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Studie: Wie Deutschlands Schlüsselbranchen wieder fit werden

ID: 2251621

(ots) -
- United Interim Wirtschaftsreport 2026 benennt die Produktivitätsfaktoren für die wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft
- Umfrage unter 550 Interim Managern aus allen Branchen

Die Automobilbranche wird häufig als Gradmesser für den Zustand des Industrielands Deutschland eingestuft. Doch tatsächlich ist der Maschinen- und Anlagenbau für die industrielle Substanz des Standorts noch wichtiger, weil er breiter aufgestellt, stärker mittelständisch geprägt und weniger abhängig voneinzelnen Märkten ist. Dies geht aus dem Wirtschaftsreport 2026 der Management-Community United Interim (www.unitedinterim.com) hervor, den 15 Experten für Interim Management vorgestellt haben. Ulvi Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel,Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg sowie Dr. Harald Schönfeld sind in dem Report unter anderem der Frage nachgegangen, welche Branchen für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands von ausschlaggebender Bedeutung sind und welche Maßnahmen notwendig sind, um diese"auf Spur zu halten."Hierfür haben die 15 Experten eine Umfrage unter 550 Interim Managern durchgeführt, die als Führungskräfte auf Zeit mehr berufliche Herausforderungen in mehr Unternehmen bewältigen als festangestellte Manager und daher als besonders erfahren gelten.

Produzierendes Gewerbe Schlüssel für den Wirtschaftsstandort Deutschland

Demnach sind sich 88 Prozent der befragten Interim Manager einig, dass dem Maschinen- und Anlagenbau die höchste Bedeutung für die Industrienation Deutschland zufällt. Erst an zweiter Stelle steht die Zulieferindustrie mit 78 Prozent (Mehrfachnennungen waren erwünscht) und an fünfter die Automotive-Branche insgesamt (68 Prozent)."Letztlich verdeutlichen die Zahlen die umfassende industrielle Substanz Deutschlands, die auf dem Spiel steht", sagt Jan Beutnagel.





Die Positionen drei und vier teilen sich die chemische Industrie und die Elektrotechnik/Elektronik-Fertigung mit 76 Prozent. Das Produzierende Gewerbe insgesamt stufen zwei Drittel der Befragten als Schlüssel für den wirtschaftlichen Wohlstand Deutschlands ein."Wenn einer dieser Wirtschaftszweige schwächelt, wird es eng", sagt Studienleiter Dr. Harald Schönfeld, und stellt fest:"Derzeit leiden leider alle diese Branchen unter strukturellen Schwächen und damit eben auch der Industriestandort Deutschland."

Auf den weiteren Rängen der Bedeutungsskala für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands liegen laut Umfrage: Energiewirtschaft (63 Prozent), Informationstechnologie, Telekommunikation und Software (60 Prozent), Umwelttechnik (59 Prozent), Logistik, Transportwesen und Supply Chain Management (56 Prozent), Gesundheitswesen (54 Prozent), Luft- und Raumfahrttechnik (41 Prozent). Dem Finanzsektor ordnen zwar nur 20 Prozent der Interim Manager eine herausragende Rolle zu, aber weitere 63 Prozent erkennen seine über die eigene Branche hinausgehende Wichtigkeit für die Gesamtwirtschaft an."In einigen dieser Branchen wie IT/TK/Software oder Raumfahrt stecken erhebliche Wachstumspotenziale", sagt Jane Enny van Lambalgen, und empfiehlt:"Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Automotive-Sektor sollten die Expansion in Wachstumsmärkte wie Space oder Robotik ernsthaft erwägen."

Eine Sonderrolle nimmt laut Studie der Bau- und Immobiliensektor ein, dem 87 Prozent eine hohe oder sogar sehr hohe Bedeutungüber die bloße ökonomische Wirkung in der eigenen Branche hinaus zuschreiben. Klaus-Peter Stöppler erläutert:"Die bauliche Infrastruktur bildet die Grundlage für das Funktionieren beinahe aller Wirtschaftszweige. Zudem prägen Immobilien maßgeblich unseren sozialen Lebensraum und gefährden bei Fehlentwicklungen - Stichwort Wohnungsnot - den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft."Sein Kollege Roland Streibich ordnet ein:"Die immer neuenüberlappenden Krisen führen auch in der Bau- und Immobilienbranche zu einem erhöhtem Restrukturierungsbedarf und zunehmendem Pessimismus."

