Kommentar von"nd.DerTag"zum MMA-Kampf vor dem Weißen Haus

(ots) - Wenn sich die Politik in den Sport einmischt, dann wird es in der Regel ungemütlich. Das kann man gerade bei der laufenden Fußball-WM der Männer beobachten. Ein Sportfest, das Völker und Menschen zusammenführen soll, verkommt zu einer exklusiven Veranstaltung, wo vor allem die Reichen und Mächtigen Zutritt haben. Der Fußballfan, der Samstag für Samstag ins Stadion pilgert, um seine Vereinsmannschaft anzufeuern, ist dabei nicht eingeplant.
Doch wer glaubt, dies wäre eine Ausnahme, der ist schief gewickelt. Es geht nämlich noch exklusiver. Am Sonntag steigt ein Sportevent der besonderen Art: Zum 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump sind - kein Scherz - auf dem Südrasen des Weißen Hauses Kämpfe im Mixed Martial Arts (MMA) angesetzt.Der Milliardär aus New York City gilt als leidenschaftlicher Anhänger dieses Kampfsportes, der als ein Mix aus Kickboxen, Ringen, Judo, traditionellem Boxen und Taekwondo beschrieben werden kann. Also warum nicht einfach die besten Fighter vor der eigenen Haustür antreten lassen? Das habendie Imperatoren im alten Rom schließlich so oder so ähnlich auch gemacht.
Und das ist nicht alles. Denn jetzt hat US-Außenminister Marco Rubio eine Absichtserklärung für eine Partnerschaft mit der MMA-Liga Ultimate Fighting Championship (UFC) unterzeichnet. Ziel ist nach Angaben des Außenministeriums, Initiativen im Bereich der"Sportdiplomatie"zu stärken. Sicherlich ist es nur ein Zufall, dass UFC-Boss Dana White als ein glühender Anhänger von Trump gilt. Bei der Unterzeichnung der Erklärung bezeichnete Rubio die UFC als die"Vereinten Nationen des Kämpfens, wenn man bedenkt, wie viele Länder vertreten sind". Die Sportart bringe Zuschauer mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammen.
Wie bitte? Dass dieser Mann Worte wie"Diplomatie"oder"Vereinte Nationen"(UN)überhaupt in den Mund nimmt, ist schon eine Frechheit an sich. Denn"Diplomatie"ist für diese US-Administration bekanntlich ein Fremdwort; das haben der noch laufende Krieg gegen den Iran oder die Entführung des venezolanischen Präsidenten, Nicolás Maduro, deutlich gemacht. Und dass Washington internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen und das Völkerrecht verachtet, hat man dort ebenfalls mehrfach unter Beweis gestellt: Die USA reduzierten unter Trump drastisch ihre Beitragszahlungen an die UN, verhängten Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof und stiegen aus dem Pariser Klimaabkommen aus. Für Trump sind Völkerrecht und UN ein Hindernis für die US-amerikanische Souveränität und ihren Anspruch, eine Weltmacht sein zu wollen.
Wenn die Kämpfer am Sonntag vor dem Weißen Haus in den Käfig steigen, dann ist das mehr als ein Unterhaltungsevent für Donald Trump. Es ist eine Drohung für die Welt. Das Motto: Wer sich mit uns anlegt, dem schlagen wir den Schädel ein.
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Datum: 12.06.2026 - 17:40 Uhr
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