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Hitzestress in Europas Wirtschaft: Wie gut Unternehmen auf die nächste Hitzewelle vorbereitet sind

ID: 2254183

(ots) - Hitzewellen bedrohen Jahr für Jahr die Gesundheit von Millionen Menschen und gefährden ganze Wirtschaftszweige. Die GLS Bank Gruppe hat gemeinsam mit ihrer Investmenttochter GLS Investments, dem Verein Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) und Partnern aus dem europäischen Investorennetzwerk Shareholders for Change 22 börsennotierte Unternehmen in Europa befragt, wie sie ihre Mitarbeitenden vor Hitze schützen - und wo es noch Lücken gibt.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bezeichnet Hitze als größtes Gesundheitsrisiko der Klimakrise und schätzt, dass weltweit 2,4 Milliarden arbeitende Menschen und damit über 70 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung Hitze in besonderem Maße ausgesetzt sind. Allein für die deutsche Wirtschaft entsteht bis 2030 ein Schaden von rund 112,5 Milliarden Euro, schätzen Versicherungen.

Während Kreditprojekte im direkten Austausch durch die GLS Bank begleitet werden, ist das im Kapitalmarkt mit vielen international tätigen Unternehmen deutlich komplexer. Hier setzt die GLS Investments an: Die Investmenttochter der GLS Bank Gruppe tritt als aktive Investorin in den Dialog mit den Unternehmen, in die sie investiert - ein Ansatz, der im Finanzsektor als"Engagement"bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund legen GLS Bank, GLS Investments, KLUG und Shareholders for Change nun eine gemeinsame Analyse zu Hitzerisiken und Hitzeschutz in Unternehmen vor.

Vielfältige Maßnahmen, strategische Lücken

Die 22 befragten europäischen Unternehmen sind Teil des sozial-ökologischen Anlageuniversums der GLS Investments und haben den strengen Nachhaltigkeitsprüfprozess der GLS Bank Gruppe durchlaufen. Sie gelten damit als überdurchschnittlich weit in sozialen und ökologischen Fragen fortgeschritten - ein Hinweis darauf, dass der Stand in der Gesamtwirtschaft deutlich darunter liegen dürfte.

Fast alle berücksichtigen Hitze in ihren Gefährdungsbeurteilungen, passen Arbeits- und Pausenzeiten an, stellen ausreichende Wasserversorgung sicher und nutzen technische Lösungen wie Klimatisierung oder Verschattung. Besonders dort, wo Mitarbeitende im Freien oder körperlich arbeiten - etwa in Energie- und Logistikunternehmen - ist die Maßnahmenvielfalt hoch.





Gleichzeitig bleiben strategische Lücken. Weniger als die Hälfte der Unternehmen wertet hitzebedingte Gesundheitsausfälle systematisch aus. Hitzestress wird zwar als Risiko anerkannt, seine gesundheitlichen und produktivitätsbezogenen Folgen werden jedoch selten datenbasiert gesteuert. Strategische Hitzeschutzkonzepte undkonzernweite Standards existieren häufig erst in Ansätzen. Unternehmen mit hoher operativer Hitzebelastung haben meist eine realistischere Selbsteinschätzung und ein breiteres Maßnahmenportfolio als Büro- und Technologieunternehmen, die Hitze oft noch als"nicht wesentlich"einstufen.

Zentrale Ergebnisse der Erhebung

Die Befragung umfasste 22 europäische, börsennotierte Unternehmen aus dem Anlageuniversum der GLS Investments. Sie haben 2025 zusammen mehr als 200 Milliarden Euro Umsatz erzielt.

Bei der Risikoerkennung und -bewertung von Hitze zeigt sich:


- 95 % der Unternehmen berücksichtigen Hitze in Gefährdungsbeurteilungen.
- 43 % erfassen systematisch gesundheitliche Folgen von Hitze, etwa hitzebedingte Krankheitsausfälle.

Governence, Zuständigkeiten und Managementsysteme:


- 76 % verfügen über klare Zuständigkeiten.
- 76 %überprüfen ihre Systeme regelmäßig und verbessern bei Bedarf.
- 71 % verfügen über systematische Hitzeschutzkonzepte.

Bei technischen und baulichen Maßnahmen geben die Unternehmen an:


- 100 % setzen technischen Hitzeschutz wie Klimatisierung oder Verschattung ein.
- 43 % schalten bei Bedarf hitzeintensive Geräte ab.

Organisatorische und individuelle Schutzmaßnahmen sind weit verbreitet:


- 86 % bieten spezielle Schutzausrüstung an.

Information, Schulung&Kultur:


- 90 % verfügen über Frühwarnsysteme bei Hitze (z.B. E-Mails, Apps, Screens).

Eine ausführlichere Auswertung der Erhebung sowie ein gemeinsames Statement mit drei zentralen Forderungen von Shareholders for Change, KLUG und GLS Investments ist dieser Meldung beigefügt.

"Selbst nachhaltige Unternehmen haben noch Potenzial bei systematischen Hitzeschutzmaßnahmen. In unseren Gesprächen weisen wir auf Lücken hin und empfehlen konkrete Schritte. Hitzeschutz ist für uns ein Kernbestandteil glaubwürdiger Nachhaltigkeit - er schützt Beschäftigte und stärkt Geschäftsmodelle", sagt Richard Buch, Engagement-Experte und Senior Analyst im sozial-ökologischen Research der GLS Investments.

Europaweit im Dialog: Shareholders for Change zu Gast in Bochum

Die Befragung der Unternehmen wurde in Kooperation mit dem Verein Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. durchgeführt. Die Ergebnisse werden auf dem zweitägigen Netzwerktreffen mit dem europäischen Netzwerk Shareholders for Change (SfC) diskutiert. In dem Netzwerk haben sich über 20 nachhaltige Investoren aus verschiedenen europäischen Ländern zusammengeschlossen, die gemeinsam mehr als 50 Milliarden Euro verwalten. Vertreterinnen und Vertreter des Netzwerks kommen beim"SfC Summer Meeting"am 28. und 29. Mai in Bochum zusammen, zu dem die GLS Bank Gruppe in diesem Jahr einlädt.

Die Befragung ist Teil des zweitägigen Meetings sowie des"Engagement-Report Season 2025".

Links für weitere Informationen


1. Hintergründe zum Hitze Engagement, Ergebnisse der Befragung, Praxisbeispiele (https://www.gls-investments.de/media/Investments/PDF/Pressemitteilungen/2026_Anhang_Hitzeschutz_in_Unternehmen_Engagement_Befragung.pdf)(PDF)
2.Öffentliches, begleitendes Statement der beteiligten Organisationen (auf englisch) (https://www.gls-investments.de/media/Investments/PDF/Pressemitteilungen/2026-05-29_Public-statement-heat-protection-SfC-summer-meeting.pdf) (PDF)
3. Engagement Report 2025 der SfC (https://www.shareholdersforchange.eu/wp-content/uploads/2026/03/SfC-ENGAGEMENT-Report2025-2.pdf) (PDF)



Pressekontakt:

Lukas Feldmann

M: presse(at)gls.de
T: +49 (0) 234 5797 5340


Original-Contentvon: GLS Bank,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 29.05.2026 - 10:26 Uhr
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Kategorie:

Gesundheit & Medizin



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