Arbeitsmarkt-Analyse: In diesen Bundesländern bleiben offene Stellen trotz hoher Nachfrage unbesetzt

(ots) -
- Büro- und Telefondienstleister ebuero (www.ebuero.de) untersucht Branchen auf Arbeitsmarkt-Mismatching und Fachkräftemangel
- In der Werbe- und Marketingbranche zeigt sich die größte Diskrepanz zwischen vielen Arbeitssuchenden, wenigen offenen Stellenangeboten und einer hohen Vakanzzeit
- In der Steuerberatung herrscht hingegen der ausgeprägteste Fachkräftemangel, allen voran in Rheinland-Pfalz
Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor großen Herausforderungen: Manche Stellen bleiben trotz hoher Nachfrage über Monate unbesetzt. Der Büro- und Telefondienstleister ebuero (www.ebuero.de) hat untersucht, warum das so ist. Auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit analysierte das Unternehmen, in welchen Bundesländernbesonders viele offene Stellen auf vergleichsweise wenige Arbeitssuchende treffen und wie lange Positionen vakant bleiben. Untersucht wurden Berufe in Büro, Personalwesen, Steuerberatung, Arzt- und Praxishilfe, Werbung und Marketing sowie Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Die Ergebnissezeigen: In einigen Bundesländern kommt es zu einem sogenannten Arbeitsmarkt-Mismatch. Es gibt zwar Arbeitskräfte, doch diese passen nicht zu den offenen Stellen, etwa aufgrund falscher Qualifikationen, Erfahrung oder Region. Anders als beim Fachkräftemangel, bei dem es zu wenige qualifizierte Personen gibt, handelt es sich beim Arbeitsmarkt-Mismatch um ein Problem der zu geringen Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage.
Werbung und Marketing: Wenn Bewerber und Stellen aneinander vorbeigehen
In mehreren Büro-, Dienstleistungs- und Praxisberufen bleiben offene Stellen trotz vorhandener Arbeitssuchender über Monate hinweg unbesetzt. Besonders deutlich zeigt sich dieses Phänomen in der Werbe- und Marketingbranche: Obwohl es vielerorts viele Bewerber gibt, finden Arbeitssuchende und offene Positionen nicht zusammen, ein klares Indiz für Matching-Probleme auf dem Arbeitsmarkt. In 15 der 16 Bundesländer weist die Branche eine niedrige Stellen-Arbeitslosen-Relation auf, das heißt: Auf eine offene Position kommen vergleichsweise viele Bewerber. Dennoch liegen die Vakanzzeiten in diesen Bundesländern häufig bei über 90 Tagen. Spitzenreiter ist Bremen, wo Stellen durchschnittlich bis zu 329 Tage unbesetzt bleiben. Auch in Sachsen-Anhalt und im Saarland ziehen sich Besetzungen mit jeweils 219 Tagen deutlich in die Länge. Eine Ausnahme bildet Thüringen: Als einzigesBundesland im Ranking zeigt sich hier ein üblicher Bewerbermarkt. Zwar kommen auch hier auf 32 offene Stellen rund 333 Bewerber, offene Positionen bleiben jedoch im Schnitt nur 62 Tage vakant.
Versicherungen und Finanzdienstleistungen: Zwischen Arbeitsmarkt-Mismatch und Fachkräftemangel
Einähnliches Bild zeigt sich in der Versicherungs- und Finanzbranche. In 14 der 16 Bundesländer kommt es hier zu einem sogenannten Arbeitsmarkt-Mismatch: Trotz vorhandener Arbeitssuchender bleiben offene Stellen überdurchschnittlich lange unbesetzt. Besonders betroffen ist Rheinland-Pfalz mitdurchschnittlich 282 Vakanztagen, gefolgt von Brandenburg (230 Tage), Baden-Württemberg (216 Tage) und Sachsen (192 Tage). In Bayern und Sachsen-Anhalt zeigt sich hingegen eine andere Konstellation: Hier trifft eine hohe Stellen-Arbeitslosen-Relation (SAR) - also mehr offene Positionen als Arbeitssuchende in der Versicherungs- und Finanzbranche - auf eine ebenfalls überdurchschnittlich lange Vakanzdauer. Dies deutet weniger auf klassische Matching-Probleme als vielmehr auf einen tatsächlichen Fachkräftemangel oder auf nicht ausreichend effiziente Bewerbungs- und Besetzungsprozessehin.
