Mythos widerlegt: Erbschaftsteuer zwingt nicht zu Mieterhöhungen

(ots) - Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt: Die Steuer auf geerbte Mietimmobilien ist in allen untersuchten Fällen aus laufenden Mieteinnahmen finanzierbar - und empfiehlt die Abschaffung von Steuerprivilegien
Wer ein Mehrfamilienhaus erbt, ist nicht gezwungen, die Mieten zu erhöhen oder die Immobilie zu verkaufen. In nahezu allen Fällen wäre sogar eine Senkung der Mieten um 25 Prozent möglich, ohne die Tragfähigkeit der Finanzierung zu gefährden. Das zeigt eine neue Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die von Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit erstellt wurde. In allen zehn untersuchten Fällen lässt sich die Erbschaftsteuer auf Mietimmobilien aus laufenden Mietgewinnen tilgen.
Ein Mythos mit langer Halbwertszeit
Seit Jahren wird behauptet, die Erbschaftsteuer auf Mietimmobilien treibe soziale Vermieter dazu, die Mieten anzuheben oder ihre Häuser verkaufen zu müssen, um die Steuer zahlen zu können. Dieses Argument dient als Begründung für höhere Freibeträge, neue Steuervergünstigungen - oder gar für die Abschaffung der Steuer. Die vorliegende Studie widerlegt diese Behauptung.
Jirmann analysiert zehn Mehrfamilienhäuser in München, Berlin und Magdeburg auf Basis aktueller Marktangebote und berechnet Steuerlast sowie Finanzierbarkeit. Im konservativsten Szenario - Erbende ohne jegliche Ersparnisse, Steuer vollständig kreditfinanziert - bleibt nach Abzug aller Kosten in jedem Fall ein deutlicher Gewinn.
Jirmann, Expertin für Erbschaft, Vermögen und Einkommensteuern beim Netzwerk Steuergerechtigkeit und Mitglied der Kommission"Recht der sozialen Sicherung, Familienlastenausgleich"des Deutschen Juristinnenbundes, sagt:"Eine echte Erbschaftsteuer ohne Ausnahmen für große Mietimmobilien könnte dazu beitragen, die Konzentration von Wohnraum in immer weniger Händen zu begrenzen."
Stefan Thimmel, Referent für Wohnungs-, Mieten- und Stadtpolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung, sagt mit Blick auf die konkreten Reformvorschläge der Studie:"Während über Milliardenprogramme für den sozialen Wohnungsbau verhandelt wird, verzichtet der Staat jährlich auf weit über eine Milliarde Euro allein durch Erbschaftsteuerausnahmen bei Immobilien."
"Mythos: Immobilienerben unter Druck"ab sofort unter:https://www.rosalux.de/publikation/id/54984
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Datum: 06.07.2026 - 07:40 Uhr
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