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TÜV-Verband: Darauf kommt es bei Tauchmaske und Schnorchel an

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(ots) - Passform, Luftführung und Material: Der TÜV-Verband erklärt, worauf es beim Kauf und bei der Nutzung von Schnorchelausrüstungen ankommt.

Ob im See oder im Meer - Schnorcheln eröffnet faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt. Die Ausrüstung dafür wird häufig im Onlineshop oder spontan am Strandkiosk gekauft. Angesichts der großen Auswahl fällt die Kaufentscheidung dann nach Preis und Design. Sicherheitsrelevante Merkmale bleiben oft unbeachtet."Preis und Design sagen wenigüber die Sicherheit einer Schnorchelausrüstung aus", sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands."Entscheidend sind Konstruktion, Luftführung und Passform. Mängel können den Schnorchelspaß beeinträchtigen und im Ernstfall sogar gefährlich werden."Der TÜV-Verband erklärt, worauf Verbraucher:innen beim Kauf und bei der Nutzung von Schnorchelausrüstung achten sollten.

Klassische Tauch-/Schnorchelmaske oder Vollgesichts-Schnorchelmaske?

Wer schnorcheln möchte, hat grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Systemen: der klassischen Kombination aus Tauchmaske und separatem Schnorchel sowie einer Vollgesichts-Schnorchelmasken. Bei der klassischen Ausrüstung erfolgt die Atmung über ein Mundstück. Viele Modelle verfügen über ein sogenanntes Dry-Top-System oder automatisch schließende Ventile, die das Eindringen von Wasser verringern sollen.

Vollgesichts-Schnorchelmasken verbinden Maske und Schnorchel zu einem Produkt und bedecken das gesamte Gesicht. Die Atmung erfolgt durch Mund und Nase. Das erleichtert insbesondere Kindern das Schnorcheln, auch weil sie kein Mundstück festhalten müssen. Entscheidend für die Sicherheit sind jedoch eine passende Größe, ein guter Sitz und die Nutzung unter Aufsicht. Zudem bieten die Masken ein großes, durchgehendes Sichtfeld.

"Weder klassische Schnorchelsets noch Vollgesichts-Schnorchelmasken sind grundsätzlich gefährlich", sagt Bühler."Entscheidend ist, dass die Ausrüstung zum Einsatzzweck und zur Person passt, hochwertig verarbeitet ist und richtig verwendet wird."Unabhängig vom gewählten System sollte die Maske dicht am Gesicht anliegen, ohne zu drücken. Bei Kindern ist die richtige Passform aufgrund ihres geringeren Atemvolumens besonders wichtig. Eltern sollten ausschließlich altersgerechte Modelle verwenden und die Größenangaben der Hersteller beachten. Haare oder ein Bart sollten nicht unter dem Silikonrand liegen, da sie die Abdichtung beeinträchtigen können. Dringt Wasser ein oder verrutscht die Maske beim Schnorcheln, kann das zu Unsicherheit oder Panik führen. Die Maske sollte deshalb vor dem Kauf anprobiert werden. Hierbei kann die Maske ohne die Bebänderung leicht an das Gesicht gedrückt werden. Bei leichtem Einatmen sollte die Maske am Gesicht halten und nicht abfallen. Die Maske sollte ein geringes Volumen aufweisen und gleichzeitig ein möglichst uneingeschränktes Gesichtsfeld bieten. Dichtränder und Mundstücke sollten aus weichem und elastischem Material sein, geruchsneutral sein und keine scharfen Kanten aufweisen.





Sichere Schnorchelausrüstung erkennen

Beim Kauf der Schnorchelausrüstung lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Produktinformationen. Klassische Tauchmasken sollte einen Hinweis auf die DIN EN 16805 enthalten. Die Norm legt Sicherheitsanforderungen für Tauchmasken fest, unter anderem an die Sichtscheibe, das Kopfband und Schnalle sowie die Gesichtsdichtung."Eine Normkennzeichnung zeigt, dass sich der Hersteller an festgelegten Sicherheitsanforderungen orientiert", sagt Bühler. Empfehlenswert sind auch Sichtscheiben aus gehärtetem Sicherheitsglas. Sie sind kratzfester und widerstandsfähiger als herkömmliches Glas. Erkennbar ist Sicherheitsglas an der Kennzeichnung"Tempered Glass"oder einem"T"auf der Scheibe. Vor allem bei neuen Masken neigt die Sichtscheibe zum Beschlagen. Dagegen helfen handelsübliche Anti-Beschlag-Sprays, aber auch verschiedene Hausmittel. Vorsicht ist bei Importartikeln geboten: Riechen diese stark nach Weichmachern oder Chemikalien, sollte vom Kauf abgesehen werden.

