai 2026.
Kontakt
Bei Fragen zur Pressemitteilung erreichen Sie die ZDF-Kommunikation per E-Mail unter pressedesk(at)zdf.de oder telefonisch unter 06131– 70-12108.
Pressefotos
Pressefotos zur Sendung erhalten Sie als Download (https://presseportal.zdf.de/presse/politbarometer) (nach Log-in), per E-Mail unter pressefoto(at)zdf.de oder telefonisch unter 06131– 70-16100.
Weitere Informationen
- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.
- Hier finden Sie das"ZDF-Politbarometer"im Web und in der App des ZDF. (https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.zdf.de%2Fpolitik%2Fpolitbarometer&data=05%7C02%7CKuehnel.C%40zdf.de%7Ce6f3f7502d58478074a908de1dd5a362%7C6725721fbd874b29a9be94b6260500e3%7C0%7C0%7C638981000581403940%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=ZmKM8UsVwoHndTLKnP2bqNvWJ7C2evbYlkbjsLDkqv4%3D&reserved=0)
Pressekontakt:
ZDF-Kommunikation
pressedesk(at)zdf.de
Folgen Sie uns gerne auch bei LinkedIn (https://www.linkedin.com/company/zdf/).
Original-Contentvon: ZDF,übermittelt durch news aktuell
Themen in diesem Fachartikel:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.05.2026 - 08:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2249949
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Gesundheit & Medizin
Dieser Fachartikel wurde bisher 3 mal aufgerufen.
Der Fachartikel mit dem Titel:
"ZDF-Politbarometer Mai I 2026 / Hohe Unzufriedenheit mit Bundesregierung und Bundeskanzler/Große Skepsis gegenüber der Gesundheitsreform"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ZDF (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).




