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TikTok-Trends"Sweet Sunburn"&"Tanmaxxing": Chefarzt warnt vor Hautschäden und Hautkrebs

ID: 2265721

(ots) -
- Prof. Christian Sander, Chefarzt der Hautklinik der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg:"Die gezielte Verursachung von Sonnenbränden für den vermeintlichen Schönheits-Glow erhöht das Risiko für Hautkrebs."

Auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram verbreiten sich unter den Stichworten"Sweet Sunburn"und"Tanmaxxing"(oder"UV-Maxxing") besorgniserregende Trends: Jugendliche und junge Erwachsene setzen sich gezielt der extremen Mittagssonne aus, verzichten auf Sonnenschutzcremes oder nutzen Bräunungsbeschleuniger und Bräunungsöle, um eine intensive Rötung oder extrem dunkle Haut zu erzielen. Prof. Dr. med. Christian Sander, Chefarzt der Hautklinik der Asklepios Klinik St. Georg (https://www.asklepios.com/sankt-georg/abteilungen-spezialistinnen/abteilungen/dermatologie) (Hamburg), warnt angesichts dieser Entwicklung eindringlich vor erheblichen gesundheitlichen Risiken und stellt klar:"Ein Sonnenbrand ist keinästhetisches Statement, kein Look , sondern ein Hilferuf der Haut, genauer: eine akute, zelluläre Brandverletzung der Haut mit dem klaren Risiko des Hautkrebses."

In Social-Media-Videos wird die leicht gerötete Haut fälschlicherweise als attraktiver"Sunburn-Look"verharmlost. Und die raffinierten Algorithmen der Plattformen verstärken diese vermeintlichen Schönheitsideale noch zusätzlich. Aus ärztlicher Sicht stellt diese Sichtweise jedoch eine gefährliche Fehleinschätzung dar."Es gibt medizinisch gesehen keinen gesunden Sonnenbrand und auch keine unbedenkliche Bräune", betont der Dermatologe Prof. Sander."Sobald sich die Haut rötet, liegt bereits eine Entzündung mit einer Schädigung der Zell-DNA vor. Die Haut reagiert mit einer Entzündung auf die ultraviolette Strahlung", so Prof. Sander, Chefarzt der Hautklinik der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg."Zu glauben, man könne die Haut durch schrittweises Abbrennen auf die Sonne vorbereiten oder einen ästhetischen Trend daraus machen, ist ein medizinischer Mythos mit potenziell tödlichen Folgen", so seine eindringliche Warnung. Die Vorstellung von Bräune als Schönheitsideal gehe dabei auf die Mode-Ikone Coco Chanel zurück, die schon vor rund 100 Jahren entgegen aller Traditionen (damals war vornehme Blässe das Zeichen von Wohlstand) erstmals gebräunte Models auf den Laufsteg schickte, so Prof. Sander, der zusammen mit seinem Teamin der Klinik jährlich viele Patient:innen mit einem schwarzem Hautkrebs (Melanom) und weißem Hautkrebs (Basaliom und Plattenepithelkarzinom) behandelt - alle in der Regel durch zu viel der gefährlichen UV-Strahlung verursacht, und dazu mit steigender Tendenz.





Drastisch erhöhtes Hautkrebsrisiko - Jugendsünden rächen sich im Alter

Besonders besorgniserregend ist die Zielgruppe der aktuellen Sonnenbräunungs-Trends: Vor allem Teenager und junge Erwachsene lassen sich auf Social Media dazu verleiten, bei maximalem UV-Index ohne Sonnenschutz zu bräunen. Prof. Dr. Sander appelliert daher auch an Eltern und Pädagogen, das Thema aktiv gegenüber Jugendlichen anzusprechen:"Social-Media-Trends kommen und gehen - aber die Schäden an der Haut bleiben ein Leben lang. Aufklärung, konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, also LSF 50, sowie das Meiden der prallen Mittagssonne sind unverzichtbar."

Die wissenschaftliche Bewertung einerüberhöhten Sonneneinstrahlung auf die Haut ist eindeutig:


- Risiko für Hautkrebs: Medizinische Fachgesellschaften weltweit warnen seit vielen Jahren eindringlich, dass Sonnenbrände in der Jugend das Risiko für ein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) deutlich erhöhen. Kontinuierliches Sonnenbaden erhöht das Risiko für den weißen Hautkrebs.
- Beschleunigte Hautalterung: UV-Strahlen zerstören die Kollagenfasern der Haut unumkehrbar. Die Folge sind frühzeitige, tiefe Falten, Pigmentflecken und ein dauerhafter Verlust der Hautelastizität.

Dermatologische Empfehlung: Gefahrlose Alternativen für den Sommer-Glow

"Wer auf einen braunen Teint im Sommer nicht verzichten möchte, muss seine Gesundheit dafür nicht aufs Spiel setzen", erläutert Prof. Dr. Sander. Die Vorschläge der medizinisch versierten Hautexperten setzen auf sichere Alternativen und die Bedeutung der Hautpflege nach dem (möglichst kurzen) Sonnenbaden:


-"Fake it, don t bake it"(Selbstbräuner&Bronzer): Dermatolog:innen empfehlen die Nutzung von Selbstbräunern oder Bronzern bzw. Make-up als einen Weg für einen sonnengeküssten Glow ohne gefährliche UV-Schäden. ("Fake it, don t bake it"ist ein Wortspiel aus dem Englischen und bedeutetübersetzt sinngemäß: Fälsche die Bräune, statt dich auszubacken , also in der Sonne zu verbrennen).

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