Lehren aus dem Fall Spahn

(ots) - Die Spitzen von CDU und CSU sollten nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef mit der Suche nach einem Nachfolger nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Sie sollten noch andere Lehren ziehen. So wäre ihre berechtigte Kritik an Spahns Doppelmoral glaubwürdiger, wenn sie ihrem Parteikollegen nicht so viele Verfehlungen hätten durchgehen lassen. Schließlich hatte er nicht erst mit dem Thema Leihmutterschaft für Aufsehen gesorgt, sondern bereits bei der Maskenbeschaffung, seinem zweifelhaften Verhältnis zur AfD und einigem anderen. Merz wäre noch überzeugender gewesen, wenn er nicht erst agierthätte, nachdem die Kritik an Spahn aus der CDU und von außen dessen Demission unausweichlich machte. Anständiger wäre es von Merz zudem gewesen, wenn er Spahn nicht einfach nur angezählt hätte, sondern seine Leistungen als Verhandler für die schwarz-rote Koalition gewürdigthätte. Menschlichkeit sollte ähnlich wichtig sein in der Politik wie Glaubwürdigkeit.
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Datum: 20.07.2026 - 17:17 Uhr
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