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Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 auf 538 Milliarden Euro gestiegen

ID: 2242127

(ots) -
- Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung mit +11,3 % am stärksten gestiegen
- Auf den ambulanten Sektor entfielen die meisten Ausgaben
- Hohes Ausgabenwachstum für pflegerische Leistungen und Arzneimittel
- Schätzung für 2025 geht von einem erneuten deutlichen Anstieg aus

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland beliefen sich im Jahr 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Das waren 6 444 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Weltgesundheitstag am 7. April 2026 weiter mitteilt, stiegen die Gesundheitsausgaben insgesamt um 37,9 Milliarden Euro oder 7,6 % gegenüber 2023. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2024 bei 12,4 % und damit 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Gesundheitsausgaben haben sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht

Im Jahr 1994 betrugen die Gesundheitsausgaben in Deutschland 175,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben haben sich damit in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdreifacht. Umgerechnet entsprach dies damals 2 161 Euro je Einwohnerin beziehungsweise Einwohner und einem Anteil am BIP von 9,5 %.

Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung mit +11,3 % am stärksten gestiegen

Gegenüber 2023 verzeichnete die soziale Pflegeversicherung im Vergleich aller Ausgabenträger den stärksten Anstieg von 11,3 % oder 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. Dieser ist insbesondere auf die weiter steigenden Kosten im Zusammenhang mit Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowiedie Leistungszuschläge für vollstationäre Eigenanteile nach § 43c SGB XI zurückzuführen. Der Anteil der sozialen Pflegeversicherung an den Gesundheitsausgaben entsprach 12,0 %.

Mit einem Ausgabenanteil von 55,9 % war die gesetzliche Krankenversicherung auch im Jahr 2024 der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Ihre Ausgaben beliefen sich auf 300,8 Milliarden Euro und lagen somit 7,8 % oder 21,7 Milliarden Euro über denen des Jahres 2023.





Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck bildeten 2024 mit Gesundheitsausgaben in Höhe von 65 Milliarden Euro oder 12,1 % den zweitgrößten Ausgabenträger. Im Vorjahresvergleich wiesen sie einen Ausgabenanstieg von 5,4 % oder 3,3 Milliarden Euro auf.

Die Ausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen um 9,7 % oder 3,9 Milliarden Euro auf 44,8 Milliarden Euro. Auf sie entfielen 8,3 % der Gesundheitsausgaben.

Auf den ambulanten Sektor entfielen die meisten Ausgaben

Gegliedert nach Einrichtungen des Gesundheitswesens (unter anderem ambulante, teil- und vollstationäre Einrichtungen sowie Rettungsdienste und Gesundheitsschutz) entfiel 2024 mit 259,4 Milliarden Euro fast die Hälfte der Gesundheitsausgaben (48,2 %) auf ambulante Einrichtungen wie zum Beispiel Apotheken oder Arztpraxen. In (teil-) stationären Einrichtungen - hierzu zählen Krankenhäuser, Einrichtungen der (teil-) stationären Pflege sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen - wurden insgesamt 197,7 Milliarden Euro aufgewendet, das entsprach 36,7 % aller Ausgaben.

Im Vergleich zum Vorjahr sind in fast allen Einrichtungen die Gesundheitsausgaben deutlich gestiegen. Lediglich in der Einrichtung Gesundheitsschutz, zu der unter anderem die Gesundheitsämter, das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zählen, war nochmals ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Milliarden Euro (-18,5 %) auf 5,9 Milliarden Euro festzustellen. Hintergrund sind im Jahr 2023 noch weiterhin geleisteteCorona-Ausgaben, die 2024 nahezu vollständig entfielen. Ein Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 zeigt jedoch beim Gesundheitsschutz den stärksten prozentualen Anstieg aller Einrichtungen der vergangenen fünf Jahre. Dieser lag bei 61,5 % oder 2,2 Milliarden Euro. Maßgeblich hierfürsind die unternommenen Anstrengungen, unter anderem durch den Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst, den Gesundheitsschutz zu stärken.

Hohes Ausgabenwachstum für pflegerische Leistungen und Arzneimittel

Nebenärztlichen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen zählen unter anderem die Gewährleistung von Zahnersatz, das Bereitstellen von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln sowie von Unterkunft und Verpflegung zum Leistungsspektrum der Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Mit 135,9 Milliarden Euro oder 25,3 % bildeten die pflegerischen Leistungen, zu der unter anderem die ambulant und stationär geleistete Grund-, Behandlungs- und Intensivpflege zählen, die größte Ausgabenposition. Mit einem Anstieg von 14,2 Milliarden Euro beziehungsweise 11,6 % war die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr am größten. Grund hierfür sind insbesondere die gestiegenen Pflegepersonalkosten im stationären Bereich sowie die Pflegegeldzahlungen in der häuslichen Pflege.

Starke Ausgabenzuwächse gab es daneben bei den Arzneimitteln. Unter anderem durch das Auslaufen des für 2023 einmalig angehobenen Herstellerrabatts für erstattungsfähige Arzneimittel stiegen die Ausgaben im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Milliarden Euro beziehungsweise 9,3 % auf 85,1 MilliardenEuro.

Schätzung für 2025 geht von einem erneuten deutlichen Anstieg aus

Für das Jahr 2025 wird auf Basis bereits vorliegender und fortgeschriebener Werte ein weiterer deutlicher Anstieg der Gesundheitsausgaben auf 579,5 Milliarden Euro geschätzt. Das wären 41,3 Milliarden Euro oder 7,7 % mehr als im Jahr 2024.

Methodische Hinweise:

Die vorgestellten Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung folgen dem Konzept des"System of Health Accounts", wonach Ausgaben als gesundheitsrelevant definiert sind, wenn sie das Ziel der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege verfolgen. Weiterführende methodische Erläuterungen zu den Gesundheitsausgaben und ihre Finanzierung werden im Qualitätsbericht im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes beschrieben.

Weitere Informationen:

Detaillierte Daten zu den Gesundheitsausgaben des Jahres 2024 sowie lange Zeitreihen sindüber die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung (23611) in der Datenbank GENESIS-Online oder im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (www.gbe-bund.de) abrufbar.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Gesundheitsbezogene Rechensysteme
Telefon: +49 611 75 8121
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44


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Datum: 02.04.2026 - 08:00 Uhr
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