Waldbrandgefahr steigt rasant / Wie wir Feuer verhindern und im Ernstfall agieren können

(ots) - Mit der anhaltenden Hitze im ganzen Land steigt die Waldbrandgefahr massiv. Während meist nur einige Teile Deutschlands betroffen sind, breitet sich das Gefährdungsgebiet laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aktuell im ganzen Land aus. Bundesweit besteht im Großteil des Landes"hohe Gefahr". Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) erklärt daher, wie man Brände vermeidet und wie man im Ernstfall handeln sollte.
Die seit 1977 erhobene Waldbrandstatistik macht deutlich, dass vor allem in besonders trockenen und heißen Jahren ein erhöhtes Waldbrandrisiko besteht. Mit der aktuellen Hitzeperiode - für den gesamte Westen und Süden Deutschlands gilt eine (extreme) Hitzewarnung (https://www.wettergefahren.de/warnungen/warnsituation.html) - steigt die Waldbrandgefahr vielerorts auf Stufe 4 von 5, hohe Gefahr.
Ein Waldbrand hat selten natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge oder Selbstentzündung von trockenen Pflanzenresten. Weit häufiger sind Waldbrände durch Unachtsamkeit vom Menschen (Zigaretten, Grillen, Abstellen des Autos auf trockenem Boden o. ä.) verursacht. Auch vorsätzliche Brandstiftung spielt eine große Rolle. Deswegen erklärt die SDW, welche präventiven Maßnahmen im Wald notwendig sind, und was getan werden muss, wenn es bereits brennt.
Welche Verhaltensregeln muss ich im Wald beachten?
- Das Rauchen ist in vielen Bundesländern von März bis Oktober verboten. In Risikoregionen gilt dieses Verbot oft auch ganzjährig.
- Das Entzünden jeglicher Art von Feuer ist im Wald und am Waldrand nur an ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt.
- Heißgelaufene Motoren sind eine Brandgefahr, weshalb Fahrzeuge nicht im Wald abgestellt werden sollten.
- Bei der höchsten Gefahrenstufe (5) besteht Betretungs-/Befahrungsverbot.
- Waldbrände müssen über den Notruf 112 der Feuerwehr, alternativ der lokalen Forstdienststelle gemeldet werden, am besten mit Rettungspunkten.
- Bringen Sie sich und Ihre Begleitung im Falle eines Waldbrandes in Sicherheit.
Um langfristig die Waldbrandgefahr einzudämmen bzw. besser gewappnet zu sein, sieht die SDW bei diesem Thema in Deutschland zukünftig mehr Handlungsbedarf. Vor allem die Aufklärungs- und Bildungsarbeit sollte im Hinblick auf die überwiegend menschenverursachten Brände weiter vorangetrieben werden."Mit einem beschleunigten Waldumbau und einer zielgerichteten Wiederbewaldung passen wir unseren Wald besser an den Klimawandel an. Auf diese Weise fördern wir nicht nur den Klimaschutz und die Biodiversität, sondern auch die Resilienz gegenüber Bränden. Dafür braucht es in Zukunft mehr Forschung, mehr finanzielle Unterstützung und vor allem mehr politische Überzeugung", sagt SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.
Warum wir unseren Wald schützen müssen
Auch wenn es Regionen gibt, in denen natürliche Waldbrände für das Ökosystem eine wichtige Rolle spielen - zum Beispiel in den USA, in Südeuropa und Australien - wirken sich Waldbrände im gemäßigten Klima Deutschlands meistens negativ aus. Neben den Auswirkungen auf das globale Klima bringen Waldbrände vor allemnegative Folgen für das Ökosystem und das Leben vor Ort mit sich. Einen ausführlichen Überblick zum Thema Waldbrand, Prävention, Auswirkungen auf unseren Wald und vieles mehr erfahren Sie in unserem FAQ (https://www.sdw.de/ueber-den-wald/gefahren-fuer-den-wald/waldbrand/).
Forderungen der SDW zur Waldbrandbekämpfung
- Die bundesweite Sensibilisierung zum Thema Waldbrand als wirksame Prävention gegen die hauptsächlich menschenverursachten Brände.
- Weiterer und schnellerer Umbau der Wälder in artenreiche Mischwälder unter Berücksichtigung der Waldbrandprävention.
- Einen Ausbau der Waldforschung in Deutschland. Die Klimaanpassung unserer Wälder benötigt fundierte Daten und wissenschaftliche Analysen für die Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten.
- Die langfristige Stärkung des Wasserhaushaltes in den Wäldern, um trockenen Böden entgegenzuwirken. Oberflächenwasser darf nicht mehr aus dem Wald geleitet werden, sondern sollte im Waldboden versickern.
- Eine Anlage von Löschteichen und Wasserreservoirs in Risikogebieten.
- Eine Förderung der Kapazitäten und der Zusammenarbeit zwischen Forst und Feuerwehr, auch auf internationaler Ebene.
- Eine flächendeckende Waldbrandüberwachung auf dem gesamten Bundesgebiet und die Entwicklung von optischen sowie KI-gestützten Frühwarnsystemen. Drohnen können zur Identifizierung von Brandnestern genutzt werden.
- Die Implementierung von TÜV-Regularien und - darauf aufbauend - die intensive Prüfung des Brandschutzes von Windkraftanlagen im Wald.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels spielt auch das Thema Waldbrand in der Verbandsarbeit eine immer wichtigereRolle.
Pressekontakt:
Alexandra Bieneck
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945983-93
Mail: alexandra.bieneck(at)sdw.de
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Datum: 22.06.2026 - 16:23 Uhr
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