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Diesel verteuert Deutschlandticket: Deutsche Umwelthilfe warnt vor weiterem Preisanstieg und fordert Sofortentlastung

ID: 2265811

(ots) -
- DUH-Berechnung: Deutschlandticket könnte 2027 bis zu 66,40 Euro kosten
- Fossile Dieselabhängigkeit verteuert das Deutschlandticket: Bei vollständig elektrifizierter Flotte würde Preissteigerung nur etwa halb so hoch ausfallen
- DUH fordert Sofortentlastung durch bundesweit gültiges 29-Euro-Ticket für mindestens zwölf Monate

Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) könnte der Preis für das Deutschlandticket zum 1. Januar 2027 erneut steigen: von derzeit 63 Euro auf rund 66,40 Euro. Größter einzelner Treiber ist die Dieselpreisentwicklung. Der Dieselpreisindex stieg zuletzt um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während der Strompreisindex um 5,2 Prozent sank. Wäre der öffentliche Verkehr bereits vollständig elektrifiziert, läge die Preissteigerung demnach nur etwa halb so hoch. Bei rund 14 Millionen Tickets pro Monat entspricht dies rund 280 Millionen Euro pro Jahr, die die Fahrgäste wegen der fortdauernden fossilen Abhängigkeit zusätzlich zahlen. Darüber hinaus berücksichtigt die Preisformel weder die zusätzliche Klimawirkung eines günstigeren Tickets noch die dadurch vermiedenen Umwelt- und Gesundheitsschäden.

Die DUH fordert ein bundesweit gültiges 29-Euro-Ticket für zwölf Monate, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten und die klimafreundliche Verkehrswende voranzutreiben.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:"Bund und Länder setzen mit der erneuten Verteuerung eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang: Steigende Preise, weniger Abos, sinkende Einnahmen und damit noch mehr Druck für die nächste Preiserhöhung. Gerade angesichts der hohen Spritpreise müsste das Deutschlandticket die Menschen entlasten und ihnen eine bezahlbare Alternative zum Auto bieten. Der Bund gibt aber lieber Milliarden für kurzfristige Spritsubventionen aus. Das ist besonders absurd, weil ausgerechnet die Dieselabhängigkeit den Ticketpreis nach oben treibt. Wir fordern vom neuen Verkehrsminister Bilger die vollständige Elektrifizierung desöffentlichen Verkehrs, ein bundesweit gültiges 29-Euro-Ticket für mindestens zwölf Monate als Sofortentlastung und anschließend einen stabilen Preis von maximal 49 Euro."





Hintergrund:

Ab 2027 soll der Preis des Deutschlandtickets jährlich nach einer von der Verkehrsministerkonferenz beschlossenen Formel angepasst werden. Diese berücksichtigt die Entwicklung von Personal-, Energie- und sonstigen Kosten sowie die nicht dynamisierten Zuschüsse von Bund und Ländern, nicht aber die positiven Effekte des Tickets fürdas Klima und die Volkswirtschaft. Da zum Zeitpunkt der Berechnung noch nicht alle vorgesehenen Ausgangsdaten vorlagen, hat die DUH einzelne Werte auf Grundlage aktuell verfügbarer Daten geschätzt. Bei den 66,40 Euro handelt es sich daher um eine vorläufige Prognose. Damit kommt die DUH aufdenselben Preis wie in dieser Woche der Tagesspiegel Background. Für den Vergleich mit einer vollständig elektrifizierten Flotte wurde der Dieselanteil der Preisformel rechnerisch durch den Strompreisindex ersetzt. Damit läge der Preis bei 64,70 Euro.

Eine Evaluation im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums bestätigt, dass das Deutschlandticket jährlich bis zu 3 Millionen Tonnen CO2 einspart und einen volkswirtschaftlichen Nutzen von bis zu 5 Milliarden Euro erzielt. Bei einem dauerhaft niedrigeren Preis wären Klimawirkung und volkswirtschaftlicher Nutzen noch erheblich größer.

Links:


- Zum Hintergrundpapier mit der vollständigen Berechnung: https://l.duh.de/p260806
- Zur Petition: https://mitmachen.duh.de/deutschlandticket/

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch(at)duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse(at)duh.de

www.duh.de


Original-Contentvon: Deutsche Umwelthilfe e.V.,übermittelt durch news aktuell


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