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Westdeutsche Zeitung: Banken sind zunehmend Manipulationsvorwürfen ausgesetzt =
Von Lothar Leuschen

ID: 999873

(ots) - Wer hätte je gedacht, dass ein demokratischer
Staat einmal auf den Wahlspruch eines ausgewiesenen Antidemokraten
zurückgreifen sollte? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - mit
dieser Maxime hat der sowjetische Führer Lenin alle Kräfte in seinem
Riesenreich in Schach gehalten. Das ist freilich nicht
uneingeschränkt nachahmenswert, aber im Falle der internationalen
Finanzwirtschaft kann ein wenig Lenin offensichtlich nicht schaden.
Wenn laut der staatlichen Aufsichtsbehörde Bafin immer mehr deutsche
Banken dem Vorwurf ausgesetzt werden, den Markt zu manipulieren, dann
ist mindestens Obacht geboten. Vor allem der Branchenprimus Deutsche
Bank macht spätestens seit der Kirch-Pleite regelmäßig mit negativen
Schlagzeilen Furore. Dass er auch an der Manipulation des Libor
beteiligt gewesen ist, des Zinssatzes also, zu dem Banken sich
weltweit gegenseitig Geld borgen, wundert schon niemanden mehr.

Darunter leidet aber eine ganze Branche. Mehr noch leiden jene,
die den Banken ihr Geld anvertrauen - in der Hoffnung, dass es
zumindest nicht an Wert verliert: Die Kleinanleger, die Wenigsparer
sowie jene, die vom Bankgeschäft nicht viel verstehen, fast jeder
also. Und die Banken selbst trifft es ebenso.

Deshalb helfen weder Generalverdacht gegen Institute noch
elektronische Handfesseln für deren Beschäftigte. Die einzige Chance,
Vertrauen wieder herzustellen, sind klare Regeln, ist Transparenz,
sind Produkte, die sowohl der Käufer als auch der Verkäufer
verstehen.

Die Globalisierung des Handels mit Aktien und Devisen hat Banken
in aller Welt gezwungen, sich selbst immer wieder neu zu erfinden.
Dabei scheint mit einigen auch in Deutschland zuweilen die Fantasie
durchgegangen zu sein. Es ist Aufgabe der Politik, Fantasten mit
Gesetzen wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Davor schreckte




die schwarz-gelbe Bundesregierung zurück. Die große Koalition aber
ist stark genug, es zum Wohle der Bürger, des Mittelstandes, der auf
die Hilfe der Geldinstitute angewiesen ist, und letztlich für die
Banken selbst mit der mächtigen Finanzwirtschaft aufzunehmen. Sie
sollte es tun, ehe Deutsche Bank und Co. ihren letzten Kredit bei den
Kunden verspielt haben



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten(at)westdeutsche-zeitung.de
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Datum: 23.12.2013 - 19:21 Uhr
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