WAZ: Ein gestohlenes Leben
- Kommentar von Dirk Hautkapp
(ots) - In Amerika verlangen selbst die finstersten
Geschichten nach einem Happy End. Darum wird es mit einiger
Vorhersehbarkeit so sein, dass Amanda Berry, Georgina DeJesus und
Michele Knight bald als Symbole der Hoffnung herhalten müssen. In
Interviews, Büchern und Psychostudien. Über das sprachlos machende
Gefängnis von Unterdrückung und Missbrauch, über die Hölle
schlechthin, in der sich die drei jungen Frauen aus Cleveland
befunden haben, wird nur noch am Rande die Rede sein. Dabei ist es
nicht der erste "American Fritzl" und die erste "American Kampusch",
die zum Innehalten zwingen. In Cleveland, so viel darf man schon
sagen, ist den Ermittlungsbehörden die Ausdauer abhanden gekommen,
entschlossen bis zum Letzten nach den Verschwundenen zu suchen. Und
Nachbarn, die sich jetzt tränenreich in den Armen liegen, haben
jahrelang ihre sozialen Antennen auf Nicht-Empfang gestellt. Wie
konnte das geschehen? Darüber zu reden, die Unempfindlichkeit für die
unmittelbare Umwelt zu sezieren, das wäre sinnvoll. Sinnvoller, als
sich einreden zu wollen, dass man nichts ahnen konnte von der
unfassbaren Tragödie nebenan.
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Datum: 07.05.2013 - 19:17 Uhr
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