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Studie: Mittelstand setzt auf Mittelstandssoftware statt Konzernlösungen

ID: 2256692

Politik muss mittelständische Digitalwirtschaft endlich ernst nehmen


(PresseBox) - Der deutsche Mittelstand setzt bei seiner Digitalisierung entgegen landläufiger Meinung nicht einseitig auf globale Softwarekonzerne, sondern in großem Umfang auf Lösungen aus dem heimischen IT-Mittelstand. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme der Universität Potsdam im Auftrag des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi), die gestern beim Hauptstadtforum Digitalwirtschaft des BITMi vorgestellt wurde.

Die Ergebnisse sind eindeutig:

44,3 Prozent des deutschen Mittelstands nutzen Unternehmenssoftware des IT-Mittelstands.

Auch mehr als 20 Prozent der Großunternehmen setzen auf mittelständische IT-Anbieter.

Der IT-Mittelstand ist damit kein Randakteur, sondern ein zentraler Digitalisierungspartner der deutschen Wirtschaft. Diese Realität muss sich auch in politischen Entscheidungen widerspiegeln.

Die Studie macht deutlich: Mittelständische Anwenderunternehmen vertrauen bei Unternehmenssoftware in erheblichem Maße auf Anbieter aus der eigenen Größenklasse. Sie setzen auf Partner, die ihre Strukturen, ihre Anforderungen und ihre Praxis kennen – statt ausschließlich auf standardisierte Lösungen globaler Softwarekonzerne, die meist aus Übersee stammen.

Mittelstand setzt auf IT-Mittelstand– Politik muss nachziehen

„Diese Zahlen sind ein Weckruf an die Politik“, erklärt BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün. „Während in politischen Reden ständig von Digitaler Souveränität, Mittelstand und Innovationskraft gesprochen wird, sieht die Realität oft anders aus: Wenn es konkret wird,werden viel zu häufig die großen internationalen Softwarekonzerne berücksichtigt – und der IT-Mittelstand bleibt außen vor.“

Dabei zeige die Studie das Gegenteil dessen, was in vielen politischen Entscheidungsprozessen offenbar noch immer vorausgesetzt werde: nämlich, dass der IT-Mittelstand zu klein, zu spezialisiert und zu unbedeutend sei. Tatsächlich ist er längst eine tragende Säule der Digitalisierung in Deutschland.





„Der Mittelstand setzt bereits auf den IT-Mittelstand. Jetzt muss auch die Politik endlich nachziehen“, so Grün weiter. Wer technologische Selbstbestimmung will, muss heimische Softwareanbieter systematisch stärken, wenn sie vergleichbare Lösungen anbieten.“

Faire Chancen statt Bürokratie und Regulierungslast

Der BITMi fordert deshalb eine klare politische Kurskorrektur, um die bürokratische Belastung für den IT- Mittelstand zu reduzieren. Dazu müsse in erster Linie endlich die unübersichtliche Menge an Regulierungen wie beispielsweise Bundestariftreuegesetz, NIS2, Cyber Resilience Act, AI Act oder Data Act mittelstandsgerechter gestaltet werden. Bereits vor derEinführung dieser neuen Regulierungen muss nach einer aktuellen Studie des KfW für jeweils 15 Beschäftigte eine komplette Vollzeitstelle zusätzlich finanziert werden, um allen Regulierungen nachzukommen. Mit den neuen Regulierungen droht eine Erhöhung des Bürokratieaufwandes für Softwareunternehmen von bis zu 50 Prozent. Deshalb fordert der Verband ein Moratorium für neue Regulierungen von 24 Monaten. Wer den IT-Mittelstand stärken will, mussihn ferner beiöffentlichen Digitalprojekten, Förderprogrammen und Vergabeentscheidungen endlich systematisch berücksichtigen – und darf ihn nicht durch praxisferne Vorgaben faktisch ausschließen.

„Der IT-Mittelstand braucht faire Chancen statt neuer Hürden“, so Grün. „In der politischen Debatte wird der Mittelstand gerne als Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet. In konkreten Regelungen wird er aber viel zu oft behandelt, als müsse er sich erst gegen einen Generalverdacht rechtfertigen.“

Dies zeige sich etwa in Vergabeverfahren, in denen Konzernsoftware oder Open-Source-Lösungen häufig strukturell bevorzugt würden, während leistungsfähige Mittelstandssoftware zu wenig Beachtung finde. Ebenso problematisch seien politische Vorgaben, die sich an der Welt großer Konzerne orientierten und dabei die Realität mittelständischer Unternehmen verfehlten.

„Wer den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken und Digitale Souveränität erreichen will, muss den IT-Mittelstand nicht nur erwähnen, sondern politisch ernst nehmen“, betont Grün. „Digitalpolitik ist Wirtschaftspolitik – und ohne Mittelstandssoftware bleibt sie unvollständig.“

Über die Studie

Die von Prof. Dr. Norbert Gronau durchgeführte Studie hat die Marktanteile von Unternehmenssoftware im deutschen Mittelstand untersucht. Anhand der Verbreitung von ERP-Systemen als häufigste Standardsoftwarelösung in Unternehmen ermittelt die Analyse die Bedeutung des IT-Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft. Neben der Aufschlüsselung nach Unternehmensgröße bietet die Umfrage auch eine Übersicht der Marktanteile des IT-Mittelstands in unterschiedlichen Anwenderbranchen.

Details zum Vorgehen und alle Ergebnisse finden Siehier.

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (www.bitmi.de) vertrittüber 2.500 mittelständische IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.

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Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (www.bitmi.de) vertrittüber 2.500 mittelständische IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.



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Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 11.06.2026 - 11:03 Uhr
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Ansprechpartner: Isabel Weyerts
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Kategorie:

Softwareindustrie



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