ÖDP NRW lehnt Olympiabewerbung ab:„Gewinne fürs IOC, Risiken für unsere Kommunen“
DieÖkologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen lehnt eine Olympiabewerbung für das Rhein Ruhr Gebiet entschieden ab und warnt vor erheblichen finanziellen Risiken für Land und Kommunen.

(IINews) - (Düsseldorf) - „Olympische Spiele werden als Zukunftsprojekt verkauft. In Wirklichkeit handelt es sich um ein finanzielles Hochrisiko mit bekanntem Muster“, erklärt Jens Geibel, Landesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen. „Das Internationale Olympische Komitee erzielt Milliarden Einnahmen. Die Kosten tragen die Städte und am Ende die Bürger.“
Am Beispiel der Olympischen Spiele 2024 in Paris zeigt sich aus Sicht derÖDP die strukturelle Schieflage besonders deutlich. Das Organisationskomitee konnte zwar einen Überschuss von rund 26 Millionen Euro erzielen. Dieses Budget umfasst jedoch ausschließlich den Betrieb der Spiele. Die öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur, Sicherheit, Verkehr und Verwaltung werden auf 6 bis 8 Milliarden Euro geschätzt.
„Ein kleiner Überschuss im Organisationsbudget darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die öffentliche Hand die eigentliche Rechnung trägt“, so Geibel.
Gleichzeitig erzielt das Internationale Olympische Komitee Einnahmen in Milliardenhöhe. Im Zyklus rund um die Spiele von Paris lagen diese bei etwa 7 bis 8 Milliarden US Dollar, vor allem aus Medienrechten und Sponsoring.
„Die Logik ist immer dieselbe. Einnahmen werden zentral erzielt. Kosten werden vor Ort getragen.“
Ein Blick auf frühere Austragungsorte bestätigt dieses Muster:
Die Spiele in Tokio verursachten Kosten vonüber 13 Milliarden US Dollar und lagen deutlich über den ursprünglichen Planungen.
Rio de Janeiro hinterließ hohe Schulden und teilweise ungenutzte Sportstätten.
Athen belastete den Staatshaushalt langfristig mit geschätzten 9 bis 11 Milliarden Euro.
Gleichzeitig liegt der Investitionsstau in Nordrhein-Westfalen bei rund 50 Milliarden Euro. Schulen, Verkehrswege und kommunale Infrastruktur sind vielerorts in einem Zustand, der dringend Investitionen erfordert.
„Geld kann man nur einmal ausgeben“, betont Geibel.
„Wenn Milliarden in ein Prestigeprojekt fließen, fehlen sie dort, wo sie dauerhaft gebraucht werden. Schulen, Brücken und funktionierende Kommunen gehören nicht zum olympischen Interesse, aber sie sind die Grundlage unseres Landes.“
Mit Blick auf den geplanten Bürgerentscheid im April 2026 fordert die ÖDP eine klare Prioritätensetzung.
„Diese Entscheidung hat nichts mit Sportbegeisterung zu tun. Es geht um die Frage, ob wir auf kurzfristigen Glanz setzen oder auf langfristige Stabilität.“
Abschließend stellt die ÖDP Nordrhein-Westfalen klar:
„Nachhaltigkeit bedeutet ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung. Ein Projekt, das erhebliche finanzielle Risiken für die öffentliche Hand erzeugt, wird diesem Anspruch nicht gerecht.“
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Datum: 22.03.2026 - 22:42 Uhr
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