Als"Branche"ganz besonderer Art ist zudem nach Einschätzung der Führungskräfte auf Zeit der Bildungsbereich zu sehen. Ein funktionierendes Aus- und Weiterbildungswesen stellt eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands über alle Branchen hinweg dar, sind sich 83 Prozent der Interim Manager einig."Die Welt hat sich in den letzten 50 Jahren dramatisch verändert, aber das Schulsystem ist praktisch unverändert geblieben", sagt Ulvi Aydin, und fügt hinzu:"Umso wichtiger ist es, dass die berufliche Weiterbildung up to date ist. Die Unternehmen aller Branchen sollten daher intensiv in die Qualifizierung ihrer Belegschaften investieren, um von neuen Entwicklungen wie etwa Künstlicher Intelligenz profitieren zu können."

Auswirkungen von KI auf Schlüsselbranchen

Welche Wirtschaftszweige werden durch Künstliche Intelligenz (KI) in absehbarer Zeit am stärksten verändert, wollten die 15 Experten für Interim Management im Rahmen der Studie wissen. Das Bildungswesen und die IT/TK/Software-Branche, meinen über drei Viertel (77 Prozent) der Befragten. Finanzdienstleistungen nennen 70 Prozent der Führungskräfte auf Zeit.

Künstliche Intelligenz wird auch das Rückgrat der deutschen Industrie, den Maschinen- und Anlagenbau, auf den Kopf stellen, blicken 62 Prozent in die Zukunft. 60 Prozent sehen massive Veränderungen durch KI in der Zuliefer- und 58 Prozent in der Automobilindustrie voraus. Im Produzierenden Gewerbe insgesamt erwarten 57 Prozent signifikante Umwälzungen durch das verstärkte Eindringen Künstlicher Intelligenz in die Fertigung."Immer mehr Unternehmen des Mittelstands nutzen KI-Lösungen. Doch die Wucht der KI-Welle wird in vielen Führungsetagen massiv unterschätzt. Das wird für viele Unternehmen harte Konsequenzen haben", meint Eckhart Hilgenstock.

Der prognostizierte Veränderungsgrad durch KI in weiteren Branchen verteilt sich laut Umfrage wie folgt: Logistik, Transportwesen und Supply Chain Management (68 Prozent), Elektrotechnik/Elektronik (68 Prozent), Gesundheitswesen (64 Prozent), Luft- und Raumfahrt (58 Prozent), Chemie/Pharma (53 Prozent), Ernährung (50 Prozent), Umwelttechnik (49 Prozent), Energiewirtschaft (47 Prozent), Bau- und Immobilienbranche (27 Prozent)."In praktisch allen Branchen lassen sich erhebliche Effizienzsteigerungen durch den KI-Einsatz bei Vertrieb und Marketing feststellen", weiß Christian Florschütz aus zahlreichen Einsätzen. Das sehen 59 Prozent der Befragten genauso.

Optimierung ist wichtiger als KI

Wie aus dem United Interim Wirtschaftsreport 2026 hervorgeht, steht der KI-Einsatz indes nicht an erster Stelle, wenn es darum geht, die Produktivität in Industrieunternehmen zu erhöhen."Die größten Produktivitätssprünge stecken in der Prozessoptimierung", sagt Ulrich Schmidt, und 81 Prozent der befragten Praxisprofis stimmen ihm zu. Ulf Camehn ergänzt:"Prozessoptimierung ist die Basis und KI-Inventur die Methode, um aus KI keinen Aktionismus, sondern Wirkung zu machen."Dabei geht es darum, betriebliche Abläufe entweder grundlegend neu zu gestalten (Re-Design) oder zumindest bestehende Prozesse systematisch zu verschlanken (Lean), um Effizienz, Qualität und Geschwindigkeit bei sinkenden Kosten zu steigern."Vereinfacht gesagt wird alles eliminiert, wasüberflüssig ist, nicht zur Wertschöpfung beiträgt und den Kundennutzen oder die Wettbewerbsfähigkeit nicht erhöht", sagt Dr. Andreas Vieweg.

