Pflegereform:"Was in Bayern erreicht wurde, zerschlägt jetzt der Bund."- bpa sieht Personalsicherung in der Pflege trotz guter Ansätze im Land massiv gefährdet

(ots) - Die Zerschlagung der Gehaltsrefinanzierung in der Pflege durch die Bundesregierung wird die Personalsituation der Pflegeeinrichtungen in Bayern massiv verschlechtern. Davor warnt der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Kai Kasri."In Bayern haben wir durch die Einführung von Springerpools und durch eine konsequente Entbürokratisierung enorm viel erreicht. Die so entstandenen Möglichkeiten der Personalgewinnung werden nun aber von den Reformen auf Bundesebene wieder zunichte gemacht", sagte Kasri im Rahmen der Mitgliederversammlung der bayerischen bpa-Landesgruppe.
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde in der vergangenen Woche die bisherige Refinanzierung von Tarifsteigerungen in der häuslichen Krankenpflege und der außerklinischen Intensivpflege ausgesetzt. Tarifungebundene Einrichtungen werden gegenüber tarifgebundenen Diensten und Kliniken sogar noch einmal schlechter gestellt.
"Das nimmt den Diensten jeden Spielraum, um Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung umzusetzen. Gleichzeitig wird der Abwerbedruck aus den Krankenhäusern massiv befördert. Die ambulante Versorgung im Freistaat wird darunter spürbar leiden."
Kasri forderte die bayerische Landesregierung auf, sich für Korrekturen dieser Fehlentwicklung einzusetzen."Vor allem darf eine solche Wettbewerbsverzerrung mit der anstehenden Pflegereform nicht auch noch in andere Bereiche der pflegerischen Versorgungübernommen werden. Letztlich wackelt damit die Versorgung der Hälfte aller Pflegebedürftigen in Bayern, die durch nicht tarifgebundene Einrichtungen versorgt werden."
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Datum: 16.07.2026 - 10:08 Uhr
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