InternetIntelligenz 2.0 - Aufspaltung muss nicht sein

InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Aufspaltung muss nicht sein

ID: 690116

Aufspaltung muss nicht sein

(pressrelations) -
Laut Handelsblatt kann sich Finanzminister Wolfgang Schäuble eine Trennung der europäischen Großbanken in Geschäfts- und Investmentbanken vorstellen, um so das Bankensystem strenger zu regulieren. Dabei ist ein solch radikaler Schritt in dieser Form nicht unbedingt nötig.

Die Trennung der Geschäftsfelder hätte gewiss ihre Vorteile: Bisher gibt es für die Banken kaum Anreize, im Investmentbanking risikoaverser zu agieren. Denn der Euro-Rettungsschirm springt im Notfall mit Steuergeldern strauchelnden Banken zur Seite ? und schützt damit nicht nur das so wichtige Kreditgeschäft, sondern auch die Geschäfte des Investmentbankings. Durch die Trennung von Investment- und Geschäftsbanken könnten die Staaten nur die Einlagen der kreditvergebenen Geschäftsbanken durch Steuergelder garantieren, während Investmentbanken im vollen Umfang selbst für ihre Geschäfte haften müssten. Damit würden sich manche Investmentbanken zweimal überlegen, wie sie handeln.

Dabei wird jedoch eines übersehen: Nicht überall wird gedankenlos mit Geld jongliert ? Investmentbanking hilft zum Beispiel Unternehmen, sich durch geeignete Finanzprodukte gegen Währungsrisiken abzusichern. Riskanter und problematischer ist vielmehr der Eigenhandel der Banken. Dieser müsste stärker reguliert werden. Besonders das dem Eigenhandel zugrundeliegende haftende Eigenkapital müsste deutlich erhöht werden, sodass bei jedem neuen Geschäft die Haftung eindeutig bei der Bank selbst liegt.

Will man die beiden Geschäftsbereiche innerhalb der Banken stärker voneinander trennen, braucht man also nicht unbedingt ein Trennbankensystem. Zumal das Universalbankensystem sich bisher als sehr stabil erwiesen hat. Die Deutsche Bank ist hier ein Idealbeispiel: Sie kam bis heute ohne Staatshilfe aus ? trotz eines dominanten Investmentbankinganteils. Außerdem konnte sie noch durch die Übernahme der Postbank ihr Kundengeschäft stärken und so auch den klassischen Geschäftsbereich weiter ausbauen.





Es zählt vor allem das Risikomanagement der Bank. Landesbanken wie die WestLB haben hier große Fehler gemacht und sind in die Pleite gestürzt, weil sie zu große Risiken bei amerikanischen Hypothekenpapieren eingegangen sind.

Insgesamt wäre eine schrittweise interne Abtrennung vom Investment- und Kundengeschäft zu bevorzugen. So könnten weiterhin alle klassischen Vorteile des Universalbankensystems genutzt werden, wie Kostenvorteile und eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit. Zudem könnte das Kundengeschäft weiter bestehen, auch wenn das Investmentbanking ausfällt. Durch eine schrittweise interne Trennung kann ein sogenanntes Bridge-Banken-System aufgebaut werden: Das bedeutet, dass im Ernstfall bei einer Bank die realwirtschaftlichen, primär wichtigen Geschäftsbereiche herausgetrennt werden und der nicht-systemrelevante Teil am Kapitalmarkt verkauft werden könnte.


Kontakt:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)
Gustav-Heinemann-Ufer 84-88
50968 Köln

Telefon: (02 21) 49 81-510
Telefax: +49 221 4981 533

Mail: welcome(at)iwkoeln.de
URL: http://www.iwkoeln.de/

Weitere Infos zu diesem Fachartikel:

Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Unsichere Wirtschaftslage hemmt Outsourcing-Geschäft in Europa nach wie vor Maßgeschneiderte Unterstützung für Jugendliche mit schweren Behinderungen
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 30.07.2012 - 14:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 690116
Anzahl Zeichen: 0

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Dieser Fachartikel wurde bisher 123 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Aufspaltung muss nicht sein"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.295
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 141


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.