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Industrial 5G: 90 Prozent der deutschen Anbieter sehen sich als technologisch reif, doch der wirtschaftliche Nutzen bleibt vielfach aus

ID: 2258613

BearingPoint-Studie zeigt, warum Europas Industrie trotz technologischer Reife in der Pilotphase verharrt und welche strukturellen Vorteile Deutschland besitzt.


(IINews) - Frankfurt am Main, 25. Juni 2026– Die Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt in ihrer aktuellen Studie „Industrial 5G Beyond Connectivity: What it takes to scale“, dass Industrial 5G technisch weitgehend ausgereift ist, die breite Skalierung in Deutschland und Frankreich jedoch weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleibt. Trotz signifikanter Fortschritte dominieren nach wie vor Pilotprojekte, ein strukturelles Defizit, das weniger auf technologische Limitationen als auf organisatorische, regulatorische und wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen ist.

Große Versprechen, begrenzte Umsetzung

Industrial 5G gilt als zentrale Infrastruktur für die nächste Phase der industriellen Transformation – von Smart Factory über autonome Logistik bis hin zu kritischen Infrastrukturen. Dennoch zeigt sich ein widersprüchliches Bild: 57 Prozent der potenziellen Anwender in Deutschland befinden sich weiterhin in der Explorationsphase, während gleichzeitig der technologische Reifegrad von der Mehrheit der Anbieter als hoch eingeschätzt wird. In Frankreich liegt der Anteil der Anwender in der Explorationsphase sogar bei 71 Prozent.

Diese Diskrepanz verdeutlicht: Der Engpass liegt nicht mehr im Netz, sondern in der Fähigkeit, 5G konsequent in operative Wertschöpfung zu überführen.

Deutschland liegt im 5G-Vergleich vor Frankreich

Die Studie zeigt Unterschiede im Reifegrad zwischen Deutschland und Frankreich. Während Frankreich lange durch regulatorische Hürden wie eingeschränkten Zugang zu Frequenzen oder komplexe Genehmigungsverfahren ausgebremst wurde, profitiert Deutschland von einem früh etablierten, klar strukturierten Lizenzmodell mit langen Laufzeiten und niedrigen Zugangskosten.

Dies spiegelt sich auch in der Nutzung wider: Mit 484 erteilten Lizenzen verfügt Deutschland über fast sechsmal so viele wie Frankreich (84) und führt auch bei den aktiven Lizenzen mit 180 gegenüber 50. Gleichzeitig bleibt die Skalierung auch hier eine Herausforderung, ein Hinweis darauf, dass Regulierung zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Markterfolg ist.





Skalierungslücke: Hohe Bereitschaft trifft auf begrenzte Umsetzung

Die Studie zeigt eine klare Diskrepanz zwischen technischer Bereitschaft und tatsächlicher Adoption in Deutschland: Während 90 Prozent der Anbieter ihre Lösungen als technisch ausgereift bewerten, sind nur 20 Prozent der Angebote tatsächlich als „Plug-and-Play“ fähig. Diese Zahlen verdeutlichen: Industrial 5G wird noch zu häufig als technologisches Projekt statt als Geschäftsmodell verstanden. Wertschöpfung entsteht jedoch nur dort, wo 5G mit klaren, messbaren Erfolgsfaktoren, standardisierten Betriebsmodellen und skalierbaren Architekturen verbunden wird.

„Industrial 5G ist technologisch bereit, der Engpass liegt heute in der Umsetzung“, sagt Julius Hafer, Partner bei BearingPoint und Telco-Experte. „Wer den wirtschaftlichen Nutzen nicht klar quantifiziert und in operative Prozesse integriert, wird den Schritt von Pilotprojekten zur Skalierung nicht schaffen.“

Konkrete Anwendungen treiben die Nachfrage

Die tatsächliche Marktnachfrage konzentriert sich auf wenige, klar definierte Anwendungsfelder mit unmittelbarem operativem Mehrwert. Dazu zählen insbesondere:

• Geschäftskritische Kommunikation und Betriebssicherheit
• Mobile Automatisierung und autonome Logistiksysteme
• Augmented Operator
• Fernbetrieb

Dabei stehen insbesondere verbesserte Konnektivität und gesteigerte operative Effizienz als zentrale Treiber im Fokus der Unternehmen.

