Epsteins Opfer

(ots) - Dassüber die Täter so viel, über die Opfer so wenig gesprochen wird, ist kein Zufall. Es ist Ausdruck einer Gesellschaft und ihrer Medien, die Skrupellosigkeit und krimineller Energie mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Leid von Betroffenen. (...)
Der Fall Epstein ist auch für Europa besonders krass: Verwerfungen im königlichen Norwegen, Ermittlungen in Frankreich, Lettland, Litauen und Polen, Rücktritte in Schweden und der Slowakei. Beim Nachdenken über das politische Erpressungspotential, das in den Dokumenten steckt und gesteckt hat - mit oder ohne Putins Zutun - kann einem schwindelig werden. (...)
Doch solange wir sexualisierte Gewaltüber Täter erzählen, verlängern wir das Machtgefälle, das die Taten ermöglicht hat. Wir lernen nichts über Prävention, nichts über Schutzmechanismen, nichts über Verantwortung - außer der bequemen Illusion, dass alles vorbei ist, sobald der oder die Verbrecher entlarvt und als schuldig verurteilt sind.
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Datum: 08.02.2026 - 16:32 Uhr
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