An zweiter Stelle nach der Optimierung der Abläufe steht laut Report die Qualifizierung der Belegschaft mit 74 Prozent Zustimmung."Eine KI-Einführung ohne entsprechende Weiterbildung der Beschäftigten zum Umgang damit kann die Produktivität sogar nach unten treiben, weil die Betroffenen verunsichert sind", gibt Paul Stricker ein Beispiel für die Zusammenhänge. An dritter Stelle folgt die übergreifende Automatisierung mit 70 Prozent Zustimmung.

Im Spezifischen stufen die Führungskräfte auf Zeit folgende Hebel als besonders relevant für Produktivitätssteigerungen ein (Überlappungen gewollt): Smart Production (Industrie 4.0 bzw. 5.0; 66 Prozent), Produktionsoptimierung (65 Prozent), Künstliche Intelligenz (64 Prozent), Robotics (62 Prozent), Einsatz moderner Software (ERP, CRM etc.; 55 Prozent), Optimierung des Produktportfolios (53 Prozent) und Lieferkettenoptimierung (49 Prozent). Das Konzept der sogenannten"Dark Factories", also einer vollautomatisierten Fertigung ohne menschliche Arbeitskraft, stufen 43 Prozent der Befragten als realistisch und produktivitätsfördernd ein. 35 Prozent empfehlen einen Autonomous Production Twin (APT), also ein KI-gestütztes, digitales Abbild der Produktion, das Prozesse in Echtzeit überwacht, optimiert und weitgehend autonom steuert.

Christian Jung erklärt:"Der Maschinen- und Anlagenbau ist in vielen Bereichen immer noch Technologieführer. Doch geopolitische Verschiebungen, verschärfter internationaler Wettbewerb und ein tiefgreifender Umbruch zwingen die Branche, sich neu zu erfinden. Wer zögert, verliert. Automatisierung, Robotics und KI eröffnen dabei neue Möglichkeiten. Wer die richtigen Maßnahmen daraus ableitet und seine tragfähige Strategie konsequent umsetzt, wird die Märkte von morgen gestalten."Friedhelm Best hat festgestellt:"Westliche Unternehmen mit einer Produktionsstätte in Asien erhalten oft von dort viele brauchbare Anregungen zum Technologieeinsatz für die heimische Fertigung."

Dr. Harald Schönfeld fügt im Hinblick auf Interim Management hinzu:"Betriebsblindheit ist die größte Hürde, um Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Die externe Perspektive, wie sie Interim Manager mitbringen, gepaart mit Branchen-Know-how und bereits gesammelten Erfahrungen bei der Einführung dieser neuen Technologien, ist für jedes Unternehmen ein Gewinn."

Dr. Sven Mues weiß zu berichten:"In vielen Industrien geht die Modernisierung mit der Entscheidung für eine Werksverlagerung etwa nach Osteuropa einher."

United Interim ist die führende digitale Plattform und das einzige Ökosystem für Interim Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie macht qualitätsgeprüfte Interim Manager sichtbar, ermöglicht ihre professionelle Selbstvermarktung und bietet Unternehmen sowie Providern einen kostenfreien, direkten Zugang zu passenden Interim-Lösungen. Als offene Online-Community und kuratierter Pool erreicht UNITEDINTERIM weit über 12.000 Führungskräfte auf Zeit in der DACH-Region. Aus diesem Kreis haben einige der erfahrensten und renommiertesten Interim Manager gemeinsam mit UNITEDINTERIM eine Studie über den Stand und die Zukunft der deutschen Wirtschaft durchgeführt - darunter Ulvi Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg. Die Studienleitung liegt bei Dr. Harald Schönfeld und Jürgen Becker, den Gründern und Geschäftsführern von UNITEDINTERIM. An der Befragung haben über 550 ausgewählte Interim Manager teilgenommen - Vertreter der"Königsklasse"im Management, die in mehr Unternehmen mehr Herausforderungen meistern als klassische angestellte Führungskräfte und deshalb über einen besonders breiten Überblick verfügen. Anders als Berater entwickeln Interim Manager nicht nur Konzepte, sondern verantworten in einer definierten Zeit im Unternehmen auch deren Umsetzung.

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Weitere Informationen: UNITEDINTERIM, www.unitedinterim.com

Presseagentur: euromarcom public relations, team(at)euromarcom.de,
www.euromarcom.de


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Datum: 18.05.2026 - 09:35 Uhr
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