Trotz Attentat, trotz Trump: Salman Rushdie sieht sich selbst als"glücklicher Schriftsteller"

(ots) - Salman Rushdie (78) sieht sich selbst als"glücklicher Schriftsteller". Ihm sei es gelungen,"den Großteil seines Lebens von seiner Arbeit zu leben", sagte der britisch-indische Autor im Gespräch mit dem"Kölner Stadt-Anzeiger"(Dienstag-Ausgabe)."Das bedeutet, dass nur schreibe, wenn ich etwas zu sagen habe. Ich habe mir nichts mehr zu beweisen. Man schreibt die Bücher, von denen man das Gefühl hat, sie schreiben zu müssen."In der"langen Saga"um seinen vierten Roman,"Die satanischen Verse"und der vom damaligen iranischen Staatsoberhaupt ausgesprochenen Fatwa sei, so Rushdie,"alles, was ich am meisten bewundere - Liebe, Kunst, Schönheit, Freiheit - all dem gegenübergestellt worden, was ich am meisten ablehne: Fanatismus, Bigotterie, Gewalt".
Rushdies aktueller Band"Die elfte Stunde"versammelt die ersten Erzählungen des Autors, nachdem er 2022 eine Messerattacke nur knapp und unter Verlust seines rechten Auges überlebte. Er habe zuerst die Geschichte des Attentats in dem autobiografischen Buch"Knife"verarbeiten müssen."In dem Moment, in dem ich ,Knife fertiggestellt hatte, in dem ich das Manuskript abgeschlossen und an den Verlag geschickt hatte, war es, als ob sich eine kleine Tür in meinem Kopf geöffnet hätte und die Geschichten wieder herausströmten", berichtete er der Zeitung.
Dass er vor zehn Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hat, habe er trotz der politischen Lage nicht bereut, so Rushdie."Wenn man in einem Land lebt, möchte man wirklich ein Teil davon sein. Es ist seltsam zu sagen: Hier ist mein Zuhause, aber ich kann hier nicht teilnehmen. Ich kann nicht wählen."Seine Heimatstadt New York sei nicht Amerika."Wir hatten Trump schon lange durchschaut, als er noch ein korrupter Immobilienentwickler war. Wir wussten alle, wer er war. Leider wurde der Rest des Landes getäuscht."
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Datum: 23.03.2026 - 18:09 Uhr
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