Handwerkskonjunktur: Betriebe leiden unter Kostendruck
Konjunkturumfrage zum ersten Quartal 2026
(LifePR) - Zum Jahresauftakt hat sich die Stimmung im regionalen Handwerk nochmals eingetrübt. Eine anhaltend schwache Auftragslage und steigende Einkaufspreise machen den Betrieben zu schaffen. Das geht aus einer Umfrage der Handwerkskammer Reutlingen hervor.Danach bewerteten 33 Prozent der Betriebe in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb die Geschäftslage im ersten Quartal als gut. 27 Prozent äußerten sich unzufrieden, ein Zuwachs von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresquartal. Ähnlich negativ fielen die Lagebeurteilungen für einen Jahresauftakt zuletzt im Jahr 2010 aus, inmitten der Banken- undFinanzkrise.„Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs haben sich die Chancen auf eine moderate Erholung in diesem Jahr verschlechtert. Der ohnehin schon hohe Kostendruck für die Betriebe hat in den vergangenen Wochen weiter zugenommen. Das gilt für die Tankrechnung, aber auch bei Material, Rohstoffen und Vorprodukten. Die aktuelle Lage ist für die Betriebe herausfordernd“, stellt Alexander Wälde, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, fest.Einkaufspreise legen zuÜber alle Branchen hinweg meldeten 80 Prozent der befragten Betriebe steigende Einkaufspreise, 16 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders drastisch fällt der Preisauftrieb im Bauhauptgewerbe (plus 37 Prozentpunkte), im Ausbauhandwerk (plus 23 Prozentpunkte) und bei den Gewerblichen Zulieferern (plus 23 Prozentpunkte) aus. Dies dürfte sich schon bald in höheren Verkaufspreisen niederschlagen. Rund Dreiviertel der Betriebe wollen ihre Preise in den nächsten Wochen anpassen. Vor zwölf Monaten lag dieser Anteil noch unter fünfzig Prozent.Die Nachfrage entwickelte sich zuletzt weiter rückläufig. Fast jeder zweite Betrieb meldete weniger neue Aufträge und Bestellungen als im Vorjahr. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Betriebe, die einen Zuwachs verzeichneten von 22 Prozent auf 16 Prozent. Der Auftragssaldo für das erste Quartal 2026 fiel auf minus 31 Punkte (Vorjahresquartal: minus 8 Punkte). Unter dem Kammerdurchschnitt liegen die Nahrungsmittelbetriebe, das Ausbauhandwerk, die Metall- und Elektrobetriebe und das Kfz-Gewerbe.Auslastung der Betriebe sinktDie Auftragspolster, mit denen Betriebe Zeiten schwächerer Nachfrage auffangen konnten, scheinen weitgehend aufgezehrt. Die Betriebsauslastung im regionalen Handwerk ist im ersten Quartal deutlich zurückgegangen. Jedes dritte Unternehmen meldete eine Auslastung von bis zu 60 Prozent. Ein Jahr zuvor verfügte nur jeder fünfte Betrieb über derartgroße ungenutzte Kapazitäten. Gleichzeitig arbeiten weniger Betriebe unter Volllast. 26 Prozent der Betriebe konnten ihre Kapazitäten zu mindestens 80 Prozent nutzen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 35 Prozent.Die Investitionsbereitschaft des regionalen Handwerks ist zurückgegangen. 20 Prozent der Betriebe gaben höhere Ausgaben an (1/2025: 19 Prozent), 47 Prozent investierten in unverändertem Umfang (Vorjahresquartal: 63 Prozent), 34 Prozent meldeten geringere Aufwendungen (1/2025: 18 Prozent). Der Saldo für das erste Quartal rutscht auf minus 14 Punkte (1/2025: o Punkte). Einen schlechteren Wert gab es nur in den Corona-Jahren 2020 und 2021.Wälde sieht Belastungsgrenze erreichtAngesichts der schwierigen Rahmenbedingungen fordert Wälde eine rasche Entlastung der Betriebe. „Der Staat ist nun gefordert. Ein temporäres Absenken der Energiesteuer auf Kraftstoffe wäre unmittelbar für Verbraucher und Betriebe wirksam.“ Gleichzeitig müssten nun endlich die strukturellen Reformen, etwa der sozialen Sicherungssysteme, vorangetrieben werden. Die Belastungsgrenze für die Unternehmen sei erreicht, so Wälde.Mit einer baldigen Erholung rechnen die Handwerksbetriebe nicht. Die Prognose für das Frühjahr fällt pessimistisch aus. 26 Prozent der Betriebe rechnen mit besseren Geschäften (1/2025: 28 Prozent), mit 25 Prozent erwarten fast genauso viele eine Verschlechterung. Zwölf Monate zuvor lag dieser Wert noch bei neun Prozent.Zur KonjunkturumfrageVier Mal im Jahr befragen die baden-württembergischen Handwerkskammern ihre Mitgliedsbetriebe zur konjunkturellen Lage. Die Ergebnisse werden regional und nach Gewerbegruppen gewichtet. An der aktuellen Umfrage, die vom 9. bis 22. März online durchgeführt wurde, haben landesweit 3.300 Betriebe teilgenommen.
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Datum: 08.04.2026 - 09:24 Uhr
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