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Siri Hustvedt:"Ich wollte etwas von Paul und mir zum Leben erwecken"

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(ots) - Autorin Siri Hustvedt im Gespräch mit SWR Kultur über ihre Memoiren"Ghost Stories"/ ab sofort in ARD Sounds

Siri Hustvedt und Paul Auster gelten als das wichtigste Autoren- und Intellektuellenpaar der heutigen USA. 2024 verstarb Paul Auster an einer Krebserkrankung. Sein letzter Wunsch war es, als Geist zurückzukehren. Diesen Geist versucht Siri Hustvedt in"Ghost Stories. Buch der Erinnerung"zu fassen. Im Gespräch mit SWR Kultur sagt Hustvedt, das Buch sei ihr Versuch, den Dialog mit Paul Auster fortzuführen. Das Gespräch ist ab sofort in ARD Sounds zu hören.

Auf der Spur von Paul Auster

Siri Hustvedt erzählt Geistergeschichten und ist vor allem einem Geist auf der Spur: ihrem Mann Paul Auster. Nur wenige Tage vor seinem Tod sagte er ihr, er wolle als Geist zurückkehren. Und er bat seine Frau, nicht mit dem Schreiben aufzuhören:"In der letzten Nacht, die wir zusammen im Bett verbracht und miteinander gesprochen haben, streichelte er lange meinen Arm und sagte: Schreib weiter, arbeite weiter, lass dich nicht von meinem Tod aufhalten, okay? Ich meine, stellen Sie sich diese Großzügigkeit eines sterbenden Mannes vor, der so etwas sagt. Das bewegt mich zutiefst, und ich werde das bis zu meinem eigenen Tod mit mir tragen", sagt Siri Hustvedt im Gespräch mit SWR Kultur.

Trauer als universelle Erfahrung

In ihren Memoiren"Ghost Stories"spart Siri Hustvedt auch intime Texte nicht aus: Liebesbriefe an Paul Auster, Tagebucheinträge und sieben Briefe, die der Autor an seinen Enkelsohn Miles geschrieben hat. Miles war vier Monate alt, als Paul Auster starb. Seinem Enkelsohn, den er nicht wirklich kennenlernen konnte, berichtet Auster in seinen Briefen von der Familie, in die Miles hineingeboren wurde. Indem Siri Hustvedtdiese Texte teilt, möchte sie ihre Trauer als universelle Erfahrung sichtbar machen."Ghost Stories"sei keine Hagiografie. Es gehe nicht um den"Heiligen Paul, den literarischen Gott, mit dem ich zufällig verheiratet bin", so Hustvedt. Sie habe etwas von dem"intimen Menschen"zurückbringen wollen:"Ich wollte, dass die Leser die ganz normalen Spannungen und Freuden einer Partnerschaft spüren, insbesondere einer langjährigen Partnerschaft."





"Philosophie des Dazwischen"

Hustvedt nennt das ihre"Philosophie des Dazwischen". Das Dazwischen sei etwas Drittes, das im Dialog zwischen zwei Menschen entstehe:"Zwischen uns beiden hatte ich das Gefühl, dass wir dieses Dazwischen immer wieder neu erschaffen. Und das ist Teil meines Wunsches, etwas von Paul wieder zum Leben zu erwecken. Nicht nur von Paul, sondern von Paul und mir zusammen. Etwas, das nie wiederkommen wird", so Hustvedt.

Ein Plädoyer für den Dialog

Ihr Erinnerungsbuch verwebt essayistische Reflexionen mit persönlichen, intimen Dokumenten. Das habe Siri Hustvedt die Möglichkeit gegeben, den Dialog mit Paul Auster, den sie in 43 Ehejahren geführt haben, fortzusetzen. Hustvedts Plädoyer für den Dialog ist zentral in ihrem Erinnerungsbuch. Sie beschreibt damit nicht nur den persönlichen Austausch mit Paul Auster, sondern auch gegenwärtige politische und gesellschaftliche Verhältnisse. Auch die Gefährdung der Demokratie und die zunehmende Verschiebung nach rechts analysiert Hustvedt in ihrem Buch. Im Gespräch mit SWR Kultur betont sie aber auch, welches Potential langlebige Beziehungen haben:"Wir leben in Kulturen, die endlos darüber diskutieren, was falsch ist. Aber was richtig ist und dass es dauerhafte Liebesbeziehungen gibt, darauf konzentrieren wir uns viel zu wenig", so die Autorin.

Siri Hustvedt:"Ich wollte etwas von Paul und mir zum Leben erwecken"

Das Gespräch von SWR Kultur mit Siri Hustvedt ist ab sofort in ARD Sounds (https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:ad4a3378a8cafa39/) verfügbar.

Weitere Informationen unter: https://www.swr.de/kultur/literatur/siri-hustvedt-im-interview-zu-ihren-memoiren-ghost-stories-100.html und http://swr.li/autorin-siri-hustvedt-im-gespraech-mit-swr-kultur-ueber-ghost-stories

Fotos unter ARD-foto.de (https://www.ard-foto.de/)

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Pressekontakt SWR: Lisa Gerhardt, Tel. 07221 929 22453, lisa.gerhardt(at)SWR.de


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Datum: 13.03.2026 - 13:32 Uhr
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