InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

NRZ: Vager Vorstoß - Kommentar zur Reichenabgabe von Peter Hahne

ID: 678684

(ots) - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
hat einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht. Zwangsanleihen und
einmalige Abgaben auf hohe Privatvermögen sollen zum Abbau der
Staatsschulden in Europa beitragen. Die "Reichenabgabe" schlage nicht
auf den Konsum durch und wirke der wachsenden Ungleichheit entgegen.
Da ist was dran. Und doch weckt der Begriff "Zwangsanleihe" unschöne
Assoziationen. Ältere dürften sich an den "Wehrbeitrag" von 1913 oder
an das "Reichsnotopfer" von 1919 erinnert fühlen. Wem das zu weit
zurück liegt, hat vielleicht noch die "Investitionshilfeabgabe" von
1982 im Hinterkopf, die am Ende das Verfassungsgericht einkassierte.
Kurzum: Zwangsanleihen und Sonderabgaben sind für absolute Notzeiten
reserviert und kommen heute schnell mit dem Grundgesetz in Konflikt.
Im Übrigen bleiben die Details des DIW-Vorstoßes vage. Wie sollen
Immobilien und Sachvermögen berücksichtigt werden? Schlägt der
Fiskus, wie den Forschern vorschwebt, bereits ab 250 000 Euro
Vermögen zu, würden auch nicht nur "Reiche", sondern die breite
Mittelschicht zur Kasse gebeten. Das geht zu weit. Wer hierzulande
für eine bessere Verteilung des Wohlstandes kämpft, kann mit einer
einfachen Vermögenssteuer mehr erreichen. Das heißt nicht, dass das
DIW-Konzept sofort in den Schredder gehört. Tatsächlich weisen gerade
Krisenstaaten wie Italien, Griechenland oder Portugal ein ungeheures
Missverhältnis zwischen hohen Privatvermögen und öffentlichen
Schulden auf. Gelänge es hier, auch nur einen kleinen Teil dieser
Vermögen für den Staat zu mobilisieren, wären die hohen
Staatsschulden Geschichte. Griechische Reeder und italienische
Steueroptimierer könnten die sogenannte Schuldenkrise mit einem
Schlag lösen. Ob das mit einer Zwangsanleihe oder über andere Abgaben
passiert, ist nebensächlich - wichtig ist, dass nicht wie bislang nur




ärmere Menschen über eine Kürzung der Staatsausgaben die Lasten der
Krise tragen.



Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042616

Weitere Infos zu diesem Fachartikel:

Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Artikelserie Schimmel - Teil 6 SPD-Innenexperte Reichenbach: Verfassungsschutzbehörden
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.07.2012 - 19:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 678684
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Essen


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 120 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"NRZ: Vager Vorstoß - Kommentar zur Reichenabgabe von Peter Hahne"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 73


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.