Auch für Schnorchel gibt es mit der DIN EN 1972 eine Sicherheitsnorm. Sie legt unter anderem Anforderungen an Länge und Innendurchmesser fest, um eine sichere Atmung zu gewährleisten."Ein zu enger Schnorchel erhöht den Atemwiderstand", sagt Bühler."Ist der Schnorchel dagegen zu lang oder sein Innenvolumen zu groß, verbleibt mehr ausgeatmete Luft im Schnorchel zurück. Diese sogenannte Totraumluft wird beim nächsten Atemzug teilweise erneut eingeatmet. Dadurch sinkt der Sauerstoffanteil der eingeatmeten Luft und die körperliche Belastung steigt."Die Norm begrenzt daher den Abstand zwischen Mundstück und Lufteinlass auf maximal 38 Zentimeter für Erwachsene und maximal 35 Zentimeter für Kinder. Auch die farbige Spitze des Schnorchels erfüllt einen Sicherheitszweck. Die leuchtende Signalfarbe verbessert die Sichtbarkeit im Wasser. Schnorchler:innen werden daran von anderen Wassersportler:innen und Personen auf Booten früher erkannt. Man unterscheidet zudem Schnorchel mit automatischer Entwässerung und klassische Schnorchel ohne Ventile. Für Anfänger sind Schnorchel mit Ventil einfacher in der Handhabung. Das GS-Zeichen für"Geprüfte Sicherheit"bietet sowohl bei Tauchmasken als auch bei Schnorcheln zusätzliche Orientierung. Es zeigt, dass das Produkt von einer unabhängigen Prüfstelle geprüft wurde und die relevanten Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Vollgesichtsmasken: Auf getrennte Luftkanäle achten

Bei Vollgesichts-Schnorchelmasken kommt dem Belüftungssystem eine zentrale Bedeutung zu. Anders als bei der klassischen Kombination aus Maske und Schnorchel erfolgt die gesamte Atmung durch Mund und Nase innerhalb der Maske."Frisch- und Ausatemluft müssen über getrennte Luftkanäle geführt werden", sagt Bühler."Andernfalls kann sich ausgeatmete, CO2-reiche Luft in der Maske ansammeln und erneut eingeatmet werden. Das kann Schwindel, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden verursachen und im Extremfall zu Bewusstlosigkeit führen."Hektische oder flache Atmung, etwa bei körperlicher Überanstrengung oder Aufregung, kann das Risiko zusätzlich erhöhen. Treten Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot oder Unwohlsein auf, sollte die Maske sofort abgenommen und das Wasser verlassen werden.

Anders als für klassische Tauchmasken und Schnorchel existiert für Vollgesichts-Schnorchelmasken derzeit keine harmonisierte europäische Produktnorm. Verbraucher:innen sollten deshalb auf vollständige Herstellerangaben, verständliche Sicherheitshinweise und eine nachvollziehbare Beschreibung desBelüftungssystems achten.

Sicher schnorcheln: Besonders auf Kinder achten

Schnorcheln findet grundsätzlich an der Wasseroberfläche statt. Das Gesicht taucht ein und der Schnorchel bleibt über Wasser und dient dazu zu atmen. Wer mit einer klassischen Tauchmaske und einem separaten Schnorchel kurz abtaucht, hält die Luft an. Nach dem Auftauchen wird eingedrungenes Wasser aus dem Schnorchel ausgeblasen, bevor weitergeatmet wird. Die Tauchmaske kann auch ohne Schnorchel genutzt werden.

Anders verhält es sich bei Vollgesichts-Schnorchelmasken. Sie sind ausschließlich für die Nutzung an der Wasseroberfläche ausgelegt. Ein Abtauchen ist nicht vorgesehen. Da die Nase während des Tragens nicht erreichbar ist, lässt sich kein Druckausgleich durchführen. Bereits in geringer Tiefe können dadurch schmerzhafte Druckunterschiede sowie Verletzungen an Augen oder Ohren entstehen.

Besondere Vorsicht gilt bei schnorchelnden Kindern. Sie tauchen beim Schnorcheln häufig spielerisch kurz unter die Wasseroberfläche. Eltern sollten deshalb darauf achten, dass Vollgesichts-Schnorchelmasken ausschließlich an der Wasseroberfläche genutzt werden. Ein Schnorchelkurs kann Kindern helfen, den sicheren Umgang mit Maske und Schnorchel sowie die richtige Atemtechnik zu erlernen. Doch auch mit Übung gilt: Kinder sollten beim Schnorcheln niemals unbeaufsichtigt bleiben. Das Schnorcheln in befahrenen Gewässern ist gefährlich. Eine Boje kann zusätzlich zur Schnorchelspitze auf Schnorchler:innen aufmerksam machen. Gegen Sonnenbrand empfiehlt sichdas Tragen von Wassersportkleidung mit UV-Schutz.

Vor jedem Gebrauch: Ausrüstung gründlich prüfen

Tauchmaske und Schnorchel sollten nach längerer Lagerung gründlich kontrolliert werden. Salzwasserreste, Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Sonnencreme und Alterung können Kunststoffe spröde machen, Dichtungen beschädigen oder Schimmel begünstigen. Vor der ersten Nutzung sollten Tauchmaske, Schnorchel und Ventile gründlich auf Risse, Verformungen, poröse Stellen und Verschmutzungen untersucht werden. Beschädigte oder stark gealterte Ausrüstung sollte ausgetauscht werden."Sand und Salzablagerungen können Ventile oder Luftkanäle blockieren und die Funktion der Ausrüstung beeinträchtigen", sagt Bühler."Nach jedem Schnorchelausflug sollten Maske und Schnorchel mit Süßwasser abgespült und vollständig getrocknet werden."Eine trockene Lagerung verlängert die Lebensdauer und trägt zu einer sicheren Nutzung bei.

Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.

Pressekontakt:

Marie Claire Buschbaum
Presse und Kommunikation
TÜV-Verband e. V.
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
030 760095-595, presse(at)tuev-verband.de
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