InternetIntelligenz 2.0 - ABSCHOTTEN, ABWÄLZEN, ABSCHIEBEN - EUROPAS INTERPRETATION VON FLÜCHTLINGSSCHUTZ

InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

ABSCHOTTEN, ABWÄLZEN, ABSCHIEBEN - EUROPAS INTERPRETATION VON FLÜCHTLINGSSCHUTZ

ID: 266576

ABSCHOTTEN, ABWÄLZEN, ABSCHIEBEN - EUROPAS INTERPRETATION VON FLÜCHTLINGSSCHUTZ

(pressrelations) -
29. September 2010 - Amnesty International und PRO ASYL haben die Blockade einer weiteren Harmonisierung des Asylrechts in der Europäischen Union (EU) durch die Bundesregierung kritisiert. Abschotten, abwälzen, abschieben - so interpretieren die EU und Deutschland den Flüchtlingsschutz. Das war das Fazit der Organisationen bei der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin zum diesjährigen bundesweiten Flüchtlingstag am 1. Oktober 2010.

"Italien versenkt die Menschenrechte im Mittelmeer, indem es Tausende Flüchtlinge nach Libyen abdrängt", sagte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. "Die EU schaut zu. Sie verhandelt mit Muammar al-Gaddafi sogar über ein Polizeiabkommen." Libyen hat die Genfer Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet und missachtet die Menschenrechte. Flüchtlinge werden inhaftiert, misshandelt und abgeschoben. "Deutschland muss sich in der EU, insbesondere gegenüber Italien, gegen eine Kooperation mit Libyen einsetzen", forderte Julia Duchrow, Asyl-Expertin von Amnesty International in Deutschland.

Beide Organisationen kritisierten die Kehrtwende von Deutschland und Frankreich in der EU-Asylpolitik, insbesondere bei Änderungen zur Zuständigkeitsregelung im Asylverfahren. Die EU-Kommission will u.a. erreichen, dass unbegleitete Minderjährige nicht mehr in Haft genommen werden und Rechtsmittel gegen Überstellungen aufschiebende Wirkung haben. "Unterm Strich geht es darum, Flüchtlinge aus Deutschland fern zu halten", so Duchrow. "Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung Flüchtlingen keinen wirksamen Rechtsschutz gegen Überstellungen nach Griechenland gewähren will", sagte Burkhardt. Griechenland sei mit der Aufnahme von Flüchtlingen überfordert, es gebe kein funktionierendes Asylsystem.

Nach Ansicht von Amnesty International und PRO ASYL prägt die Abwehrhaltung auch den Umgang mit Asylsuchenden und Geduldeten in Deutschland. "Eine großzügige Bleiberechtsregelung ist überfällig. Das zeigt die drohende Abschiebung von Roma aus dem Kosovo", sagte Burkhardt. "Die Betroffenen landen im Kosovo buchstäblich auf der Müllkippe!" So sieht es auch Imke Dierßen, Europa-Expertin von Amnesty: "Roma werden im Kosovo systematisch diskriminiert, können kein Leben in Sicherheit und Würde führen. Davor verschließen die deutschen Behörden die Augen." Beide Organisationen forderten einen sofortigen Abschiebestopp in den Kosovo.






Amnesty International
Pressestelle
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin

T: +49 (0)30 420248-306
F: +49 (0)30 420248-321
E: presse(at)amnesty.de

Weitere Infos zu diesem Fachartikel:

Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Telekom modernisiert Flächenstruktur im Geschäftskunden-Service und -Vertrieb sowie bei der IT Europa spart sich auseinander
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 29.09.2010 - 18:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 266576
Anzahl Zeichen: 0

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Dieser Fachartikel wurde bisher 119 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"ABSCHOTTEN, ABWÄLZEN, ABSCHIEBEN - EUROPAS INTERPRETATION VON FLÜCHTLINGSSCHUTZ"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Amnesty International (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Amnesty Report 2025/26: Deutschland am Scheideweg ...

- Der Amnesty-Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte weltweit offenbart verschärfte Menschenrechtskrise- Politik der US-Regierung ist systematischer Angriff auf die Menschenrechte- Zivilbevölkerung in Iran ist doppelt bedroht- Forderung an deuts ...

Alle Meldungen von Amnesty International



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.297
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 2
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 128


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.