InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Westfalenpost: Kommentar zu Extremismus / NPD / Verbot / Gefahr / Demokratie / Eine Debatte dient als Frust-Ableiter/ NPD-Verbot wieder im Gespräch / Von Winfried Dolderer

ID: 599823

(ots) - Verfassungsfeindlich? Aber natürlich. Die NPD würde
das nie bestreiten. Im Gegenteil, sie ist stolz darauf. "Demokratie"
ist für sie ein Schimpfwort. Politische Gegner schmäht sie als
"Systemparteien" und droht ihnen mit Verfolgung. Das Grundgesetz
verunglimpft sie als volksfremdes Diktat der Sieger über das Dritte
Reich. Von der Würde des Menschen hält sie auch nichts. Menschen
nichtdeutscher Herkunft will die NPD vertreiben. Da könnte man sich
fragen, ob die Innenminister, wenn sie morgen beraten, eigentlich
viel zu diskutieren haben: Verbieten, was denn sonst? Genau für
solche Fälle haben die Autoren des Grundgesetzes das Parteienverbot
ja vorgesehen. Als Lektion aus dem Scheitern der Weimarer Republik.
Zum Schutz der Demokratie gegen ihre Feinde. Soweit die Theorie. In
der Praxis ist das Verbot einer Neonazi-Partei schon einmal
vorgekommen. Das ist jetzt allerdings 60 Jahre her, und von Dauer ist
es nicht gewesen, sonst dürfte es die NPD gar nicht geben. Im
Gegenteil, ein erster Versuch, auch dieser Partei den Garaus zu
machen, ist 2003 vor dem Bundesverfassungsgericht schmachvoll
gescheitert. Zur Praxis gehört auch, dass die Diskussion über ein
NPD-Verbot die Funktion eines Frustableiters hat. Sie kommt immer
dann auf, wenn die Politik das Bedürfnis verspürt, gegen
rechtsextreme Umtriebe Wehrhaftigkeit zu demon- strieren und sich
anders nicht zu helfen weiß. Das war vor zehn Jahren so, als die
Empörung über antisemitische Gewalttaten in den damaligen
Verbotsantrag mündete. Heute beflügeln Scham und Entsetzen über die
Mordtaten eines Nazi-Trios die Innenminister. Sie sind jetzt sogar
bereit, jene V-Leute in der NPD "abzuschalten", an denen die
Verfassungsrichter Anstoß genommen haben. Ist damit alles klar? Nicht
unbedingt. Das Gericht wird nicht nur fragen, ob die NPD die
Demokratie verachtet. Sondern vor allem, ob sie tatsächlich eine




Gefahr für die Demokratie ist. Wenn nicht, könnte ein Verbot dem
Rechtsgrundsatz der Verhältnismäßigkeit widersprechen. Nicht zuletzt
das werden die Minister zu bedenken haben, bevor sie sich
entschließen, nochmals nach Karlsruhe zu ziehen. So groß das Ärgernis
auch sein mag.



Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Weitere Infos zu diesem Fachartikel:

Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  WAZ: Mut zum Verbot. Kommentar von Miguel Sanches Linken-Chef Ernst für gemeinsame Resolution der Bundestagsfraktionen zum NPD-Verbot
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.03.2012 - 19:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 599823
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Hagen


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 107 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Extremismus / NPD / Verbot / Gefahr / Demokratie / Eine Debatte dient als Frust-Ableiter/ NPD-Verbot wieder im Gespräch / Von Winfried Dolderer"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Westfalenpost



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.294
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 1
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 117


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.