Schlechte Entscheidungen? Das eigentliche Problem beginnt früher
Ein neuer Geschäftsführerübernimmt ein mittelständisches Unternehmen. Er gilt als erfahren, entscheidungsfreudig und durchsetzungsstark. Trotzdem fällt nach wenigen Monaten auf: Wichtige Entscheidungen werden mehrfach abgesichert, Besprechungen ziehen sich in die Länge und dieselben Themen landen immer wieder auf dem Tisch.

(IINews) - Für den Kaiserslauterer Unternehmensberater Rolf Dindorf ist das kein Einzelfall.
„Von außen wird schnell gefragt, warum eine Führungskraft so entschieden hat“, sagt Dindorf. „Mich interessiert zuerst etwas anderes: Unter welchen Bedingungen konnte genau diese Entscheidung überhaupt entstehen?“
Entscheidungen entstehen nicht im luftleeren Raum
Nach seiner Erfahrung werden Entscheidungen häufig losgelöst von ihrem organisatorischen Umfeld bewertet. Dabei entstehen sie nie im luftleeren Raum. Sie sind das Ergebnis von Strukturen, Erfahrungen und oft auch unausgesprochenen Regeln.
„Eine Organisation bringt ihren Führungskräften sehr schnell bei, was tatsächlich gilt“, sagt Dindorf. „Wer erlebt, dass Entscheidungen später wieder geöffnet oder informell relativiert werden, passt sein Verhalten zwangsläufig an.“
Der Geschäftsführer werde dadurch nicht vorsichtiger, weil ihm der Mut fehle. Er reagiere auf die Spielregeln, die er in der Organisation vorfinde.
Warumähnliche Probleme immer wieder auftreten
Gerade im Mittelstand und in Verwaltungen beobachtet Dindorf häufig, dass formale Zuständigkeiten und tatsächliche Entscheidungswege auseinanderlaufen. Auf dem Organigramm scheint vieles eindeutig geregelt. Im Alltag entscheiden jedoch oft andere Mechanismen.
„Manche Entscheidungen scheitern nicht an fehlender Kompetenz“, sagt der Unternehmensberater. „Sie scheitern daran, dass niemand mehr sicher weiß, was nach einer Entscheidung eigentlich verbindlich gilt.“
Nach seiner Beobachtung beginnen viele Probleme lange vor der eigentlichen Entscheidung. Verantwortlichkeiten werden unscharf, frühere Konflikte wirken nach und Beschlüsse werden immer wieder neu verhandelt.
Das GILT-Prinzip fragt nach den Ursachen
Mit dem von ihm entwickelten GILT-Prinzip untersucht Dindorf deshalb nicht zuerst, ob eine Entscheidung richtig oder falsch war. Im Mittelpunkt stehen die Bedingungen, unter denen sie entstanden ist.
„Wer nur das Ergebnis bewertet, sucht meist nach Schuldigen“, sagt Dindorf. „Wer die Entstehungsbedingungen untersucht, erkennt Muster.“
Dadurch verändert sich auch der Blick auf Führung. Nicht einzelne Personen stehen im Mittelpunkt, sondern die Entscheidungsordnung einer Organisation – und die Frage, warum unter genau diesen Bedingungen immer wieder ähnliche Entscheidungen entstehen.
Gute Führung beginnt früher
„Viele Organisationen diskutieren monatelang über die Entscheidung, die schiefgelaufen ist“, sagt Dindorf. „Die spannendere Frage lautet: Was musste in dieser Organisation gelten, damit genau diese Entscheidung überhaupt möglich wurde?“
Wer diese Frage stelle, suche nicht länger nach einem Schuldigen. Er erkenne die Strukturen, die Entscheidungen prägen – und könne genau dort ansetzen, wenn künftig andere Ergebnisse entstehen sollen.
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Über Rolf Dindorf
Rolf Dindorf ist Unternehmensberater für Führung und Entscheidungsfähigkeit. Er begleitet mittelständische Unternehmen, Verwaltungen und kommunale Organisationen bei der Analyse von Führungsstrukturen, Verantwortlichkeiten und organisationaler Handlungsfähigkeit. Grundlage seiner Arbeit ist das GILT-Prinzip zur Analyse der Tragfähigkeit von Entscheidungen.
V. i. S. d. P.:
Rolf Dindorf M.A., M.A., MBA
Jacob-Diehl-Straße 5
67659 Kaiserslautern
Telefon: +49 631 6259657
Mobil: +49 179 1261035
E-Mail: mail(at)rolf-dindorf.de
Website: www.rolf-dindorf.de
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Datum: 15.07.2026 - 23:40 Uhr
Sprache: Deutsch
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Unternehmensführung
Meldungsart: Unternehmensinfos
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Freigabedatum: 15.07.2026
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