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Mieten steigen seit 3 Jahren viermal so schnell wie Reallöhne: Großstädte werden immer unerschwinglicher

ID: 2259282

(ots) - Das sind die Ergebnisse des aktuellen immowelt Mietkompass für die 15 größten deutschen Städte:


- Miet-Explosion schlägt Lohnzuwachs: Reallöhne in den letzten 3 Jahren um 5,1 Prozent gestiegen, Mieten um bis zu 20 Prozent
- Höchste Anstiege in Hamburg (+20,2 Prozent), Dresden (+18,0 Prozent) und Frankfurt am Main (+17,7 Prozent)
- Berlin im Wahljahr: Hauptstadt im Vergleich mit moderatem Zuwachs (+12 Prozent) - trotzdem keine Entspannung am Wohnmarkt, da Stabilisierung auf hohem Niveau

Die Mieten in Deutschlands größten Städten sind in den letzten 3 Jahren weiter gestiegen. Die Belastung durch Wohnkosten für Mieter erhöht sich dadurch merklich, weil die Entwicklung der Einkommen nicht schritthält. In der Spitze sind die Angebotsmieten binnen 3 Jahren um 20 Prozent gestiegen, das Reallohnwachstum lag laut Statistischem Bundesamt zwischen 2023 und 2025 bei 5,1 Prozent[1]. Die Entwicklung der Angebotsmieten in den 15 bevölkerungsreichsten Städten Deutschland wird im aktuellen immowelt Mietkompass analysiert.

"Nach den deutlichen Reallohnverlusten der Jahre 2022 und 2023, als die Inflation die Nominallohnzuwächse vollständig aufzehrte, hat sich die Kaufkraft der Beschäftigten in Deutschland 2024 und 2025 zwar leicht verbessert", sagt immowelt CEO Theo Mseka."In der Praxis merken viele Beschäftigte davon aber wenig, weil die Wohnkosten im gleichen Zeitraum massiv gestiegen sind, sodass am Monatsende meist sogar weniger bleibt."

Höchste Zuwächse in Hamburg, Spitzenpreise in München

Die Dynamik des Mietmarktes hat längst auch Regionen erfasst, die lange als bezahlbare Alternativen galten. Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichnet Hamburg, wo die Angebotsmieten binnen drei Jahren um 20,2 Prozent auf durchschnittlich 13,88 Euro pro Quadratmeter kletterten. Es folgen Dresden mit einem Plus von 18,0 Prozent (9,49 Euro) und Frankfurt am Main mit 17,7 Prozent (16,80 Euro). Selbst in traditionell günstigeren Städten wie Duisburg (+16,0 Prozent auf 7,50 Euro) oder Essen (+15,4 Prozent auf 9,05 Euro) müssen Wohnungssuchende tiefer in die Tasche greifen.





Das unangefochten teuerste Pflaster bleibt München: Hier stieg der Quadratmeterpreis um 15,7 Prozent auf nunmehr 21,44 Euro. Wer in der bayerischen Landeshauptstadt eine neue Wohnung mit 75 Quadratmetern anmietet, zahlt im Schnitt monatlich 218 Euro mehr Kaltmiete als noch vor drei Jahren. In Frankfurt am Main beträgt das Plus 190 Euro,in Hamburg 175 Euro.

Löhne vs. Mieten: Die wachsende Lücke

Der Anstieg der Mieten ist vor allem in Relation zur Einkommensentwicklung dramatisch. Die Einkommen sind in den vergangenen 3 Jahren im Mittel um 5,1 Prozent gestiegen - die Mieten aber deutlich stärker. Für Mieter bedeutet das: Ein wachsender Anteil des Haushaltseinkommens fließt in die Kaltmiete.

Berlin vor der Wahl: Hohes Niveau und geringere Kaufkraft

Besonders im Fokus steht Berlin, wo in rund drei Monaten die Wahl zum Abgeordnetenhaus ansteht und das Thema Wohnen den Wahlkampf dominiert. Vor 3 Jahren wurde dort ein neues Abgeordnetenhaus gewählt und die neue Landesregierung wollte sich bereits damals der Wohnfrage annehmen. Mit 14,39 Euro pro Quadratmeter ist Berlin inzwischen die viertteuerste Stadt im Ranking. Obwohl das Mietwachstum mit 11,9 Prozent am unteren Ende liegt (Platz 13 von 15), ist der Druck auf die rund 1,9 MillionenMieterhaushalte enorm. Da die Durchschnittseinkommen in der Hauptstadt rund 8 Prozent unter dem Bundesniveau[2] liegen, treffen die Erhöhungen auf eine schwächere Kaufkraft.

"Berlin wirkt auf den ersten Blick weniger dynamisch als andere Mietmärkte. Doch das täuscht: Die Mieten steigen von einem bereits hohen Niveau weiter", so immowelt CEO Theo Mseka."Zudem zeigt der Blick auf den Berliner Markt extreme Spreizungen: Während Top-Lagen wie Mitte oder Prenzlauer Berg kaum noch bezahlbar sind, gibt es günstigere Angebote fast nur noch in den fernen Randlagen."

Dramatischer Neubaurückgang befeuert die Krise

Die Ursache für den anhaltenden Mietenanstieg ist ein massives, strukturelles Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Hohe Baukosten, das Zinsniveau und bürokratische Hürden haben den Wohnungsbau gelähmt. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt[3] - ein drastischer Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das politische Ziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde damit um fast 40 Prozent verfehlt.

Daten für alle 15 Großstädte sowie weiterführende Analysen für die Berliner Bezirke finden Sie im immowelt Mietkompass für das 2. Quartal 2026. Die aktuelle Ausgabe steht hier zum Download zur Verfügung. (https://content.cdn.immowelt.com/iw_group2/import/Redaktion/Pressemitteilungen/2026/2026_06_30_immoweltMietkompass_Q2_2026.pdf)

Informationen zum aktuellen Mietpreisniveau in Ihrer Stadt liefert die immowelt Mietmap. (https://www.immowelt.de/immobilienpreise/mietpreise/deutschland)

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[1] Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 24.06.2026 (https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/presse/2026/75-verfuegbares-einkommen-2024)

[2] Quelle: Statistisches Bundesamt, 22.05.2026 (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_174_31121.html)

[3] Quelle: Statistisches Bundesamt, 27.02.2026 (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_068_62321.html)

Pressekontakt:

AVIV Germany GmbH
Ostendstraße 113
90482 Nürnberg

Barbara Schmid
+49 (0)911/520 25-808
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Datum: 30.06.2026 - 09:10 Uhr
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