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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR
Papst Franziskus in Brasilien
Mehr Glauben als Glänzen
EIKE J. HORSTMANN

ID: 916830

(ots) - Papst Franziskus macht Schluss mit kirchlichem
Pomp. "Mehr Glauben als Glänzen" lautet seine Devise, die er auch
jetzt in den Favelas von Rio de Janeiro vorlebt. Gleich bei seiner
Amtseinführung forderte er "eine arme Kirche für die Armen". Daher
ist es ein starkes Symbol, dass sich der Papst unter die Armen der
brasilianischen Metropole mischt. Es ist ein Symbol, das ankommt. Die
Zeit ist vorbei, in der die armen Sünder beim Anblick der glänzenden
Altäre und pompösen Rituale vor Ehrfurcht erstarrten. Ganz im
Gegenteil wenden sich viele Gläubige auch deshalb enttäuscht von der
Kirche ab, weil sie sich von den alten Männern in all ihrem Luxus
weder verstanden noch vertreten fühlen. Franziskus gibt diesen
Menschen die Hoffnung, dass es ein Umdenken gibt und dass es nicht
nur bei Symbolen bleibt. Der neue Papst unterscheidet sich von seinen
Vorgängern nicht nur dadurch, dass er statt eines goldenen Kreuzes
eines aus Stahl trägt. Auch sein Name legt nahe, dass sich im Vatikan
einiges ändern wird. Franziskus beruft sich auf Franz von Assisi, zu
dem der Überlieferung nach Christus sprach: "Geh und baue mein Haus
wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät." Der
heilige Franziskus baute nach dieser Vision das Gotteshaus San
Damiano wieder auf. Der ihm folgende Papst muss nun die Erneuerung
der gesamten katholischen Kirche stemmen. Unmittelbar vor seiner Wahl
bezeichnete er diese noch als "egoistisch" und "krank", die statt
verkündend zu den Menschen zu gehen eher um sich selbst kreise. Dass
er dies ändern will, ist die konsequente Fortsetzung seines
bisherigen Wirkens. In seiner Zeit als Bischof von Buenos Aires
besuchte Franziskus als "Kardinal der Armen" die sozialen Brennpunkte
der Stadt. Er kritisierte die argentinische Politik, prangerte
Korruption und Armut an. Als Papst lenkte er nun die Augen der Welt




auf das Elend der Flüchtlinge auf Lampedusa. Und statt einzelnen
Regierungen die Leviten zu lesen, geißelte er unlängst das Gebaren
der Finanzmärkte. "Geld muss uns dienen, nicht über uns herrschen",
sagte Franziskus einer Gruppe neuer Botschafter im Vatikan - eine
Botschaft, die vielen Menschen aus dem Herzen spricht. Durch seinen
Verzicht hat Franziskus viel Popularität gewonnen. Nun wird es darauf
ankommen, wie weit er diesen Rückhalt für Reformen zu nutzen
versteht. Er wird die Strukturprobleme der Kurie allerdings nicht
allein dadurch lösen, dass er im Gästehaus Santa Marta wohnt.
Kircheninterne Kritiker werden ihre Forderung nach mehr Mitsprache
nicht fallenlassen, nur weil der Pontifex keinen Hermelin mehr trägt.
Und der Skandal um die Vatikanbank wird sich nicht in Luft auflösen,
weil Franziskus Armut predigt. Hier hilft nur Anpacken. Aber auch
hier besteht Hoffnung, dass es der neue Papst ernst meint. Mit seiner
Bescheidenheit hat der Papst der Kirche ein neues, glaubwürdigeres
Gesicht verliehen. Viele Geistliche nehmen sich inzwischen an ihm ein
Beispiel. Andere wiederum klammern sich an ihren Luxus. Doch genau
die werden sich schon bald von den Gläubigen fragen lassen müssen,
wie aufrichtig ihr Einsatz für die Armen ist.



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