„In diesen Bereichen zeigt sich der klare Mehrwert von 5G insbesondere dann, wenn Mobilität, niedrige Latenz, hohe Zuverlässigkeit und flächendeckende Konnektivität kombiniert werden“, so Julius Hafer.

Vom Netzwerk zur Plattform: Skalierung alsÖkosystemaufgabe

Die Studie verdeutlicht, dass Industrial 5G nur dann skalieren kann, wenn mehrere zentrale Hebel gleichzeitig adressiert werden: Regulierung, Integration, Geschäftsmodelle und Ökosysteme. Besonders relevant ist dabei die Verschiebung entlang der Wertschöpfungskette: Bis 2030 wird der Wettbewerb primär in den Bereichen Serviceleistungen und Integration sowie Plattformen stattfinden, nicht mehr in der reinen Konnektivität.

„Industrial 5G ist eine Plattform für industrielle Wertschöpfung“, betont Julius Hafer. „Skalierung gelingt nur, wenn Unternehmen 5G als integralen Bestandteil eines digitalen Ökosystems verstehen und konsequent entlang operativer Anwendungsfälle denken.“

Marktpotenzial: Wachstum entscheidet sich an der Umsetzung

Das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich: Der europäische Markt für Industrial 5G wächst im Basisszenario mit einer jährlichen Rate von 42 Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro bis 2030. Werden zentrale Hebel aktiviert, kann sich das Marktvolumen auf bis zu 14 Milliarden Euro steigern und sich damit nahezu verdoppeln, bei einer deutlich beschleunigten Marktdurchdringung.

Die Differenz zwischen diesen Szenarien ist nicht technologisch bedingt, sondern Ausdruck unterschiedlicher Umsetzungsgeschwindigkeiten und strategischer Priorisierung.

Vor diesem Hintergrund formuliert die Studie klare Handlungsempfehlungen:

• Wirtschaftlichen Nutzen konsequent vor Technologie stellen
• Betriebsmodelle frühzeitig definieren und skalierbar ausrichten
• Pilotprojekte systematisch in replizierbare Programme überführen
• Regulatorische Rahmenbedingungen strategisch nutzen

Über die Studie

Die Studie basiert auf mehr als 50 qualitativen Interviews mit Führungskräften, Entscheidungsträgern sowie Expertinnen und Experten von Anbietern und Anwendern aus Industrie, Telekommunikation und Technologie in Deutschland und Frankreich. Ergänzt wurde sie durch internationales Benchmarking sowie ein unabhängiges Expertengremium zur Validierung der Ergebnisse.

Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Über BearingPoint

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation, indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie, Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten dabei in unterschiedlichsten Industrien–immer nah am Kunden. Spezialisierte SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Kunden.

Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden inüber 70 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

BearingPoint gehört zu den TIME World’s Best Companies und den Forbes World’s Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die hohe soziale undökologische Standards erfüllt.


Weitere Informationen:

Homepage: www.bearingpoint.com
LinkedIn: www.linkedin.com/company/bearingpoint
Instagram: https://www.instagram.com/bearingpoint_dach



PresseKontakt / Agentur:

Alexander Bock
Global Senior Manager Communications
Tel: +49 89 540338029
E-Mail: alexander.bock(at)bearingpoint.com



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Datum: 25.06.2026 - 08:24 Uhr
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Ansprechpartner: Alexander Bock
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Frankfurt am Main


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Meldungsart: Erfolgsprojekt
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 25.06.2026

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