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Private Haushalte finanzieren mehr als die Hälfte der laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2024

ID: 2257606

(ots) -
- Finanzierungsanteil der Privathaushalte fast wieder auf Vor-Corona-Niveau
- Finanzierungsbeiträge der Unternehmen steigen 2024 prozentual am stärksten
- Sozialversicherungsbeiträge von Unternehmen und privaten Haushalten wichtigste Finanzierungsart

Im Jahr 2024 haben die Privathaushalte rund 286,8 Milliarden Euro oder 54,3 % der laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland in Höhe von 528,5 Milliarden Euro finanziert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, trugen die privaten Haushalte damit 23,1 Milliarden Euro oder 8,7 % mehr zur Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben bei als im Vorjahr. Der Finanzierungsanteil der privaten Haushalte, zu dem Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zählen, lag 2024 wiederauf einemähnlichen Niveau wie vor der Corona-Pandemie (2019: 54,7 %), nachdem der Anteil bis 2022 auf 49,5 % gesunken war.

Finanzierungsbeiträge von Unternehmen steigen im Jahr 2024 um 9,5 %

Die laufenden Gesundheitsausgaben werden in Deutschland durch verschiedene Akteure finanziert. Neben den Privathaushalten zählen dazu Unternehmen, der Staat und private Organisationen ohne Erwerbszweck.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Finanzierungsbeiträge der laufenden Gesundheitsausgaben bei den Unternehmen prozentual am stärksten. Sie wuchsen um 14,3 Milliarden Euro oder 9,5 % auf 164,5 Milliarden Euro.

Demgegenüber blieb der staatliche Finanzierungsbeitrag an den laufenden Gesundheitsausgaben nahezu unverändert. Mit +54 Millionen Euro oder +0,1 % stieg er nur leicht auf 73,9 Milliarden Euro.

Die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck haben 109 Millionen Euro oder 3,4 % mehr für gesundheitsbezogene Leistungen aus Eigenmitteln finanziert. Ihr Finanzierungsbeitrag erhöhte sich auf 3,3 Milliarden Euro.

Finanzierungsanteile der finanzierenden Akteure entwickeln sich unterschiedlich

Der Finanzierungsanteil der privaten Haushalte stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr von 53,7 % auf 54,3 %, der Finanzierungsanteil der Unternehmen von 30,6 % auf 31,1 %. Der Staat finanzierte 14,0 % aller laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2024, nachdem der Anteil 2023 noch bei 15,0 % gelegen hatte. Der Finanzierungsanteil der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck sank von 0,7 % auf 0,6 %.





Sozialversicherungsbeiträge wichtigste Finanzierungsart der laufenden Gesundheitsausgaben

Von den durch die privaten Haushalte finanzierten 286,8 Milliarden Euro entfiel knapp die Hälfte (136,5 Milliarden Euro) auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gut ein Fünftel (59,5 Milliarden Euro) waren sonstige inländische Einnahmen. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben, die von den privaten Haushalten für die ambulante und stationäre Pflege oder den Kauf von rezeptfreien Produkten in Apotheken finanziert wurden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 11,5 Milliarden Euro (+9,2 %) bei den Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und 3,1 Milliarden Euro (+5,6 %) bei den sonstigen inländischen Einnahmen.

Bei den Unternehmen waren 85,0 % des Finanzierungsbeitrages von insgesamt 164,5 Milliarden Euro an den laufenden Gesundheitsausgaben auf die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber zurückzuführen. Im Vorjahresvergleich wuchs diese Finanzierungsart um 12,1 Milliarden Euro (+9,5 %) auf 139,9 Milliarden Euro.

Der Staat brachte 90,1 % seines Finanzierungsbeitrags von 73,9 Milliarden Euro für Transfers und Zuschüsse auf, zu denen neben dem jährlichen Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds etwa die Beihilfen der öffentlichen Arbeitgeber zählen. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Transfers und Zuschüsse um 579 Millionen Euro (-0,9 %) auf 66,6 Milliarden Euro.

Methodische Hinweise:

Die Ergebnisse der Finanzierungsrechnung ergänzen die Gesundheitsausgabenrechnung. Beide Berechnungen folgen dem internationalen Konzept des"System of Health Accounts". Für die Finanzierungsrechnung werden die einzelnen Einnahmen direkt oder indirekt über Schlüssel den finanzierenden Akteuren, den Finanzierungsarten und den Ausgabenträgern zugeordnet. Dabei werden die Einnahmen in Abhängigkeit der laufenden Ausgaben betrachtet und diesen gleichgesetzt. Insofern erfasst die Finanzierungsrechnung keine Defizite oder Überschüsse. Die hier ausgewiesenen laufenden Gesundheitsausgaben umfassen die gesamten Gesundheitsausgaben ohne die Investitionen. Über die gesamten Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 in Deutschland einschließlich einer Schätzung für das Jahr 2025 informiert die Pressemitteilung Nr. 115 vom 2. April 2026.

Weiterführende methodische Erläuterungen zu den Gesundheitsausgaben und ihrer Finanzierung werden im Qualitätsbericht beschrieben.

Weitere Informationen:

Detaillierte Daten zu den Gesundheitsausgaben des Jahres 2024 sowie lange Zeitreihen sindüber die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung (23611) in der Datenbank GENESIS-Online oder im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (www.gbe-bund.de) abrufbar. Dort sind auch weitere gesundheitsbezogene Daten und Tabellen zu den Gesundheitsausgaben sowie deren Finanzierung zu finden.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Gesundheitsbezogene Rechensysteme
Telefon: +49 611 75 8121
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44


Original-Contentvon: Statistisches Bundesamt,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 18.06.2026 - 08:00 Uhr
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