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Westdeutsche Zeitung: Gesundheitspolitiker wollen Termingarantie für Arztbesuch - Plan packt das Problem nicht an der Wurzel
Ein Kommentar von Anne Grages

ID: 977587

(ots) - Ach, das wäre wirklich schön - wenn ein Termin
beim Kardiologen oder der Frauenärztin demnächst nicht erst in ferner
Zukunft, sondern in absehbarer Zeit zu haben wäre. Man müsste sich
nicht mehr so lange über die eigene Gesundheit oder die von
Angehörigen sorgen, die Behandlungen könnten schneller greifen, und
man würde sich sogar als Kassenpatient wieder mehr geschätzt fühlen.

Insofern haben Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) bei den
Koalitionsverhandlungen zum Thema Gesundheit den Finger auf eine seit
langem schwärende Wunde gelegt. Heißt das: Problem erkannt, Problem
gebannt? Leider nein, denn für eine so einfache Garantie-Lösung
krankt das gesetzliche Gesundheitssystem einfach an zu vielen
Stellen.

Da ist es als erstes schon nicht sinnvoll, mit den neuen
Serviceeinheiten für die Terminvergabe eine zusätzliche bürokratische
Einheit aufzubauen. Das sollen mit den Krankenkassen und den
Kassenärztlichen Vereinigungen auch noch zwei Einrichtungen mit
auseinanderstrebenden Interessen übernehmen. Da weiß man doch im
voraus, dass dabei weder die preisgünstigste noch die beste Lösung
herauskommen kann.

Und wo soll die schöne neue Serviceeinheit die Termine dann bitte
herzaubern? Denn auch wenn Mediziner Privatpatienten aus
wirtschaftlichen Gründen bevorzugen, sollte man ihnen in der
Behandlung von Kassenpatienten deshalb nicht Nachlässigkeit oder
Bequemlichkeit vorwerfen. Die meisten dürften sich im Rahmen des
vorgegebenen Systems gut um die Kranken kümmern. Das Ausweichen auf
eine ambulante Behandlung im Krankenhaus ist unter den derzeitigen
Bedingungen auch keine Lösung. Den Kliniken dürfte es zwar gut
gefallen, sich aus dem Honorartopf der niedergelassenen Ärzte zu
bedienen. Doch sie haben selbst Personalnot, in Fachabteilungen von
Unikliniken beispielsweise wartet man heute schon länger auf einen




Termin als beim Facharzt.

Die Ungerechtigkeiten im Gesundheitssystem sind nicht mit einem
kleinen Piekser zu beheben, sondern sitzen tiefer. Da müsste man
energisch das Skalpell ansetzen, statt weiter die Kosten pro Patient
und nicht pro erforderlicher Behandlung zu deckeln.



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Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten(at)westdeutsche-zeitung.de

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Datum: 08.11.2013 - 20:04 Uhr
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