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ADAC warnt vor White-Label-Kindersitzen / Bei einem Unfall reißt der Sitz aus der Basisstation / Auch Probleme bei Marke"Kinderkraft"

ID: 2242750

(ots) - Der ADAC warnt im Rahmen seines Kindersitztests vor mehreren Produkten. Dabei handelt es sich um eine Gruppe baugleicher Sitze, die unter verschiedenen Namen vertrieben werden, sog. White-Label-Produkte. Bei den Crashversuchen haben diese Sitze so gravierende Mängel gezeigt, dass sie bei einem Unfall schwere Verletzungen für das Kind zur Folge haben können.

Bereits im letzten Test 2025 hatte der ADAC vor dem Sitz"Reecle 360"gewarnt, die Sitzschale hatte sich beim Crashtest aus der Unterkonstruktion gelöst und war unkontrolliert durch den Fahrgastraum geschleudert. Weiterführende Untersuchungen haben ergeben, dass es sich hierbei um ein sogenanntes"White Label"-Produkt handelt. Auf der Plattform"Alibaba"kann der Kindersitz mit europäischer Zulassung nach Kundenwunsch individualisiert und dann in größerer Stückzahl bestellt werden. Dies haben offenbar einige Händler getan - so findet sich der Sitz zum Beispiel unter den Namen"Ding Aiden 360","Kidiz 360","Kids Zone i-Size 360","Buf Boof Tweety Plus","Miophy i-Size 360","Xomax 946i"oder"Lettas i-Size 360"auf diversen Online-Verkaufsportalen wieder. Die Produkte unterscheiden sich in ihrer Optik und im Labeling, sind aber technisch nahezu baugleich.

Der ADAC hat diese Sitze im Internet bestellt und im aktuellen Test erneut im Frontalcrash-Szenario eingesetzt. Dabei versagte die Unterkonstruktion der Sitze und sie schleuderten beim Aufprall durch den Fahrgastraum. Der ADAC warnt daher vor diesen Produkten, da sie bei einem Unfall nicht sicher sind.

Grundsätzlich ist der Vertrieb von White-Label-Produkten ein marktübliches Verfahren. Dass es sich hierbei um unsichere Produkte handelt, ist für Verbraucher nicht zu erkennen - ebenso wenig, dass es sich bei verschiedenen Marken auf verschiedenen Plattformen um das technisch gleiche Produkt handelt. Der ADAC rät daher Eltern, sich beim Online-Kauf von Kindersitzen im Vorfeld über unabhängige Testergebnisse zu informieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf im Fachhandel, um den Einbau im eigenen Fahrzeug auszuprobieren. Der ADAC setzt im Kindersitztest bewusst höhere Anforderungen als der Gesetzgeber, um realistische Belastungen wie bei einem Unfall abzubilden.





Unabhängig von der White-Label-Produktgruppe hat der ADAC auch beim Sitz"Kinderkraft Mink Pro 2"erhebliche Mängel festgestellt. Beim Frontalcrash reißt die Babyschale aus der Isofix-Station"Base Mink FX2"und fliegt ebenfalls durch den Fahrgastraum. Alternativ kann der Sitz auch vorerst ohne Isofix-Station weiterverwendet werden, wobei man beim Einbau auf den richtigen Gurtverlauf achten sollte. Ohne die Basisstation bietet der Sitz einen guten Schutz bei den durchgeführten Crashversuchen.

Der ADAC hat alle betroffenen Anbieter im Vorfeld der Veröffentlichung über die Ergebnisse informiert. Der Hersteller Lettas, der die White-Label-Kindersitze in China produziert, teilte mit, dass man bereits seit Januar einige Verbesserungen an den Sitzen vorgenommen habe, die das Sicherheitsproblem betreffen. Kinderkraft kündigte den kostenlosenUmtausch des Modells"Mink Pro 2 + Base Mink FX2"an. Kunden können sich unter der E-Mail-Adresse safety(at)kinderkraft.com melden.

Pressekontakt:

ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell(at)adac.de


Original-Content von: ADAC,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 08.04.2026 - 00:05 Uhr
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