Das Leiden am Erwachsenwerden und ein Weg aus der Sucht
Im Schatten des Lichts

(IINews) - „Ich starrte auf mein eigenes Spiegelbild, verschwommen und verzerrt, und fragte mich, wer dieses Gesicht war“, ist mehr als nur ein eben mal dahingeschriebener Satz von Laura Selina, der Autorin von ´Im Schatten des Lichts´, soeben im Leipziger I.C.H. Verlag erschienen.
Laura Selina leidet, wie andere auch, in und am Erwachsenwerden, wird von Mitschülern verspottet und gemobbt und flieht irgendwann vor diesen Stimmen in diverse Süchte. Gleitend, aber ganz bewusst, ohne sich wirklich völlig zu verlieren. Es ist ihr weiterhin möglich, sich zu erkennen und zu spüren, wie sie zu einer Fremden in ihrem eigenen Leben wird.
Aber erst einmal zurück zu diesem einen Satz, zurück zum Anfang. Denn dieser Satz beschreibt einen Beginn, einen Beginn in zweierlei Hinsicht. Er beschreibt den Moment, als sich für die Autorin ein Abgrund offenbart und gleichzeitig schon zumindest die Ahnung einer Lösung. Und vermutlich ist es diese Ahnung, die Laura Selina als eine „leise, schwache Flamme“ beschreibt, die sie vor dem völligen Absturz bewahrt, die sie rettet und die das ist, was sie vielen anderen voraus hat, die es nicht schaffen, ihrer Sucht, welcher auch immer, zu entkommen.
„Es war, als ob ein Nebel sich lichtete. All die Lügen, die ich mir erzählt hatte – dass der Rausch mich befreit, dass Schmerz bedeutet, lebendig zu sein, dass niemand mich verstehen kann – fielen in sich zusammen. Die Wahrheit war einfach und unerbittlich: Ich hatte mich selbst verloren.“
Man muss die Zeichen allerdings schon erkennen können, was nicht so einfach ist, wenn sie tatsächlich leise und schwach sind. Und vor allem erkennen wollen, die Augen öffnen, auf die Gefahr hin, etwas zu sehen, dass möglicherweise hässlich ist und schmerzhaft. Und genau das widerfährt der Autorin in diesem einen Moment, sie lässt es zu, trotz eines vor Spannung wild schlagenden Herzens. Der erste Schritt also, voller Mut, Verzweiflung und Neugier. Und sie hält, auch mit Hilfe von außen, stoppt diesen Weg in eine offensichtliche Katastrophe und sucht nach einem anderen, einem dort hinaus, einem sehr langsamen, einsichtigen, lohnenden, einen Weg, den sie in diesem Buch, auch für andere, beschreitet und beschreibt und der keineswegs nur Mühsal ist, sondern an dessen Rand jede Menge schöne Dinge zu finden sind, die es allemal wert sind zu gehen und zu gehen und zu gehen.
Und natürlich ist es folgerichtig, zu erzählen, wie es von diesem Moment an Stück für Stück aufwärts geht, wie das Leben besser wird und eine Heilung beginnt. Die Autorin tut das auch, nimmt die Leserinnen und Leser wirklich und tatsächlich an die Hand und hilft, wenn Hilfe nötig ist. Doch erscheint in diesem einen Moment auch etwas, das bislang nur so ganz nebenbei, fast vorsichtig angesprochen wurde: Schönheit. Eine Schönheit, die man in diesem Büchlein fühlen kann, wenn man es liest, eine Schönheit, die die Autorin offenbar in ihrem Leben findet und die sie beim Schreiben weitergibt. Und weil das doch sehr selten ist, sollte es zumindest erwähnt werden. Denn es ist schon mehr als nur ein Gewinn für ein Buch, ein Bild, einen Film, ein Lied, was auch immer, wenn es neben all dem Erzählen auch noch schön ist.
„Der Wind hatte den Regen fortgetragen und die Straßen glänzten wie ein verspiegeltes Labyrinth, in dem die Lichter der Stadt tanzten. Ich ging langsam, die Hände tief in den Taschen, und beobachtete die Welt um mich herum. Menschen eilten vorbei, eingehüllt in ihre eigenen Gedanken, Gesichter, die Geschichten erzählten, die ich nie kennen würde. Doch während ich ging, fühlte ich eine seltsame Ruhe. Es war nicht die Art von Frieden, die aus Freude entsteht, sondern eine Stille, die aus Akzeptanz wächst. Akzeptanz für die Wunden, die nicht mehr bluten, und für die Narben, die geblieben sind. Es war, als hätte ich endlich verstanden, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein, sondern einfach zu sein. Dass Stärke nicht das Fehlen von Angst ist, sondern der Mut, trotzdem weiterzugehen.“
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Honorarfreie Verwendung, Beleghinweis erbeten,
680 Wörter; 4199 Zeichen
Der Verlag
Der I.C.H. Verlag setzt mit Autobiografien und Biografien oder Ratgebern auf ein durch und durch klares und ehrliches Programm. Schnörkellos, aber hilfreich und interessant. Und natürlich bezieht sich das Kürzel I.C.H. auf das was es auf den ersten Blick auch ist, das Ego. Denn das ist nun einmal der wichtigste Teil in einem Verlag, der ausschließlich nichtfiktive Bücher verlegt. Hoffentlich sehr erfolgreich.
Und trotzdem entstand dieses Kürzel aus einer englischen Redewendung. Vielleicht ist es auch nur ein einfacher Satz, ein Zitat. Wir wissen es nicht ganz genau. Der lautet wie folgt: Individuality causes humanity.
Rezensionen: http://einbuch-verlag.de/presse
Kontakt: Einbuch-Verlag/I.C.H. Verlag
EINBUCH Buch- und Literaturverlag Leipzig
Neichener Str. 19
04668 Grimma OT Nerchau
Tel.: 034382 730274
Web: www.einbuch-verlag.de
E-Mail: info(at)einbuch-verlag.de
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Datum: 22.07.2026 - 16:51 Uhr
Sprache: Deutsch
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