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Libanon: Nach Abbruch des Ministerinnen-Besuchs warnt die Hilfsorganisation CARE vor wachsender humanitärer Katastrophe

ID: 2254991

(ots) - Trotz einer vor mehr als sechs Wochen vereinbarten Waffenruhe weiten sich die Kampfhandlungen im Libanon erneut aus. Die Sicherheitslage hat sich so drastisch verschlechtert, dass die Reise von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) beim Anflug auf Beirut abgebrochen werden musste. CARE Deutschland warnt vor einer weiteren Zuspitzung der humanitären Krise, von der Millionen Menschen betroffen sind.

"Die jüngste Eskalation im Libanon verschärft eine bereits katastrophale humanitäre Lage und treibt besonders verletzliche Menschen noch tiefer in die Krise", sagt Hovik Atamian, stellvertretender Landesdirektor von CARE International im Libanon."Menschen werden wieder zur Flucht gezwungen, verlieren ihre Lebensgrundlagen, die Bildung ihrer Kinder wird unterbrochen und der Zugang zu medizinischer Versorgung und grundlegenden Dienstleistungen bricht weg", so Atamian.

CARE beobachtet einen drastisch steigenden Bedarf an Unterkünften, sauberem Wasser, Nahrungsmitteln, Schutzmaßnahmen und Gesundheitsversorgung. Besonders betroffen sind Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Unsicherheit bestimmt den Alltag vieler Familien. Auch den von Zeinas* Familie, die mit ihren Kindern in einer Notunterkunft lebt:"Ich schlafe kaum noch. Jede Nacht halte ich meine Kleidung und die Dokumente meiner Kinder griffbereit, falls wir wieder fliehen müssen. Die Explosionen, die Unsicherheit und die Angst um meine Kinder machen es unmöglich, zur Ruhe zu kommen."

Besonders schwer wiegt für sie die Perspektivlosigkeit:"Das Schwierigste ist, meinen Kindern Sicherheit zu vermitteln, wenn ich selbst Angst habe. Meine Töchter fragen mich, wann sie wieder zur Schule gehen können, wann das Leben wieder normal wird - und ich habe keine Antworten mehr."

CARE und seine Partnerorganisationen haben bislangüber 87.000 Menschen mit Trinkwasser, Mahlzeiten, Hygieneartikeln und Unterstützung in Notunterkünften erreicht. Doch der Bedarf wächst schneller als die verfügbaren Hilfen.





"Ohne anhaltenden humanitären Zugang und deutlich mehr internationale Unterstützung werden noch mehr Familien in extreme Not geraten", warnt Atamian."Keine Familie sollte immer wieder fliehen müssen und in ständiger Angst leben."

CARE fordert alle Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten, die Zivilbevölkerung zu schützen und sicheren Zugang für humanitäre Organisationen zu gewährleisten. Es werden dringend mehr finanzielle Mittel benötigt, um den Menschen in Not beistehen zu können. Dies ist eine Frage der Menschlichkeit und Würde.

*Namen zum Schutz der Personen geändert.

Pressekontakt:

Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland e.V.
Larissa Lindner
Mobil: +49 (0) 171 984 309 3
E-Mail: lindner(at)care.de


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