Apotheken Umschau: Bis zu vier Millionen Frauen in Deutschland sind von Endometriose betroffen

(ots) - Unzureichendes Wissenüber die chronische Krankheit führt zu späteren Diagnosen und persönlichem Leid - das hat auch wirtschaftliche Folgen. Hoffnung bieten evidenzbasierte Aufklärung und neue wissenschaftliche Methoden, Symptome gezielt einzuordnen - damit ist der Grundstein für eine bessere Versorgungsqualität gelegt. Eine gendersensible Medizin kann die Qualität von Diagnostik und Therapie verbessern sowie Fehldiagnosen reduzieren.
Evidenzbasierte Aufklärung hilft, Symptome besser einzuordnen.
Die Anzahl der Frauen mit gesicherten Endometriose-Diagnosen hat sich in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland mehr als verdoppelt. Gab es 2005 rund 230.000 Betroffene, waren es im Jahr 2024 bereits rund 510.000. Doch die Dunkelziffer liegt deutlich höher: Schätzungen gehen von etwa 2 bis 4 Millionen Frauen in Deutschland aus, die unter dem systemisch chronisch-entzündlichen Zustand leiden. Dieser Anstieg der Zahlen lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass die Krankheit heutzutage nicht mehr tabuisiert wird und Ärzt:innen sowie Frauen generell informierter sind.
Langer Weg bis zur Endometriose-Diagnose
Die neue Ausgabe der Apotheken Umschau (4A/2026), erhältlich ab dem 1. April 2026 in den Apotheken, bündelt zum Abschluss des sogenannten EndoMarch - dem Aktionsmonat zum Thema Endometriose - verschiedene Blickwinkel von Betroffenen und Expert:innen auf die unterschätzte Krankheit. In der aktuellen Titelgeschichte"Chronisch unterschätzt"zeigt das Magazin, der Weg zur Endometriose-Diagnose ist oft lang und zermürbend: Im Durchschnitt dauert er 6 bis 10 Jahre. Und selbst, wenn die Diagnose steht, bedeutet das nicht automatisch eine Verbesserung der persönlichen Situation. Laut Studien sind nur rund 45 Prozent der Frauen in Behandlung mit der medizinischen Therapie zufrieden.
Doch es gibt Hoffnung. Die Forschung investiert stark in Bildgebung, KI-Analyse und potenzielle Biomarker, um die jahrelangen Diagnoseverzögerungen zu verringern. Es gibt zudem Apps zur Behandlung von Endometriose, die nachweislich die Lebensqualität der Patientinnen verbessern."Doch nur, wer die Angebote kennt, kann auch von ihnen profitieren. Medien haben hier eine große Verantwortung, denn wir bestimmen mit, welche Informationen Patientinnen erhalten", sagt Julia Rotherbl, Mitglied der Chefredaktion der Apotheken Umschau.
Gender-Data-Gap - ein Problem mit gravierenden Folgen für die Gesundheit von Frauen
In der medizinischen Forschung und bei klinischen Studien werden systematisch definierte Gruppen von Patientinnen und Patienten beobachtet, um eine Evidenz zur Wirksamkeit neuer Therapien zu untersuchen. Oft sind Frauen in diesen Gruppen unterrepräsentiert, sodass weniger Forschungsdaten von ihnen zur Verfügung stehen. Gründe hierfür sind häufig methodischer Natur, unter anderem spielt die monatliche Variation des weiblichen Hormonzyklus dabei eine Rolle. Aufgrund dieses"Gender-Data-Gaps"orientieren sich viele Diagnosen und Therapien bis heute am männlichen Körper."Wir brauchen endlich ein Bewusstsein dafür, wie wichtig gendersensible Medizin ist. In Prävention und Therapie verändert sich etwas -aber leider immer noch sehr langsam", so Julia Rotherbl.
Der sogenannte Gender-Data-Gap führt dazu, dass Krankheitssymptome von Frauen weniger bekannt und Medikamente daher nicht optimal auf sie abgestimmt sind. Um die Datenlücke zu verringern, unterstützt zum Beispiel das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit Förderprogrammen geschlechtersensibleklinische Forschung.
"Die Politik erkennt mehr und mehr die Dringlichkeit, gendersensible Forschung zu fördern. So drängen gerade die Spitzen des Saarländischen Landtags in einem gemeinsamen Antrag unter anderem auf mehr Engagement, aber auch auf mehr Mittel für geschlechtersensible Medizin", sagt Dr. Dennis Ballwieser, Chefredakteur der Apotheken Umschau und ergänzt:"auch wir Medien stehen in der Pflicht, Aufklärungsarbeit zu betreiben und auf die Notwendigkeit der gendersensiblen Medizin aufmerksam zu machen."
Hintergrundinformationen:
Einen Selbsttest findet man auf endometriose-doc.de,dem Partnerportal der Apotheken Umschau. Weiterführende Informationen bieten auch die beiden Endometriose-Spezialpodcastfolgen von"Siege der Medizin"und"The Sex Gap"von Wort&Bild:
Siege der Medizin: Eva s Fluch - die Geschichte der Endometriose (https://www.apotheken-umschau.de/podcast/episode/siege-der-medizin-der-medizinhistorische-podcast/evas-fluch-die-geschichte-der-endometriose-1459753.html)
The Sex Gap: Wenn Du jeden Monat wehenartige Schmerzen hast (https://www.apotheken-umschau.de/podcast/episode/the-sex-gap-der-podcast-zu-geschlechtergerechter-medizin/endometriose-wenn-du-jeden-monat-wehenartige-schmerzen-hast-949417.html)
Über die Apotheken Umschau
Die Apotheken Umschau ist in Deutschland das mit Abstand meistgelesene Gesundheitsmagazin. Zwei Ausgaben im Monat informierenüber alle wichtigen Themen rund um die Gesundheit, mit wertvollen Ratschlägen. Aktuelles medizinisches Wissen wird auf seriöse, fachlich kompetente und allgemein verständliche Weise vermittelt. Die Auflage liegt bei 5.084.355 verkauften Exemplaren monatlich (A+B, IVW 4/2025), 15,02 Millionen Menschen lesen das Gesundheitsmagazin jeden Monat (AWA 2025). apotheken-umschau.de steht für seriöse Inhalte und umfassende Gesundheitsinformationen mit gründlicher Recherche. Das Gesundheitsportal verzeichnet monatlich 2,24 Mio. Nutzer 16+ (agma DNA 01/2026).
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Datum: 31.03.2026 - 12:04 Uhr
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