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Gesundheitsökonom: Mehr ambulante Behandlung macht viele OPs überflüssig

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(dts) - Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat eine neue Debatte um Knie- und Hüftoperationen für Senioren angestoßen um die Gesamtzahl der OPs verringern. Wie die "Bild-Zeitung" berichtet, unterstützen Experten den Vorstoß. Gesundheitsökonom Thomas Drabinski (Uni Kiel) sagte: "Kassen-Patienten werden im Vergleich zu Privat-Patienten immer häufiger in Krankenhäusern operiert. Diese Entwicklung ist langfristig nicht finanzierbar. Deshalb sollte nicht immer sofort operiert, sondern mehr ambulant behandelt werden - was langfristig viele Operationen überflüssig machen würde." CDU-Politiker Philipp Mißfelder hatte 2003 mit der Aussage, 85-Jährige sollten keine künstliche Hüfte mehr "auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen", heftigen Streit ausgelöst. Jetzt sagt er zu "Bild": "Ich habe schon 2003 auf das Problem hingewiesen und viel Kritik geerntet. Ich habe daraus gelernt, dass die Generationen aufeinander zugehen müssen. Fast 10 Jahre später und trotz zweier großer Gesundheitsreformen hat sich die Lage noch verschärft. Die Ehrlichkeit von Gesundheitsminister Bahr ist ehrenwert, aber nicht genug. Die Politik hat den Menschen das Ausmaß der demographischen Katastrophe verschwiegen." SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich kritisch: "Solche Eingriffe sind ein großer Glücksfall für den Erhalt der Mobilität, vor allem bei älteren Menschen. Hier aus Prinzip zu sparen, wäre der falsche Ansatz. Es darf nicht dazu führen, dass Prothesen für Alte rationiert werden. Wer länger beweglich bleibt, kommt länger ohne Pflege aus. Wir brauchen ein besseres Qualitätsmanagement, damit tatsächlich unnötige OPs vermieden werden." Minister Bahr verteidigte seinen Vorstoß: "Wir können in Deutschland stolz sein, dass jede notwendige Behandlung für die Patienten erfolgt. Krankenkassen beklagen die steigenden Ausgaben durch steigende Fallzahlen von einigen Krankenhäusern. Der gesetzlich festgesetzte Preisabschlag bei außerplanmäßigen Mehrleistungen ist ausgelaufen. Die Koalition will ihn daher verlängern. So werden die Interessen von Patienten und Beitragszahlern gewahrt. Auch weiterhin gilt: Niemand muss in Deutschland Sorge haben, dass eine notwendige Behandlung verweigert wird."



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Bereitgestellt von Benutzer: dts
Datum: 03.05.2012 - 07:05 Uhr
Sprache: Deutsch
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