Mitteldeutsche Zeitung: zu Merkel/Putin
(ots) - Es mag noch gemeinsame Interessen geben,
Wirtschafts- und Handelsinteressen etwa. Eine Gesprächsebene, auf der
Konflikte zu klären wären und ein Einvernehmen in Grundsatzfragen
hergestellt werden könnte, existiert aber nicht mehr. Wladimir Putin
wendet sich ab. Es ist eine beleidigte Abkehr. Die demonstrative
Abwehrhaltung nach außen soll vor allem nach innen wirken.
Ausländische Agenten, wie sie nach Putins Verständnis in sämtlichen
Nichtregierungsorganisationen Russlands zu finden sind, arbeiten
selbstverständlich für ihre Auftraggeber im feindlichen Ausland, in
den USA, in Deutschland, dem Westen generell. Gegen sie will er die
vermeintliche Mehrheit der Erniedrigten und Beleidigten im eigenen
Land mobilisieren. Diese Politik trägt zunehmend irrationale Züge.
Merkels fröhliche Unerschrockenheit ist wahrscheinlich die einzige
Art ihr zu begegnen.
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Hartmut Augustin
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Datum: 21.06.2013 - 20:14 Uhr
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