Trotz Plus bei Baugenehmigungen: Der Mangel ist nicht kleiner geworden

(ots) - Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für die Baugenehmigungen im Januar 2026 kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe:
"Im Januar wurden 19.500 Wohnungen genehmigt - 8,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Markt sendet weiter positive Signale, das ist zunächst gut. Aber wir kommen auch von einem extrem niedrigen Niveau. Insgesamt hatten wir 2024 den tiefsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Das darf nicht der Maßstab sein. Der Mangel ist nicht kleiner geworden.
Angesichts des viel größeren Bedarfs müssten es mindestens rund 10.000 Genehmigungen pro Monat mehr sein. Im Einfamilienhausbereich vergehen zwischen Genehmigung und Schlüsselübergabe rund 18 Monate. Was jetzt nicht genehmigt wird, landet in dieser Legislaturperiode nicht mehr auf der Baustelle. Uns läuft die Zeit davon.
Die Stellschrauben sind bekannt. Zwei Drittel aller Wohnungsbauaufträge kommen von privaten Bauherren. Wenn diese Gruppe wieder mehr Vertrauen fassen und bauen soll, kommt die Politik an den Zinsen nicht vorbei. Das EH-55-Programm ist ein gutes Instrument, aber der Zinssatz zu instabil und aktuell unattraktiv. Bauwillige trauen sich erst dann wieder zu bauen, wenn sie von einem sicheren Zinssatz ausgehen können. Wenn die Politik hier nachjustiert, bekommt sie mit überschaubarem Einsatz viel Bewegung in den Markt.
Im Mietwohnungsbau muss auch die Sonder-AfA an den EH 55-Standard gekoppelt werden und das so schnell wie möglich, damit noch in dieser Legislaturperiode deutlich mehr gebaut werden kann.
Zudem brauchen Planer und Bauherren endlich einen Standard, der erschwinglich ist: Der Gebäudetyp E ist der richtige Ansatz, aber er muss bis zum Sommer endlich zur Verfügung stehen. Sonst verpufft auch dieses Instrument. Wenn wir in dieser Legislaturperiode noch einen echten Aufschwung sehen wollen, dann muss jetzt auf allen Ebenen gehandelt werden."
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Datum: 18.03.2026 - 08:47 Uhr
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