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Dritte Hitzewelle droht: Ingenieur verrät, wie man Häuser für die Zukunft hitzefest macht–mitüberschaubaren Kosten

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(ots) - Die nächste Hitzewelle steht bevor und viele Häuser heizen sich im Sommer immer stärker auf. Klimaanlagen sind jedoch teuer im Betrieb und für viele Eigentümer keine langfristige Lösung. Dabei gibt es bereits mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand Möglichkeiten, Gebäudebesser vor Hitze zu schützen und das Raumklima deutlich zu verbessern.

„Viele Hausbesitzer glauben, Hitzeschutz sei nur mit einer teuren Sanierung möglich. Tatsächlich lassen sich schon mit gezielten Maßnahmen große Effekte erzielen – wenn man an den richtigen Stellen ansetzt“, sagt Dr. Peter Burnickl, Geschäftsführer der Pro Bauherr GmbH. Nachfolgend erfahren Sie, wie sich Wohnhäuser mit überschaubaren Investitionen fit für immer heißere Sommer machen lassen, welche Maßnahmen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten und welche Fehler Eigentümer beim sommerlichen Hitzeschutz vermeiden sollten.

Beim Hitzeschutz kommt es auf die richtige Reihenfolge an

Wer sofortüber eine Klimaanlage nachdenkt, setzt aus Sicht des Experten am falschen Ende an. „Der teuerste Fehler beim Hitzeschutz ist nicht die falsche Maßnahme, sondern die falsche Reihenfolge. Wer die Sonne erst in den Raum lässt und dann versucht, sie wieder herauszukühlen, kämpft gegen Physik – und zahlt dafür jeden Sommer“, erklärt Burnickl.

Sommerlicher Wärmeschutz sollte deshalb drei Schritten folgen: Zunächst gilt es, möglichst wenig Sonnenenergie ins Gebäude gelangen zu lassen. Anschließend muss die vorhandene Wärme während der kühleren Nachtstunden abgeführt werden. Erst danach kommt aktive Kühlung ins Spiel.

Den größten Hebel bietet außenliegender Sonnenschutz. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei einem zwei Quadratmeter großen Westfenster mit Dreifachverglasung und einer abendlichen Einstrahlung von rund 600 Watt pro Quadratmeter gelangen ohne Sonnenschutz etwa 600 Watt Wärmeleistung in den Raum. Eine helle Innenjalousie reduziert den Wert auf rund 450 Watt, ein außenliegender Raffstore dagegen auf etwa 150 Watt.





Innenliegende Jalousien verschatten zwar den Raum, die Sonnenenergie hat die Verglasung dann jedoch bereits passiert. Außenliegende Raffstores, Rollläden oder Markisen fangen einen erheblichen Teil der Strahlung vorher ab.

Auch finanziell bleibt eine Nachrüstung überschaubar: Zip-Screens kosten inklusive Montage grob 400 bis 900 Euro pro Fenster, motorisierte Vorbau-Raffstores etwa 800 bis 1.600 Euro. Im Neubau liegt der Mehrpreis für einen Aufsatz-Raffstore mit rund 300 bis 600 Euro pro Fenster deutlich niedriger.

Nachts muss die gespeicherte Wärme wieder raus

Selbst guter Sonnenschutz hält nicht jede Wärme fern. Sobald die Außentemperatur nachts unter die Raumtemperatur fällt, sollte deshalb möglichst viel kühlere Luft durch das Gebäude strömen. Besonders wirksam ist eine Querlüftung über gegenüberliegende Fenster oder unterschiedliche Geschosse.

Bei einem Raumvolumen von 100 Kubikmetern, einem dreifachen Luftwechsel und acht Kelvin Temperaturunterschied lassen sich rund 800 Watt Kühlleistung erreichen. Voraussetzung sind eine ausreichende Luftströmung und Bauteile, die die nächtliche Kühle speichern.

