Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan verschärft humanitäre Krise / Caritas international warnt vor Hunger, Vertreibung und Versorgungsengpässen

(ots) - Der militärische Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan verschärft zunehmend die ohnehin dramatische humanitäre Lage in Afghanistan erheblich. Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, warnt, dass die Kämpfe entlang der Grenze, unterbrochene Handelsrouten und eine zunehmendeInstabilität in der Region Millionen Menschen zusätzlich in Not bringen.
Seit Ende Februar 2026 haben sich die Gefechte an der afghanisch-pakistanischen Grenze deutlich intensiviert. Mehr als 100.000 Menschen mussten bereits vor den Kämpfen fliehen, ganze Gemeinden in den Grenzregionen ihre Häuser verlassen. Insgesamt sind aktuell in Afghanistan damit rund 3,2 Millionen Menschen auf der Flucht; allein im vergangenen Jahr sind 2,9 Millionen Afghaninnen und Afghanen von Iran und Pakistan gedrängt worden, nach Afghanistanzurückzukehren. Befürchtet wird, dass durch den US-Angriff auf den Iran noch mehr Frauen, Männer und Kinder Richtung Afghanistan fliehen werden müssen. Viele der Flüchtenden kommen ohne Einkommen, Unterkunft oder soziale Unterstützung in ohnehin überlastete Gemeinden zurück.
"Die aufnehmenden Gemeinschaften stoßen längst an ihre Grenzen. Schulen, Kliniken und Wasserversorgung sind vielerorts überfordert. Die Binnenvertriebenen und Rückkehrenden aus Iran und Pakistan verschärfen die extrem angespannte humanitäre Lage zusätzlich", erklärt Veronika Staudacher, derzeit Büro-Leiterin von Caritas international in Kabul.
Aktuell ist besonders problematisch, dass der afghanisch-pakistanische Krieg zentrale Handels- und Versorgungswege blockiert. Afghanistan ist stark von Importen abhängig: Fast die Hälfte aller Waren kommt aus den beiden Nachbarländern Iran und Pakistan. Beide Länder lieferten bisher wichtige Grundgüter wie Getreide, Zucker, Medikamente, Gemüse und Zement. Veronika Staudacher:"Dass Grundnahrungsmittel und Arzneien vielerorts extrem teuer geworden sind, trifft die Zivilbevölkerung hart."
Bereits vor der aktuellen Eskalation litten viele Regionen unter schwerer Ernährungsunsicherheit. Nach offiziellen Angaben sind derzeit rund 17,4 Millionen Menschen in Afghanistan akut auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Für das Jahr 2026 benötigen zudem etwa 3,7 Millionen Kinder dringend Behandlung wegen akuter Mangelernährung. Durch geschlossene Grenzen und gestörte Lieferketten drohen sich diese Zahlen weiter zu verschlechtern.
Caritas international fordert die internationale Gemeinschaft dringend auf, die humanitäre Hilfe für Afghanistan auszuweiten und humanitäre Zugänge zu sichern."Die Menschen in Afghanistan dürfen in dieser neuen regionalen Eskalation nicht vergessen werden", so Staudacher.
Caritas international ist seit den 80er Jahren in Afghanistan aktiv. Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes unterstützt insbesondere Projekte zur Gesundheitsversorgung und Ernährungssicherung, auch in den konfliktbetroffenen Grenzregionen.
Hinweis für Redaktionen: Mit Veronika Staudacher können in Kabul Interviews geführt werden. Kontakt über: 0761/200-515
.
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Datum: 12.03.2026 - 11:45 Uhr
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