InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Festbetrags-Beschluss zu Depot-Antipsychotika legt strukturelle Schwächen des Arzneimittelmarktes offen

ID: 2244916

(ots) - Der heutige Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Festbetragsgruppenbildung für bestimmte Depot-Antipsychotika lenkt aus Sicht des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) den Blick auf ein grundlegendes Problem der Arzneimittelversorgung in Deutschland: Der Markt steht unter immer stärkerer Regulierung, verliert an Wettbewerbsfähigkeit und riskiertVersorgungssicherheit - mit dramatischen Folgen für den Krankheitsverlauf wie etwa im Fall von Depot-Antipsychotika für Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie.

Kumulierter Preisdruck setzt Hersteller unter Druck

"Gerade bei versorgungsrelevanten Arzneimitteln wie Depot-Antipsychotika wirken bereits zahlreiche Preisinstrumente gleichzeitig: Rabattverträge, Generikawettbewerb, Parallelimporte und Herstellerrabatte. Diese Mechanismen summieren sich auf. Sie lassen den produzierenden Unternehmen kaum wirtschaftliche Spielräume. Dadurch ziehen sich Anbieter aus dem Markt zurück und Lieferengpässe nehmen tendenziell zu", erklärt Joachimsen.

"Der heutige GBA-Beschluss zur Bildung von Festbetragsgruppen für Depot-Antipsychotika steht exemplarisch für eine Regulierungssystematik in Deutschland, die in einem ohnehin stark belasteten Markt zusätzlichen Druck erzeugt und Versorgungsprobleme provoziert. Depot-Antipsychotika sind wichtig für eine verlässliche Langzeitbehandlung von Menschenmit Schizophrenie. Sie helfen, die Therapie stabil aufrechtzuerhalten. Wenn Patientinnen und Patienten ihre Antipsychotika als Tabletten nicht regelmäßig einnehmen können, steigt das Risiko für Rückfälle deutlich. Dadurch verschlechtert sich oft der langfristige Krankheitsverlauf.Wenn Wettbewerb fast ausschließlich über Preisregulierung organisiert wird, schwächt das langfristig die Marktstabilität. Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln entsteht jedoch nicht durch maximalen Preisdruck auf die Produkte, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion ermöglichen", betont Joachimsen.





Ziel der Pharmastrategie darf nicht im Widerspruch zur praktischen Regulierung stehen

Der aktuell laufende Pharmadialog im Rahmen der nationalen Pharmastrategie der Bundesregierung gewinnt dem BPI zufolge demnach zusätzlich an Bedeutung:"Ziel der Strategie ist es ausdrücklich, unsere Industrie zu stärken - und damit auch die Versorgungssicherheit zu sichern. Diese Zielsetzung darf nicht im Widerspruch zur praktischen Regulierung stehen", betont Joachimsen."Wer Versorgungssicherheit ernsthaft stärken will, muss regulatorische Instrumente folgerichtig ausgestalten und Überregulierung vermeiden - insbesondere in Märkten mit begrenzter Anbieterzahl und hoher Versorgungsrelevanz, wie etwa bei Depot-Antipsychotika."

Kurswechsel in der Preissteuerung notwendig

Der BPI spricht sich dafür aus, die bestehenden Preis-Steuerungsinstrumente kritisch zu überprüfen und neu auszurichten. Dazu gehören:


- differenziertere Preis- und Erstattungsmechanismen,
- stärkere Berücksichtigung der tatsächlichen Marktverfügbarkeit,
- Anreize für langfristige Lieferfähigkeit und Produktion.

"Versorgungssicherheit entsteht durch ein ausgewogenes Zusammenspiel von Wettbewerb, Planungssicherheit und industriepolitischer Verantwortung - nicht durch immer neue Regulierung", so Joachimsen abschließend.

Pressekontakt:

Hermann Hofmann, Tel. 0172 3526032, presse(at)bpi.de


Original-Contentvon: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie,übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  ZahnCheck bringtÄrzte und Patienten zusammen Kein Zusatznutzen für Donanemab: Was der Beschluss bedeutet
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.04.2026 - 11:56 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2244916
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Gesundheit & Medizin



Dieser Fachartikel wurde bisher 5 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Festbetrags-Beschluss zu Depot-Antipsychotika legt strukturelle Schwächen des Arzneimittelmarktes offen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Auf Versorgungssicherheit achten! ...

Zur heutigen Pressekonferenz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erklärt BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen:"Wir unterstützen die Bundesgesundheitsministerin in ihrem Ziel, die Strukturen unseres Gesundheitssystems zu reform ...

Alle Meldungen von BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.295
Registriert Heute: 1
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 75


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.