Im einfachsten Fall kostet diese Maßnahme kaum etwas. Wo Fenster nachts nicht ohne Weiteres geöffnet bleiben können, helfen etwa Insektenschutz, Absturzsicherungen oder geeignete abschließbare Fensterstellungen. Dafür fallen grob 200 bis 500 Euro pro Fenster an. Der mögliche Effekt liegt bei zwei bis vier Kelvin. Bei Erdgeschossfenstern sollte allerdings der Einbruchschutz berücksichtigt werden.

Bei Gebäuden mit Lüftungsanlage lässt sich der Luftwechsel nachts erhöhen. Dabei sollte jedoch bereits bei der Planung auf die Geräuschentwicklung geachtet werden, insbesondere in Schlafräumen.

Kleine Maßnahmen können spürbar helfen

Nicht jede Verbesserung erfordert größere bauliche Eingriffe. Ein Deckenventilator kostet beispielsweise etwa 150 bis 500 Euro. Er senkt die Raumtemperatur zwar nicht, kann das Temperaturempfinden durch die Luftbewegung aber deutlich verbessern. Bei rund 0,8 Metern pro Sekunde Luftgeschwindigkeit entspricht der wahrgenommene Effekt ungefähr drei Kelvin – bei einer Leistungsaufnahme von rund 30 Watt.

Bei stark aufgeheizten Dachgeschossen kann außerdem die Dämmung der obersten Geschossdecke sinnvoll sein. Dafür werden grob 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter angesetzt.

Unterschätzt wird zudem die Steuerung des Sonnenschutzes. Ein Raffstore wirkt schließlich nur, wenn er rechtzeitig geschlossen wird. Automatische Systeme können daher besonders sinnvoll sein, wenn tagsüber niemand zu Hause ist.

Aktive Kühlung kommt erst zum Schluss

Sind Verschattung und Nachtauskühlung ausgeschöpft, kann aktive Kühlung zusätzlichen Komfort schaffen. Bei Neubauten eignen sich beispielsweise Wärmepumpen, die sowohl heizen als auch kühlen können. Über Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen lässt sich das Gebäude im Sommer temperieren. Dadurch sind etwa zwei bis drei Kelvin Kühlung möglich. Auch im Bestand kann sich diese Möglichkeit anbieten, wenn bereits Flächenheizungen vorhanden sind und ohnehin ein Heizungstausch ansteht.

Für einzelne häufig genutzte Räume können Monosplit-Klimageräte eine Alternative sein. Die Kosten liegen bei etwa 2.000 bis 4.000 Euro zuzüglich des laufenden Stromverbrauchs. Ist eine Photovoltaikanlage vorhanden, lässt sich ein Teil des benötigten Stroms gerade dann selbst erzeugen, wenn die Kühllast an sonnigen Tagen besonders hoch ist.

Entscheidend ist damit nicht eine einzelne Maßnahme, sondern deren Reihenfolge. Wer zunächst die Sonnenwärme draußen hält, anschließend die kühleren Nachtstunden nutzt und erst danach technisch kühlt, kann den sommerlichen Wärmeschutz auch im Bestand mit überschaubaren Investitionen deutlich verbessern.

Über Dr. Peter Burnickl:

Dr. Peter Burnickl hat sich zur Aufgabe gemacht, mit einem neuen Ansatz für nachhaltige, optimierte und wirtschaftliche Gebäude zu sorgen. Er ist der Geschäftsführer der Pro Bauherr GmbH und eingetragener Sachverständiger für Baukosten und technische Gebäudeausstattung. Als Ingenieur, Projektentwickler und Bauträger kennt er die Branche außerdem genau. Mit seinem Team unterstützt er Bauherren dabei, so zu bauen, dass alle Kosteneinsparpotentiale voll ausgeschöpft sind. Weitere Informationen unter: https://www.pro-bauherr.com/.

Pressekontakt:

Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion(at)dcfverlag.de

Pro Bauherr GmbH
Vertreten durch: Dr. Peter Burnickl
E-Mail: info(at)pro-bauherr.com
https://www.pro-bauherr.com


Original-Contentvon: Pro Bauherr GmbH,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 18.08.2026 - 15:19 Uhr
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