Steuerberatung: Fachkräftemangel und strukturelle Besetzungsprobleme
Auf Basis der angewandten Kriterien zeigt sich in der Steuerberatungsbranche ein klares Bild: In 14 der 16 Bundesländer weisen die Daten auf einen ausgeprägten Fachkräftemangel hin. Charakteristisch ist dabei die Kombination aus einer hohen Stellen-Arbeitslosen-Relation und langen Vakanzzeiten. Besonders deutlich wird dies in Rheinland-Pfalz, wo auf 240 offene Stellen lediglich 57 Arbeitssuchende kommen, was einer Stellen-Arbeitslosen-Relation von 4,21 entspricht, während Positionen durchschnittlich bis zu 333 Tage unbesetzt bleiben. Auch in anderen Bundesländern ziehen sich Stellenbesetzungen in der Steuerberatung überdurchschnittlich lange hin, darunter im Saarland (307 Tage), in Mecklenburg-Vorpommern (281 Tage), in Bayern (263 Tage) sowie in Sachsen (256 Tage). Lediglich Hamburg und Berlin bilden eine Ausnahme: Hier deuten die Kennzahlen weniger auf einen klassischen Fachkräftemangel als vielmehr auf ein Arbeitsmarkt-Mismatch zwischen offenen Stellen und verfügbaren Arbeitskräften hin.
"Unsere Analyse zeigt, dass lange Vakanzzeiten nicht automatisch auf einen klassischen Fachkräftemangel zurückzuführen sind. Entscheidend ist vielmehr, wie gut Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zusammenpassen. In vielen Bundesländern treffen offene Stellen und verfügbare Arbeitskräfte zwar aufeinander, finden jedoch nicht zusammen. Besonders in Branchen wie Werbung und Marketing sowie in Versicherungen und Finanzen bleiben Positionen trotz vieler Bewerber monatelang unbesetzt - ein klares Zeichen für strukturelle Matching-Probleme", sagt Laura Keddi, VP Marketing&Customer Success bei ebuero.
Alle Bundesländer und Berufsgruppen der Untersuchung, sowie darstellende Grafiken finden Sie unter dem folgenden Link: https://ots.de/JX8m80
Über die Untersuchung
Für die Untersuchung wurden die Vakanzzeiten (in Tagen), gemeldete Arbeitsstellen ohne Zeitarbeit (2024) und gemeldete Arbeitssuchende je Berufsgruppe und Bundesland analysiert. Aus den gemeldeten Arbeitsstellen und der Anzahl der Arbeitssuchenden wurde die Stellen-Arbeitslosen-Relation gebildet (SAR). Anschließend wurde diese in einem Bewertungssystem als niedrig (<1) oder hoch (>1) eingestuft. Die Vakanzdauer wurde entsprechend der Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit als kurz (<90) oder lang (>90) eingestuft. Eine niedrige SAR und kurze Vakanzdauer wurden einem regulären Bewerbermarkt zugesprochen. Eine niedrige SAR und dennoch lange Vakanzdauer deuten auf ein Arbeitsmarkt-Mismatching hin und eine hohe SAR und dennoch lange Vakanzdauer auf einen Fachkräftemangel.
Über ebuero
Die ebuero AG ist führend im Bereich Telefon- und Büroservices in Deutschland. Seit über 20 Jahren bietet sie maßgeschneiderte, virtuelle Sekretariatslösungen für Unternehmen, die eine flexible und professionelle Kund:innenkommunikation rund um die Uhr benötigen. Kein anderer Dienstleister genießt mehr Vertrauen als ebuero, wenn es darum geht, Geschäftsprozesse zu optimieren und ortsunabhängiges Arbeiten möglich zu machen. Der Service umfasst Telefonsekretariate, virtuelle Büros und Postdienste. Darüber hinaus ist ebuero auf moderne digitale Lösungen spezialisiert und betreut Kund:innen sowohl in Deutschland als auch international. Weitere Informationen finden Sie unter www.ebuero.de (http://www.ebuero.de?utm_source=chatgpt.com).
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Datum: 26.03.2026 - 08:50 Uhr
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