Pflege zu Hause: Wohin mit Pflegeabfällen und Verpackungen?

(ots) - Immer mehr Menschen werden zu Hause gepflegt.[1] Damit halten auch Medikamente, Pflege- und Hygieneprodukte Einzug in den Alltag vieler Familien - und mit ihnen Fragen rund um die richtige Entsorgung von Pflegeabfällen und Verpackungen. Wer solche Abfälle korrekt trennt, sorgt nicht nur für Hygiene, sondern ermöglicht auch das Recycling wertvoller Rohstoffe.
Fast fünf Millionen pflegebedürftige Menschen - das entspricht 86 Prozent aller Pflegebedürftigen - wurden Ende 2023 in den eigenen vier Wänden versorgt.[1] Seit Dezember 2021 ist ihre Zahl um gut ein Sechstel gestiegen.[1] Mit dieser Entwicklung fallen auch immer mehr Pflege- und Verpackungsabfälle in Privathaushalten an - von Medikamentenverpackungen über Einmalhandschuhe bis hin zu gebrauchten Inkontinenzprodukten. Wie diese richtig entsorgt werden, ist oft unklar."Mit der häuslichen Pflege verändert sich der Alltag - und damit auch die Art der Abfälle. Die richtige Entsorgung dient nicht nur der Hygiene. Viele Verpackungen von Pflege- und Hygieneprodukten bestehen aus wertvollen Rohstoffen, die recycelt werden können. Dafür müssen Verpackungen und Pflegeabfälle konsequent getrennt entsorgt werden", sagt Axel Subklew, Sprecher der Initiative"Mülltrennung wirkt". Die Initiative gibt einenÜberblick über die wichtigsten Entsorgungsregeln.
Eine Frage der Hygiene: Wohin mit Windeln, Pants und ihren Verpackungen?
Wichtig ist: Gebrauchte Windeln oder Pants dürfen auf keinen Fall in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack landen. Sie verunreinigen den gesammelten Verpackungsabfall und erschweren die spätere Sortierung. Sie gehören - ebenso wie Einwegunterwäsche, Inkontinenzeinlagen, Einmal-Schutzauflagen, Hygienetücher oder Einmalhandschuhe- in den Restmüll. Für eine hygienische Entsorgung empfiehlt es sich, gebrauchte Hygieneprodukte und Verpackungen bereits im Bad in getrennten Behältnissen zu sammeln. Verpackungen aus Kunststoff gehören anschließend in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack, Umverpackungen aus Papieroder Karton in die Altpapiertonne.
Heilende Salben, pflegende Cremes: Tiegel und Tuben richtig entsorgen
Aluminium- und Kunststofftuben für Salben, Gele oder Cremes gehören - vollständig entleert - in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Deckel aus anderem Material sollten abgeschraubt und getrennt von der Tube im Verpackungsmüll entsorgt werden, damit die Sortieranlagen die Materialien besser erfassen können. Auch leere Kunststofftiegel, etwa für in der Apotheke hergestellte Salben, gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Salbentiegel aus Glas werden nach Farben sortiert in die entsprechenden Altglascontainer geworfen.
Leere Kunststoffflaschen von Lotionen oder Desinfektionsmitteln gehören ebenfalls in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack - ebenso Pumpsprays aus Kunststoff sowie Schaum- oder Spraydosen aus Aluminium. Wichtig: Schaum- und Spraydosen müssen vollständig entleert sein. Geraten sie mit Inhalt unter Druck, zum Beispiel im Entsorgungsfahrzeug oder in der Sortieranlage, kann es zu gefährlichen Bränden oder Verpuffungen kommen.
Was tun mit Blisterverpackungen und Medizingläschen?
Tabletten oder Kapseln sind häufig in Blister- oder Durchdrückverpackungen aus Kunststoff und Aluminium verpackt. Vollständig entleert gehören sie in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Leere Medizingläschen und -flaschen werden nach Farben sortiert in die Altglascontainer entsorgt. Beipackzettel sowie Verpackungen aus Papier oder Karton gehören ins Altpapier.
Medikamente richtig entsorgen
Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel dürfen keinesfalls über Toilette oder Spüle entsorgt werden, da Arzneimittelrückstände das Grundwasser belasten und der Umwelt schaden. Wie Medikamente entsorgt werden, ist regional unterschiedlich geregelt. In vielen Kommunen können sie in der Restmülltonne entsorgt werden. Dafür verbleiben sie in ihrer Verpackung und werden sorgfältig verschlossen im Müllbeutel entsorgt. Ausnahmen gelten unter anderem für zahlreiche Asthmasprays oder Krebsmedikamente (Zytostatika). Hinweise dazu finden sich im Beipackzettel. Auch Apotheken oder Arztpraxen informieren über die richtige Entsorgung. In einigen Kommunen nehmen Schadstoffmobile oder Schadstoffsammelstellen auf Recyclinghöfen Arzneimittel entgegen. Manche Apotheken bieten zusätzlich eine freiwillige Rücknahme an.
Gefährliche Abfälle wie Einweg-Injektionsspritzen mit Nadeln müssen in einem stich- und bruchfesten Behälter gesammelt und anschließend sicher über den Restmüll entsorgt werden.
Informationen zur regionalen Entsorgung von Medikamenten bieten die kommunalen Abfallberatungen.
Bildmaterial und die Pressemitteilung zum Download sowie weitere Informationen zum Thema richtige Mülltrennung finden Sie unter: www.mülltrennung-wirkt.de/presse
Über"Mülltrennung wirkt"
"Mülltrennung wirkt"ist eine Initiative der dualen Systeme in Deutschland. Die dualen Systeme organisieren mit ihren Dienstleistern aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen. Grundlage für ihre Arbeit ist das Verpackungsgesetz. An der bundesweiten Initiative"Mülltrennung wirkt"sind aktuell zehn duale Systeme beteiligt. Gemeinsam wollen sieüber richtige Abfalltrennung und Recycling von Verpackungen aufklären, mit Irrtümern und Müllmythen aufräumen und möglichst viele Menschen zum Mitmachen motivieren.
[1] Statistisches Bundesamt: 5,7 Millionen Pflegebedürftige zum Jahresende 2023, Pressemitteilung Nr. 478 vom 18. Dezember 2024 (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/12/PD24_478_224.html)
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Datum: 03.08.2026 - 10:30 Uhr
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