Handwerkskonjunktur: Ohne Schwung ins neue Jahr
Die Stimmung im regionalen Handwerk hat sich zum Jahreswechsel eingetrübt. Neben der anhaltenden Nachfrageschwäche machen den Betrieben auch die zuletzt gestiegenen Einkaufspreise zu schaffen.
(LifePR) - ??Nachdem die Wachstumsprognosen für dieses Jahr bereits gesenkt wurden und die Krise nun auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen ist, fehlt mittlerweile die Zuversicht auf eine schnelle Erholung. Die Verunsicherung hat zugenommen. Unternehmen und Verbraucher wissen nicht, wohin die Reise geht“, kommentiert Alexander Wälde, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage.46 Prozent der Betriebe in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb waren mit der Geschäftslage im Herbstquartal zufrieden, 35 Prozent bewerteten die Lage als befriedigend, 19 Prozent als schlecht. Damit hat sich der Anteil der Pessimisten innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt.Schwache NachfrageVor allem die verhaltene Nachfrage macht den Betrieben zu schaffen. Zwar verbuchten zuletzt 20 Prozent mehr Bestellungen und Aufträge, 38 Prozent hingegen meldeten einen Rückgang. Die fehlenden Neuaufträge wirken sich mittlerweile auf die Betriebsauslastung aus, weil Auftragspolster weitgehend aufgezehrt sind. Der Anteil der Betriebe, die ihre Kapazitäten maximal bis zu 60 Prozent nutzen können, stieg zum dritten Mal in Folge auf nunmehr 28 Prozent.Einähnliches Bild zeigt sich hinsichtlich der Umsätze. Gut ein Viertel der Betriebe konnte seine Einnahmen im vierten Quartal 2025 steigern, 30 Prozent verzeichneten hingegen Einbußen. Der Saldo, im Vorjahr noch bei +5 Punkten, fällt damit auf -3 Punkte.Einkaufspreise ziehen anGleichzeitig ist der Kostendruck gestiegen. Die Preise für Material und Vorprodukte haben zuletzt wieder angezogen. Über alle Branchen hinweg meldeten zwei Drittel der Betriebe höhere Einkaufspreise. Besonders stark fallen die Steigerungen für die Nahrungsmittelbetriebe, im Kfz-Gewerbe und im Gesundheitshandwerk aus. In diesen drei Branchen verzeichneten jeweils mehr als 80 Prozent der Befragten höhere Einkaufspreise. Nur ein Teil davon dürfte bei den Verbrauchern ankommen.Zwei Drittel der Betriebe wollen ihre Preise in den nächsten Wochen stabil halten, nur ein Viertel plant aktuell höhere Verkaufspreise.Die Lagebeurteilungen fallenüber alle Branchen hinweg positiv aus, allerdings mit erheblichen Unterschieden zwischen den einzelnen Handwerksgruppen. Am zufriedensten äußerten sich die personenbezogenen Dienstleister (Saldo: +37 Punkte), gefolgt von den Ausbauhandwerkern (+36 Punkte) und dem Bauhauptgewerbe (+32 Punkte). Deutlich schlechter bewerteten die Gesundheitshandwerker (+6 Punkte) und die gewerblichen Zulieferer (+1 Punkt) die Lage.Verhaltene PrognoseDie Erwartungen des regionalen Handwerks für die kommenden Wochen sind weiterhin verhalten und liegen auf dem Niveau des Vorjahres. 18 Prozent der Befragten rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden Wochen, 28 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Vor allem die Autohäuser und Kfz-Werkstätten, die Nahrungsmittelhandwerker und die Ausbaubetriebe sind mehrheitlich pessimistisch gestimmt. Der Konjunkturindikator, der Lagebeurteilungen und Erwartungen des regionalen Handwerks zusammenfasst, liegt bei 7,7 Punkten (Vorjahresquartal: 12,9 Punkte).Die 14.000 Handwerksbetriebe in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb erwirtschaften einen Umsatz von über 11,3 Milliarden Euro, beschäftigen rund 80.000 Mitarbeiter und bilden 4.400 junge Menschen aus.Methodischer HinweisVier Mal im Jahr befragen die baden-württembergischen Handwerkskammern ihre Mitgliedsbetriebe zur konjunkturellen Lage. Die Ergebnisse werden regional und nach Gewerbegruppen gewichtet. An der aktuellen Umfrage, die vom 12. bis 25. Januar erstmals online durchgeführt wurde, haben landesweit 4.500 Betriebe teilgenommen.
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Datum: 06.02.2026 - 13:55 Uhr
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