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Westdeutsche Zeitung: Für den Lkw-Verkehr gesperrte Autobahnbrücke =
von Peter Kurz

ID: 774749

(ots) - Wenn die Behörden von jetzt auf gleich eine
wichtige Autobahnbrücke für den Lkw-Verkehr sperren, so kann man das
wohlwollend bewerten: Wir sind in guten Händen, die Behörden
reagieren rechtzeitig, haben alles im Griff. Aber da ist auch ein
eher mulmiges Gefühl: Wenn die Lkw eine Bedrohung für die
Tragfähigkeit der Brücke sind - wie sicher dürfen sich dann
eigentlich die anderen Verkehrsteilnehmer fühlen? Verdrängt man diese
Furcht, so bleibt vor allem der Ärger über den Schaden. Der Fall der
Leverkusener Brücke treibt die Kosten in doppelter Hinsicht. Zum
einen wird der Politik nun gar nichts anderes übrig bleiben, als die
Mittel für die dringend notwendige Reparatur der Brücken
aufzustocken. Schon jetzt sind für 300 als sanierungsbedürftig
erkannte Brücken in NRW 3,5 Milliarden Euro eingeplant. Aber es
entstehen noch weitere Kosten - für die Halter der 20 000 Lkw, die
bisher täglich über die nun für sie gesperrte Brücke gelenkt wurden
und jetzt kostenintensive Umwege in Kauf nehmen müssen. Und dabei
auch für Staus und Zeitverlust bei anderen Verkehrsteilnehmern auf
den Ausweichstrecken sorgen werden. Bezahlen müssen es natürlich
nicht nur die direkt betroffenen Spediteure, sondern wir alle - als
Steuerzahler. Wir zahlen dafür, dass in der Vergangenheit nicht
vorausgesehen wurde, dass der Güterverkehr so zunehmen würde. Wir
zahlen dafür, dass die Wirtschaft die Autobahnen zu ihrem Lagerraum
umfunktioniert hat - mit ihrer Just-in-Time-Lieferung erspart sie
sich teure Lagerkapazitäten. Aber zeigen wir nicht mit dem Finger auf
"die Wirtschaft". Nehmen wir alle es nicht als selbstverständlich,
dass wir im Supermarkt Joghurt aus Bayern im Angebot finden? Und,
bitteschön, möglichst billig. Das Bedenkliche an der Sache ist vor
allem, dass die bisherigen Zustände - beschädigte




Verkehrsinfrastruktur, Stauprobleme, aber auch tödliche Unfälle durch
Lkw - nicht zu einem Umdenken führen. Im Gegenteil. Güterverkehr auf
die Schiene zu bringen - solche alten Ideen werden doch nur
belächelt. Was stattdessen passiert: Da gibt es vom
Bundesverkehrsministerium unterstützte Tests mit noch größeren Lkw,
den Gigalinern: knapp 19 Meter lang, 40 Tonnen schwer. Wie wäre es
mal mit etwas mehr Weitblick?



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten(at)westdeutsche-zeitung.de
www.wz-newsline.de

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Datum: 30.11.2012 - 19:27 Uhr
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