Warum Tumoren das Immunsystem täuschen - und warum der Immunstatus entscheidend ist
Unser Immunsystem erkennt und beseitigt täglich entartete Zellen. Doch Tumore entwickeln raffinierte Strategien, um sich vor der körpereigenen Abwehr zu verstecken.

(IINews) - Berlin den 24. Juni 2026
Warum die Analyse des Immunsystems vor einer Immuntherapie immer wichtiger wird.
Warum Tumoren das Immunsystem täuschen können - und weshalb der Immunstatus vor jeder Immuntherapie bestimmt werden sollte?
Das menschliche Immunsystem gehört zu den leistungsfähigsten Schutzsystemen der Natur. Tag für Tag erkennt und beseitigt es Viren, Bakterien, Pilze und auch veränderte körpereigene Zellen.
Weniger bekannt ist jedoch, dass im Körper jedes Menschen regelmäßig Zellen entstehen, die genetische Veränderungen aufweisen. In vielen Fällen werden diese Zellen frühzeitig erkannt und zerstört, bevor sie sich zu einem Tumor entwickeln können.
Doch Krebszellen besitzen eine besondere Eigenschaft: Sie lernen, sich vor dem Immunsystem zu verstecken.
Die Tarnkappe der Tumorzellen
Moderne Forschungen zeigen, dass Tumorzellen eine Vielzahl von Mechanismen entwickeln können, um der Immunüberwachung zu entgehen.
Einige Tumore reduzieren die Präsentation ihrer Oberflächenstrukturen und werden dadurch für Immunzellen schlechter sichtbar.
Andere produzieren Botenstoffe, die Immunzellen direkt hemmen oder deren Aktivität abschwächen.
Wieder andere verändern das Tumormilieu so stark, dass wichtige Immunzellen ihre Funktion verlieren oder den Tumor nicht mehr effektiv angreifen können.
Für den Patienten bedeutet dies, dass die bloße Anwesenheit von Immunzellen noch keine Aussage darüber zulässt, ob diese tatsächlich gegen den Tumor aktiv werden können.
Das Immunsystem ist nicht bei jedem Patienten gleich
In der klassischen Onkologie wird häufig der Tumor selbst analysiert. Größe, Stadium, Metastasen, genetische Veränderungen und molekulare Marker stehen dabei im Mittelpunkt.
Immer mehr Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass auch das Immunsystem des Patienten betrachtet werden sollte.
Denn zwei Patienten mit derselben Krebsdiagnose können völlig unterschiedliche Voraussetzungen besitzen:
• Unterschiedliche T-Zell-Aktivität
• Unterschiedliche NK-Zell-Aktivität
• Unterschiede bei dendritischen Zellen
• Unterschiede bei Monozyten und B-Zellen
• Unterschiedliche Entzündungsaktivität
Diese Faktoren können erheblichen Einfluss auf die Fähigkeit des Körpers haben, auf eine Immuntherapie zu reagieren.
Warum Immunstatus und Tumoraktivität zusammengehören
Eine moderne Beurteilung der Immunlage umfasst heute häufig die Analyse wichtiger Immunzellpopulationen.
Dazu gehören insbesondere:
* T-Lymphozyten (CD3)
* T-Helferzellen (CD4)
* Zytotoxische T-Zellen (CD8)
* Natürliche Killerzellen (NK-Zellen)
* NKT-Zellen
* B-Lymphozyten
* Monozyten
Diese Werte liefern Hinweise darauf, ob das Immunsystem ausreichend aktiv ist oder ob möglicherweise Defizite bestehen.
Zusätzlich gewinnt die Messung zirkulierender Tumorzellen (CTC) zunehmend an Bedeutung.
Während bildgebende Verfahren Tumoren sichtbar machen können, liefern zirkulierende Tumorzellen Informationen darüber, ob aktuell Tumoraktivität im Blutkreislauf nachweisbar ist.
Die Kombination aus Immunstatus und Tumoraktivitätsanalyse kann daher wichtige zusätzliche Informationen für die individuelle Therapiebegleitung liefern.
Personalisierte Medizin beginnt mit Diagnostik
Die Zukunft der Onkologie wird zunehmend personalisiert.
Dabei reicht es nicht aus, ausschließlich den Tumor zu betrachten.
Ebenso wichtig ist die Frage:
Wie leistungsfähig ist das Immunsystem des Patienten?
Kann eine Immunantwort ausgelöst werden?
Welche Immunzellen stehenüberhaupt zur Verfügung?
Wie entwickelt sich die Tumoraktivität im Verlauf?
Nur wenn Tumor und Immunsystem gemeinsam betrachtet werden, entsteht ein umfassenderes Bild der individuellen Situation eines Patienten.
IMMUMEDIC setzt deshalb auf moderne Diagnostikkonzepte, die Immunstatusanalysen und Tumoraktivitätsmessungen miteinander kombinieren und so eine zusätzliche Grundlage für individuelle Therapieentscheidungen schaffen können.
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