Neue Studie zum Alkoholkonsum Jugendlicher: Prävention bleibt wichtig

(ots) - Mehr als zwölf Prozent der Jugendlichen in Deutschland weisen Hinweise auf ein problematisches Trinkverhalten auf. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Stiftung Gesundheitswissen hervor, für die 2.006 Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren befragt wurden. Die Ergebnisse machen deutlich: Auchwenn der Alkoholkonsum junger Menschen langfristig zurückgegangen ist, bleibt Prävention weiterhin notwendig.
Zwar ist der Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass Alkohol für einen relevanten Teil der Jugendlichen weiterhin eine Rolle spielt. Die neue Studie der Stiftung Gesundheitswissen, die im Fachjournal JMIR Public Health and Surveillance erschienen ist, zeigt: Rund 20 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen trinken mindestens einmal pro Woche Alkohol. Bei 12,7 Prozent der Befragten wurde das Trinkverhalten als problematisch eingestuft. Als problematisch gilt ein Trinkverhalten, wenn mehrere Warnzeichen zusammenkommen – etwa Alkoholkonsum zur Entspannung, die Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss, Erinnerungslücken oder Konflikteim Zusammenhang mit Alkohol.
Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen: Jungen wiesen der Erhebung zufolge häufiger ein problematisches Trinkverhalten auf als Mädchen (15,9 Prozent gegenüber 9,1 Prozent). Auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund lag der Anteil höher als bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund (16,9 Prozent gegenüber 12,0 Prozent). Besonders deutlich waren die Unterschiede nach Alter: Bei den 16- bis 17-Jährigen berichteten 21,9 Prozent von problematischem Konsum, bei den 14- bis 15-Jährigen waren es 11,6 Prozent und bei den zwölf- bis 13-Jährigen 5,0 Prozent. Kein signifikanter Zusammenhang zeigte sich hingegen mit der besuchten Schulform oder der Gesundheitskompetenz der Jugendlichen.
Aufklärung muss Jugendliche gezielt erreichen
Die Jugendphase ist eine besonders sensible Lebensphase für den Einstieg in riskantes Konsumverhalten. Da die Hirnreifung in diesem Alter noch nicht abgeschlossen ist, können die gesundheitlichen Folgen von Alkohol besonders schwer wiegen. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass Alkoholprävention Jugendliche weiterhin gezielt erreichen muss. Die Studie zeigt, welche Gruppen besonders im Blick behalten werden sollten, und unterstreicht den Bedarf an verständlichen, zielgruppengerechten Informationsangeboten“, sagt PD Dr. med. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen. Auf ihrem Portal bietet die Stiftung Gesundheitswissen kostenfreie und verständliche Informationen zu den Risiken von Alkoholkonsum und zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.
Hintergrundinformationen zur Studie
Die Ergebnisse beruhen auf der Studie„Problematic Alcohol Use Among Adolescents in Germany: Representative Cross-Sectional Study“, die 2026 im Fachjournal JMIR Public Health and Surveillance erschienen ist. Für die bundesweite Querschnittsstudie wurden 2.006 Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren in Deutschland befragt, teils online, teils in persönlichen Interviews. Problematisches Trinkverhalten wurde mit der deutschen Version des etablierten CRAFFT-Screenings erfasst. Zudem wurden soziodemografische Angaben, die wöchentliche Trinkhäufigkeit und die Gesundheitskompetenz der Teilnehmenden erhoben.Zur Anpassung der Stichprobe wurden die Daten nach zentralen soziodemografischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht und besuchter Schulform gewichtet. Der Fachartikel ist abrufbar unter: https://doi.org/10.2196/87800
Informationen zu den Risiken des Alkohols und zu problematischem Konsum:
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/alkohol/problematischer-konsum
Jonas Windler
Referent PR und Events
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Datum: 04.05.2026 - 09:16 Uhr
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